VfB Stuttgart in der Europa League: Private Polizeieskorte für VfB-Fans in Deventer
Seit 40 Jahre fährt Lars Hitl aus Stuttgart zum Fußball. Der 57-Jährige war mit dem VfB schon überall. Großbritannien, Ostblock, Skandinavien, Südeuropa. Doch so etwas wie im beschaulichen Deventer hat Hitl noch nie erlebt. Bereits am Mittwoch war er mit Freunden nach Deventer gereist, hatte die Gelegenheit genutzt, sich das Städtchen in der Region Oberijssel genauer anzuschauen.
Doch als es am Abend in der Stadt dunkel wurde, änderte sich auch die Atmosphäre ein wenig. In der Innenstadt hatte sich eine große Gruppe einheimischer Fans vor einer Eagles-Fankneipe gesammelt, Hitl war mit seiner Begleitung in eine Lokalität gegenüber. Plötzlich wurde die Gruppe angesprochen – von niederländischen Polizeibeamten in Zivil. „Es wäre besser, wenn wir die Bar verlassen würden“, wurde ihnen nahegetragen, berichtet Hitl. Also ging es zum Brauhaus von „Davo Bieren“, dem offiziellen Fan Meetingpoint, wo sich auch am Spieltag die Fans der Schwaben sammeln.
„So etwas habe ich noch nie erlebt“
Doch auch dort war dann um 23 Uhr Zapfenstreich. „Plötzlich kamen die gleichen Beamten wieder rein, sprachen uns erneut an“, erzählt Hitl grinsend. „Ihnen wäre es lieber, wenn sie uns nach Hause bringen könnten“, wurde Hitl gesagt. Also stieg die Dreiergruppe in das Polizeifahrzeug, ließ sich ins Hotel chauffieren. „So etwas habe ich in all den Jahrzehnten, die ich zum Fußball fahre, noch nicht erlebt. Es war schön, die Beamten waren supernett. Gleichzeitig auch irgendwie total schade, dass so etwas aus ihrer Sicht wohl nötig war. Wir wollen doch alle nur Spaß haben und fahren zum Fußball, um gute Geschichten zu erleben und neue Bekanntschaften zu schließen“, so Hitl. „Das hätten wir auch hier gern getan.“
So blieb es jedoch bei einem kostenlosen Polizeitaxi für die Fans – und der Erkenntnis, am Spieltag dann zu versuchen, das Maximale an Erlebnis aus dem Trip ins Nachbarland herauszuholen. Am besten garniert mit einem Sieg des VfB.
















