Fußball: Mini-Stadion, Maxi-Problem - keine Europa-League-Tickets für VfB-Fans

Überschaubar: Der Gästeblock im Stadion Adlerhorst
imago/Box to Box PicturesSeit Jahren übersteigt die Nachfrage das Angebot, wenn die Tickets für die Auswärtsspiele des VfB Stuttgart vergeben werden. Die Partie in der Europa League bei den Go Ahead Eagles am 27. November (21 Uhr) aber hat in dieser Hinsicht nochmals eine neue Qualität: Gerade einmal 500 Karten stehen für das Spiel in Deventer beim niederländischen Pokalsieger zur Verfügung – und damit ein Drittel des kleinsten Kontingents in der Bundesliga, das bei rund 1500 Karten für das Spiel beim 1. FC Heidenheim liegt.
Nur für eine Gruppe sind Deventer-Tickets sicher
Wie es zu diesem Ticket-Tiefstwert kommt? Zum einen verfügen die Eagles nur über ein kleines Stadion, der „Adlerhorst“ bietet knapp 10 000 Fans Platz. Zum anderen beträgt das vorgeschriebene Gästekontingent auf internationaler Bühne nur fünf Prozent der Gesamtkapazität – und nicht wie in der Bundesliga zehn Prozent.
Der VfB hat zwar bei allen Europa-League-Gegnern eine Erhöhung angefragt und wartet noch auf finale Rückmeldungen, gerade für das Spiel in Deventer ist aber aufgrund des kleinen Stadions und der großen Euphorie der Heimmannschaft durch die erstmalige Teilnahme an der Ligaphase der Europa League nicht mit Zusatz-Tickets zu rechnen.

Für Trainer Sebastian Hoeneß und den VfB stehen bis Januar 2026 vier Auswärtsspiele in der Europa League auf dem Programm.
Foto: Pressefoto BaumannTickets für VfB-Fans auf 500 limitiert
Was zur Frage führt, wie die 500 Tickets verteilt werden. Zu einem Großteil steht die Antwort bereits fest: Die gut 400 Inhaber einer Auswärtsdauerkarte haben ein Vorkaufsrecht – zumindest jene mit der „Option Europapokal“, was auf die meisten zutrifft. Vier Fünftel der Karten sind also bereits vergeben – was aber nicht heißt, dass der aktiven Fanszene nur noch 100 Karten bleiben. Denn: Es gibt Doppelungen und Überschneidungen. „Die große Mehrheit der Auswärtsdauerkarten-Inhaber ist auch in Fanclubs oder in der aktiven Fanszene organisiert“, teilt der VfB auf Nachfrage mit. Die Präsenz eines harten Kerns der aktiven Fanszene ist also gegeben, wenngleich längst nicht alle Interessenten bedient werden können.
Die verbleibenden 100 Karten gehen dann an offizielle Fanclubs und die aktive Fanszene, wobei die Verteilung wie bei Auswärtsspielen üblich durch die Fanbetreuung des VfB erfolgt und im Fall des Deventer-Spiels Enttäuschungen und Absagen nicht zu vermeiden sein werden. Einen Mitglieder-Verkauf gibt es aufgrund des geringen Kontingents nicht. Hier bildet die Partie bei den Go Ahead Eagles aber aller Voraussicht nach die Ausnahme: Die anderen drei Stadien, in denen der VfB in der Hauptrunde auswärts antritt, bieten ungleich mehr Fans Platz. Hier liegen die Kapazitäten zwischen 38 512 (FC Basel) und 72 698 (AS Rom).
Dieser Artikel erschien erstmals am 12. September 2025 und wurde am 16. September aktualisiert.
