Lorenz Assignon zum VfB Stuttgart
: Nie zahlte der VfB mehr für einen Verteidiger

Er soll die größte Schwachstelle in der Defensive des VfB beheben: Vom französischen Erstligisten Stade Rennes wechselt der rechte Verteidiger Lorenz Assignon nach Stuttgart.
Von
Heiko Hinrichsen
Stuttgart
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  • Lorenz Assignon von Stade Rennes. In unserer Bildergalerie zeigen wir sämtliche Franzosen, die schon für den VfB am Ball waren.

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  • Im Sommer 1966 kam Gilbert Gress (links) von Racing Straßburg nach Stuttgart – und war damit der erste französische Profi in der Bundesliga überhaupt. Vier Jahre blieb er beim VfB und erzielte in 149 Ligaspielen 25 Tore. Das Bild zeigt Gress beim 4:0-Sieg über Eintracht Frankfurt in der Saison 1969/1970, zu dem er selbst zwei Tore beisteuerte.

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  • Didier Six wechselte 1981 wie Gress von Straßburg zum VfB. Als Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder seinen Vertrag nach zwei Jahren nicht verlängerte, hagelte es Proteste der Fans. Nach seiner Spielerkarriere trainierte er verschiedene Nationalteams in Afrika, zuletzt Guinea bis 2021.

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  • Acht Jahre lang spielte Matthieu Delpierre (links) ab 2004 für den VfB, mit dem er in der Saison 2006/07 als Stammspieler in der Innenverteidigung völlig überraschend Deutscher Meister wurde. Von 2020 bis 2022 kehrte er als Athletiktrainer im Jugendbereich zum VfB zurück.

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  • 2016 kam Benjamin Pavard für fünf Millionen Euro vom OSC Lille – und spielte sich beim VfB ins Rampenlicht. 2018 wurde er Weltmeister mit Frankreich, ein Jahr später verließ er Stuttgart nach dem Abstieg für 35 Millionen Euro in Richtung FC Bayern. Mittlerweile trägt der 29-Jährige das Trikot von Inter Mailand und spielt bei den Italienern eine wichtige Rolle.

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  • Tanguy Coulibaly wechselte im Sommer 2019 aus der Jugend von Paris St. Germain nach Stuttgart, der endgültige Durchbruch gelang ihm in seinen vier Jahren beim Club jedoch nicht. Derzeit steht der Rechtsaußen bei Montpellier unter Vertrag, dem Tabellen-Schlusslicht der abgelaufenen Ligue-1-Saison.

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  • Im Sommer 2020 zog es Naouirou Ahamada von der zweiten Mannschaft von Juventus Turin nach Stuttgart. Nach ersten Startschwierigkeiten spielte sich der Mittelfeldmann in die erste Elf und übernahm zum Start der Saison 2022/23 den Stammplatz vom scheidenden Orel Mangala. Nach einer starken Hinrunde wechselte Ahamada zu Crystal Palace auf die Insel und danach leihweise zu Stade Rennes, wo er bislang noch nicht Fuß fassen konnte.

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  • Der Edeltechniker kam im Sommer 2021 mit 19 Jahren von der AS Monaco. Enzo Millot benötigte etwas Eingewöhnungszeit in Bad Cannstatt. Nach dem Amtsantritt von Trainer Sebastian Hoeneß im April 2023 etablierte sich der Franzose mit Wurzeln aus der karibischen Insel Martinique recht schnell zur Stammkraft. Seitdem hat sich der Offensivmann zu einem der wichtigsten und wertvollsten Spieler Stuttgarts entwickelt, mit starken Leistungen in wichtigen Spielen wie der Relegation gegen Hamburg oder dem Pokalfinale gegen Bielefeld.

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  • Zunächst kam Serhou Guirassy im Sommer 2022 nur leihweise in die Landeshauptstadt. Ein Jahr später verpflichtete Stuttgart den Stürmer fest. In der Saison 2023/24 verbuchte Guirassy 29 Tore in der Liga, ein Vereinsrekord für den VfB. Daraufhin verpflichtete ihn Borussia Dortmund für 18 Millionen Euro. Im schwarz-gelben Trikot wurde Guirassy mit 13 Treffern Torschützenkönig der abgelaufenen Saison. Nachdem er für mehrere französische Jugend-Nationalmannschaften gespielt hatte, entschied er sich im vergangenen Jahr für das A-Nationalteam Guineas, dem Heimatland seiner Eltern.

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  • Dan-Axel Zagadou war zu Beginn seiner Profikarriere eines der begehrtesten Talente auf dem Markt für junge Innenverteidiger. Doch Verletzungen warfen den 1,96 Meter große Defensivspieler immer wieder aus der Bahn. Auch nach seinem ablösefreien Wechsel zum VfB im Sommer 2022 wurde der gebürtige Franzose mit ivorischen Wurzeln wie kaum ein anderer von Verletzungen geplagt. Nach drei Saisons im Trikot mit Brustring kommt Zagadou auf lediglich 45 Einsätze.

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  • Zunächst wechselte Anthony Rouault für die Saison 2023/24 per Leihe vom FC Toulouse nach Stuttgart. Nach überzeugenden Leistungen in der Vizemeister-Saison verpflichtete ihn der VfB im Sommer 2024 für zehn Millionen Euro fest. Im Februar 2025 verabschiedete sich Rouault allerdings wieder, da er laut eigenen Aussagen eine „Phase der Instabilität“ beim VfB befürchtete. Für 13 Millionen Euro wechselte er in die heimische Ligue 1 zu Stade Rennes, mit denen er die abgelaufene Saison auf Platz zwölf beendete.

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Der VfB Stuttgart hat für die neue Saison seinen ersten Spieler mit klaren Perspektiven für die Startelf verpflichtet: Vom französischen Erstligisten Stade Rennes kommt der Rechtsverteidiger Lorenz Assignon nach Stuttgart. Der 24-Jährige, der mit Rennes bereits international gespielt hat, allerdings in der vergangenen Saison nur Zwölfter der Ligue 1 wurde, wechselt für eine Ablösesumme von rund 13 Millionen Euro plus möglicher zwei Millionen Euro an Boni an den Neckar. Er erhält einen Vertrag bis 2029.

„Es fühlt sich gut an, hier zu sein. Der VfB ist ein traditionsreicher Club mit fantastischen Fans“, sagt Assignon: „Ich habe mir mehrere Spiele am TV angeschaut und mag die Spielweise des Teams. Ich freue mich sehr auf die Herausforderung.“

Ablöse liegt bei 13 Millionen Euro

Mit dem Transfer von Assignon, der für den Club aus der Bretagne in der abgelaufenen Runde auf drei Tore und fünf Vorlagen kam, will der VfB seine Probleme auf der rechten Seite der Viererkette lösen. Diese hatten den Bundesliga-Neunten die komplette vergangene Saison über begleitet. Schließlich konnten weder Josha Vagnoman, bei dem vieles auf einen Abschied aus Stuttgart hindeutet, noch Routinier Pascal Stenzel oder Leonidas Stergiou auf der Position hinten rechts langfristig für die nötige Stabilität sorgen.

Während der Schweizer Stergiou nach einer Saison mit einer hartnäckigen Rückenverletzung, einer Rotsperre samt anschließender Fußverletzung erst wieder fit werden muss und Stenzel eher als Spieler für die zweite Reihe eingeordnet wird, ist Neuzugang Assignon eindeutig als Stammkraft auf der Position des rechten Verteidigers vorgesehen. Immerhin war kein Verteidiger beim VfB bisher so teuer wie der Mann aus Grasse in Südfrankeich, der aber bereits in der Jugend für Stade Rennes spielte.

„Lorenz passt mit seinen fußballerischen Fähigkeiten und seiner Dynamik sehr gut zu unserer Spielphilosophie“, sagt VfB-Sportdirektor Christian Gentner: „Er hat schon jetzt ein sehr hohes Niveau in seinem Spiel erreicht. Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass er bei uns weitere Schritte in seiner Entwicklung gehen wird.“

Außenverteidiger mit Offensivqualitäten

Verpflichtet hat der VfB einen sehr schnellen, technisch exzellent ausgebildeten Außenverteidiger mit Offensivdrang. So steht die Ampel mit Blick auf die erhobenen Spieldaten bei Assignon überall auf Grün, wenn es um das Spiel nach vorne geht. Raumgewinn mit Ballbesitz, Passquote nach vorne, Anzahl der Ballkontakte – all das passt bei dem 24-Jährigen, der für die Rückrunde der Saison 23/24 erfolgreich an den FC Burnley unter Trainer Vincent Kompany in die Premier League verliehen wurde, wo er sämtliche Spiele bestritt.

Was bedeutet die Verpflichtung von Assignon für die beiden Rechtsverteidiger Leonidas Stergiou (li.) und Josha Vagnoman?

Foto: imago/Rudel

Allerdings weist das Spiel des Franzosen im Rückwärtsgang auch Schwächen auf. So ist seine Zweikampfquote defensiv noch ausbaufähig. Gerne verteidigt der Franzose, der auch im rechten Mittelfeld spielen kann, ziemlich hoch. Daher wird Assignon hin und wieder überlaufen. Von den 34 Partien der Ligue 1 hat der Verteidiger nur die Spiele bei Stade Brest und der AS Monaco verpasst. Beide Male allerdings wegen Gelbsperren. Doch unterm Strich hat der VfB den Spieler vor der Verpflichtung auf Herz und Nieren getestet, weiß er doch einen Experten an seiner Seite: Denn der Stuttgarter Scout Valéry Laurent arbeitete früher für Stade Rennes.

Rechtsverteidiger Assignon hat zwar noch nicht in der Champions League gespielt, besitzt aber durch sein Engagement in der Premier League sowie durch zehn Einsätze in der Europa League für Rennes auch internationale Erfahrung. „Ich möchte neue Länder und Fußballkulturen entdecken. In England war vieles ganz anders als in Frankreich. Ich bin neugierig, was in Ländern wie Spanien oder Deutschland los ist. Es gibt viel zu lernen“, sagte Assignon bereits im März gegenüber dem französischen Fußballmagazin „So foot“.

Nach seinem Entschluss, künftig für den VfB aufzulaufen, wird der Sohn des ehemaligen togolesischen Fußballer-Nationalspielers Komlan Assignon und einer Handball-Spielerin nun die Gepflogenheiten in der Bundesliga intensiv kennenlernen.

In unserer Bildergalerie zeigen wir sämtliche Franzosen, die schon für den VfB am Ball waren. Viel Spaß beim Durchklicken!

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