VfB Stuttgart
: Franz Wohlfahrt und das Glück des Tüchtigen

Franz Wohlfahrt hatte eine nur vier Jahre andauernde, aber umso prägendere Zeit beim VfB Stuttgart. Der Torhüter, der nur durch Zufall Fußballprofi wurde, wird an diesem Montag 60 Jahre. Wir gratulieren!
Von
Philipp Maisel
Stuttgart
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Franz Wohlfahrt war vier Jahre lang die Nummer Eins beim VfB.

imago sportfotodienst

Eigentlich war das alles gar nicht geplant. Als der junge Franz Wohlfahrt mit seinem Bruder Mario Anfang der Achtzigerjahre aus dem Heimatörtchen St. Veit an der Glan nach Wien fuhr, zeichnete sich nicht direkt ab, dass er Fußballprofi werden könne. Die Wiener Austria war scharf auf den Bruder, wollte den unbedingt. Den kleinen Bruder gab es sozusagen obendrein. Die Eltern fanden es eh besser, musste schon keiner der beiden alleine in der Großstadt klar kommen.

Doch während sich sein Bruder nicht durchsetzen konnte und wieder nach Kärnten zurückwechselte, kam Franz der Umstand zugute, dass sich der damalige Stammkeeper der Austria verletzte und somit seine Position nachbesetzt werden musste. So begann sie, die große Karriere des „Franzl“, der Zeit seiner Karriere nie ein Freund des Konditionstrainings war, aber dafür auch keinem Käsekuchen aus dem Weg ging.

Knackige Sprüche

Der Kärntner war nie um einen Spruch verlegen. „Der Trainer hat uns im Griff, ohne dass wir es merken. Dies ist seine größte Stärke“ und „Ich mache meine besten Spiele, wenn ich vier Stunden vor Anpfiff Sex mit meiner Frau habe“ sind Zitate, die beide ihm zugeschrieben werden. Unvergessen auch der Spruch, mit dem er seine eigene Trainingsfaulheit persiflierte: „Wenn es ausschließlich nach dem Glück des Tüchtigen ginge, dürfte ich nie ein Gegentor bekommen“, ließ er zu seiner Stuttgarter Zeit im Brustton der Überzeugung wissen.

Zehn Titel holte er in Österreich, dazu wurde er im Nachbarland Spieler des Jahres 1993 – als Torhüter, wohlgemerkt. 351 Spiele für die Violetten, dazu 59 Einsätze für Österreich. Beim VfB heuerte er 1996 an und wurde prompt Deutscher Pokalsieger 1997, stand mit dem VfB 1998 im Europapokalfinale der Pokalsieger (0:1 vs FC Chelsea). Im Jahr 2000 verließ er den VfB nach 146 Spielen wieder und wechselte zurück zu Austria Wien.

Nach seiner aktiven Karriere war er unter anderem Torwarttrainer Österreichs, Sportdirektor der Austria und zuletzt bis 2021 Geschäftsführer Sport des SV Admira Wacker Mödling. Erst vor Kurzem zur Einweihung der umgebauten Arena war Wohlfahrt wieder einmal in Stuttgart zu Besuch. An diesem Montag wird er 60 Jahre alt. Wir gratulieren!

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