VfB Stuttgart in Braunschweig
: Der VfB liefert einen Pokalkrimi für die Ewigkeit

Die Stuttgarter gewinnen mit 8:7 im Elfmeterschießen. Alexander Nübel wird dabei zum Helden. Wir liefern eine erste Analyse zur Wahnsinnsbegegnung.
Von
David Scheu
Stuttgart
  • Außer Rand und Band: die VfB-Spieler jubeln nach dem Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals.

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  • Vor Anpfiff der Partie zeigten beide Fanlager, was sie sich ausgedacht hatten für die Pokalpartie. Die Heimkurve zeigte eine Choreo nebst Pyroshow.

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  • Auch die Stuttgarter hatten Pyrotechnik im Gepäck, dazu zeigte man eine riesige „Pokalsieger“-Zaunfahne.

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  • Schnell fiel das erste Tor – für Braunschweig. In der 8. Minute beförderte Sven Köhler den Ball ins Netz.

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  • Doch der Ausgleich lies nicht lange auf sich warte: Nur vier Minuten später, in der 12. Minute, schoss Ermedin Demirović (links) den VfB zum 1:1.

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  • Zur Pause in Braunschweig ging die Eintracht mit einem 1:1 gegen Titelverteidiger VfB Stuttgart in die Kabine.

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  • In der 60. Minute dann die Führung für den VfB.

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  • Und wieder beförderte Ermedin Demirović den Ball ins Tor.

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  • Doch der VfB konnte sein Führung nicht lange halten: In der 77. Minute schoss Fabio Di Michele Sanchez den Ausgleich für Braunschweig. Und in der 85. Minute folgte von ihm direkt das dritte Tor. Es stand 3:2 für den Gastgeber.

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  • Doch auch dieser Spielstand sollte sich nicht lange halten: In der 89. Minute erzielte Nick Woltemade das 3:3 für den VfB.

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  • Damit ging es in die Verlängerung in Braunschweig.

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  • Zwei Minuten lief die Verlängerung, da fiel ein unglückliches Eigentor von Sanoussy Ba (Eintracht Braunschweig), das den VfB zum 4:3 führte.

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  • Doch damit war das Spiel nicht entschieden: In der 105. Minute haute Christian Conteh den Ball am chancenlosen Nübel vorbei in die Maschen.

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  • Am Ende ging es ins Elfmeterschießen.

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  • Nach 20 Elfmetern musste sich dann Braunschweig geschlagen geben. Sieg für den VfB Stuttgart.

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Der Pokalsieger bleibt im Spiel. Nach einem Wahnsinnskrimi. Der VfB Stuttgart gewann mit 8:7 im Elfmeterschießen gegen Eintracht Braunschweig, nachdem es nach Verlängerung 4:4 (1:1, 3:3) geheißen hatte. Lorenz Assignon verwandelte den entscheidenden Elfmeter. Der Held hieß jedoch Alexander Nübel, der dreimal zuvor pariert hatte, um den Fußball-Bundesligisten in die zweite Runde des DFB-Pokals zu bringen. Ermedin Demirovic hatte während des Spiels zweimal getroffen, ehe der eingewechselte Nick Woltemade den VfB in die Extrazeit rettete. Dann unterlief Sanoussy Ba ein Eigentor (92.). Der VfB schien erlöst, ehe Christian Conteh das 4:4 gelang (105.).

Danach ging es nach einer turbulenten Begegnung voller Wendungen an den Punkt. Hin und her hatte die mitreißende Partie zuvor gewogen. Schließlich hatte die Mannschaft von Sebastian Hoeneß nach zweimaligem Rückstand auch Glück. Der Trainer hatte sie anfangs zunächst auf fünf Positionen verändert. Teils verletzungsbedingt, da die Verteidiger Jeff Chabot und Luca Jaquez ausfielen. Teils, weil Hoeneß mehr Frische in die Offensive bringen wollte.

Besondere Rolle für Nick Woltemade

Chris Führich und Tiago Tomas standen in der Startelf, dafür saßen Nick Woltemade und Jamie Leweling auf der Bank. Beide hatten zuletzt im Supercup gegen den FC Bayern (1:2) und beim Bundesligastart in Berlin (1:2) viel gespielt. Und Woltemade war in den vergangenen Wochen nicht nur aus sportlichen Gründen in den Blickpunkt gerückt.

Der verhinderte Transfer nach München machte Schlagzeilen – aber: „Die Erklärung ist einfach“, sagte Hoeneß zu den Personalmaßnahmen, „wir gehen in eine englische Woche und müssen die Belastung steuern.“ Das gelte neben den Stürmern Woltemade und Leweling auch für Josha Vagnoman. Den Rechtsverteidiger ersetzte Lorenz Assignon und im Abwehrzentrum agierten Ramon Hendriks und Finn Jeltsch.

Im VfB-Tor stand wieder Nübel und wirkte gegen griffige Braunschweiger anfangs alles andere als sicher. Bei einer ersten Aktion mit dem Fuß gegen den heranrauschenden Eintracht-Stürmer Erencan Yardimci hatte er Glück, als es nur Eckball gab. Kurz darauf ließ sich Nübel von Sven Köhler düpieren – 0:1 aus der Ferne (8.). An der Seitenlinie ärgerte sich Hoeneß über den durchkreuzten Matchplan und forderte eine schnelle Antwort. Demirovic lieferte sie auf Linksflanke von Maximilian Mittelstädt per Kopf (12.).

Nach dem Ausgleich beruhigte sich die Partie. Was den Gästen zunächst entgegen kam, um mehr Spielkontrolle zu erlangen. Doch zugesetzt wurde den Stuttgartern weiter. Die Braunschweiger tauchten überall in Überzahl auf. So ergaben sich nur wenige Räume für die Stuttgarter. Und wenn, dann liefen die Angriffe über die linke Seite. Wie bei der Hereingabe von Mittelstädt, als Assignon von elf Metern zum Schuss kam (32.).

Auf der anderen Seite hatte Yardimci eine Chance (41.). Zudem Köhler, der wieder zum Abschluss kam. Nur diesmal war Nübel auf dem Posten (45.+4). Eine Parade zur Stabilisierung des Torwarts und des Teams, denn der VfB tat sich gegen die mutigen Gastgeber schwer. Und das Bild änderte sich auch nach der Pause nicht. Der Außenseiter suchte seine Chance über Einsatz, der Titelverteidiger suchte seine spielerische Linie, ohne den Zweikämpfen aus dem Weg zu gehen.

Ermedin Demirovic trifft wieder

Wie nach einer Stunde, als Angelo Stiller sich durchsetzte und Demirovic bediente – 2:1. Wieder war es über die linke Seite gegangen. Auch, weil rechts nicht viel lief. Tomas fiel bis zur Vorbereitung des vierten Tores eher ab als auf. Dennoch hatte der VfB plötzlich das Spiel, das er haben wollten: mit mehr Raum für die Angriffe.

Offenbar mussten die Braunschweiger ihrem Tempo Tribut zollen. Doch der Schein trügte und es schlug auf der VfB-Seite ein. Und wie! Fabio Di Michele Sanchez traf mit Wucht in die kurze Ecke (77.). Nahezu eine Wiederholung des Ganzen gab es kurz darauf. Wieder traf Di Michele Sanchez aus spitzem Winkel, diesmal in die lange Ecke (85.). Mit dem Rücken zur Wand meldete sich der VfB aber noch einmal zurück. Woltemade rettete die Stuttgarter in die Verlängerung (89.). Wobei? Demirovic hatte noch die Siegchance auf dem Fuß (90.+5). Danach nahm das Pokaldrama bis zum 20. Elfmeter seinen Lauf – mit Happyend für den VfB.

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