VfB Stuttgart gegen Manchester United: Erinnerungen an eine magische Nacht
Stuttgart - Vor genau zehn Jahren besiegte der VfB Stuttgart das große Manchester United mit 2:1 in der Champions-League-Gruppenphase. Damals stand die Mannschaft auf dem Platz, die durch die Spielergeneration der aufstrebenden Hildebrands, Hinkels und Hlebs geprägt war – und am 1. Oktober 2003 endgültig in die Herzen aller VfB-Fans und vieler Fußballfreunde stürmte.
Der damalige VfB-Profi Kevin Kuranyi, Andreas Göz vom VfB-Fanausschuss und Christian Pitschmann, SWR-Studioleiter, erinnern sich an das historische Spiel vor zehn Jahren.
„An dieses Spiel erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen. Zuvor haben wir auf dem Wasen gefeiert. Aber mit Riesenerwartungen sind wir danach nicht gerade ins Stadion gegangen. Gegen diesen Gegner haben wir uns nicht viel ausgerechnet. Wir dachten, das ist ein anderes Kaliber. Und dann führten wir plötzlich 2:0. Es war wie im Film. Doch nach dem Anschlusstreffer habe ich befürchtet – da passiert noch was. Ist ja ManUnited! Dann bin ich doch nervös geworden, obwohl ich zuvor ja gar nichts erwartet hatte. Aber es ist nichts mehr passiert.

Andreas Göz.
Foto: privatAndreas Göz (50) ist Stuttgarter Gastronom und Mitglied im VfB-Fanausschuss.
„Ich bin beim VfB Profi und Nationalspieler geworden – nichts aber hat mich mehr geprägt als diese magische Nacht im Oktober 2003: Unser allererster Heimauftritt in der Champions League, das Spiel gegen Manchester United, der 2:1-Sieg gegen eines der größten Teams Europas. Es war der pure Wahnsinn!
Mir gelang das 2:0, ich habe das Tor genau vor Augen: Wie ich um mein Leben renne, als der Ball in meine Richtung fliegt; wie mir der Torwart Tim Howard entgegenstürmt; wie es mir gelingt, den Ball über ihn hinwegzuspitzeln; wie er erst an die Latte prallt und dann im Netz zappelt. Ich bin danach wie in Trance zur Cannstatter Kurve gerannt, das ganze Team hinter mir.

Kevin Kuranyi.
Foto: dpaKevin Kuranyi (31) wechselte 2005 zu Schalke und spielt heute bei Dynamo Moskau.
„Zwölf Jahre lang bin ich Stadionsprecher beim VfB gewesen – zwei Momente werde ich bis an mein Lebensende nicht vergessen: das 2:1 gegen Cottbus 2007, als wir Deutscher Meister wurden; und natürlich den Triumph gegen Manchester United, als wir der Fußballwelt gezeigt haben, dass es in Deutschland nicht nur die Bayern gibt.

Christian Pitschmann.
Foto: privatNach dem Spiel haben wir ein paar Bierchen getrunken und geahnt: So etwas geschieht so schnell nicht wieder.“
Christian Pitschmann (53) arbeitet als SWR-Studioleiter in Karlsruhe.
































