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: Unverzichtbar und nimmermüde – das Team um die Blaubären Flacht

Für die Orga-Mannschaft des Volleyball-Zweitligisten TSV Flacht ist der Doppelspieltag am Wochenende gegen Köln und Dresden eine echte Herausforderung – aber echte Blaubären halten keinen Winterschlaf.
Von
Jürgen Kemmner
Stuttgart
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  • Live auf Sendung bei Youtube im Kanal dynvolleyball: Benjamin Schoch (li.) interviewt Blaubären-Manager Michael Kaiser.

    Andreas Gorr
  • Die Blaubären und ihre Fans – eine starke Gemeinschaft. Aber ohne die viele ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer würde in der Heckengäuhalle keine einzige Partie stattfinden. Wir stellen die Köpfe der Orga-Teams kurz vor.

    Andreas Gorr/Andreas Gorr
  • Stephan Lettner: Sein Job als Court-Manager beginn am Freitag um 22 Uhr, wenn bis etwa 2 Uhr das Spielfeld aufgebaut wird. Das ist für ihn und seine zehn Helfer Schwerstarbeit – die 32 Rollen Volleyball-Boden wiegen bis zu 120 Kilogramm, und „da darf keine nur um Zentimeter falsch gelegt werden“. Stephan Lettner sieht in seiner Truppe ein Aufbau-Ballett, das stets das gleiche Stück aufführt und die maßgenaue Verlegung mit dem Uralt-Videospiel Tetris, wo geometrische Körper ineinander verzahnt wurden. „Das ist stets eine neue Herausforderung“, sagt Stephan Lettner, „häufig passiert Unerwartetes, wie dass etwa der Strom kurz ausfällt oder eine Lichtquelle kaputt geht – es bleibt bis zum Anpfiff immer spannend.“

    Andreas Gorr/Andreas Gorr
  • Sabine Hachenberg: Nicht nur Liebe geht durch den Magen, auch eine Sportveranstaltung – denn Fans und Vip-Gäste müssen sich wohlfühlen, und auch alle Helfer sollen nicht hungrig oder durstig abreiten müssen. „Es mag banal klingen“, sagt Sabine Hachenberg, „aber das Catering ist eminent wichtig.“ Die größte Herausforderung: Abzuschätzen wie viele Zuschauer kommen, damit alles ausreichend vorhanden ist, in der Regel sind rund 200 Portionen Essen vorrätig. „Lieber zu viel als zu wenig“, sagt die 54-Jährige, die auch den Merchandising-Stand betreut, wo in dieser Saison das Original-Trikot für 50 Euro der Renner bei den Fans ist.

    Andreas Gorr/Andreas Gorr
  • Michael Richter: Beim Heimspiel-Koordinator laufen alle Fäden zusammen – der 45-Jährige ist Kopf des Orga-Teams, der für die personelle Ausstattung sorgt sowie den zeitlichen Ablauf in Einklang bringt. „Ich komme aus dem Projekt-Management“, sagt Michael Richter, „daher ist mir diese Arbeitsweise gut bekannt.“ Es sind Kleinigkeiten zu klären, wie etwa, dass genug Wechselgeld in den Kassen vorhanden ist, wie auch Großes, wenn es um logistische Organisation mit den gegnerischen Mannschaften geht. Am Spieltag betritt er mindestens vier Stunden vor Anpfiff die Halle, um nichts dem Zufall zu überlassen. „Rund um das Spiel bin ich erster Ansprechpartner“, verrät er, „um organisatorische Brände zu löschen.“ Beispiel: Im Pokalspiel gegen Stuttgart wurde eine Zuschauerin ohnmächtig, Richter schickte den Teamarzt der Blaubären auf die Tribüne und informierte das Rote Kreuz.

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  • Manfred Bertleff: Der 46-Jährige ist bei den Blaubären eine Art Steven Spielberg – der Mann, der als Streaming-Regisseur dafür sorgt, dass die Spiele optisch wie akustisch optimal eingefangen, geschnitten und auf Youtube (Kanal: Dynvolleyball) übertragen werden. Bertleff entscheidet im Regieraum, welches Bild der fünf Kameras auf Sendung geht, wann eine Zeitlupe läuft und wo Stimmen bei einer Auszeit eingefangen werden. „Ich bin ziemlich Technik- und IT-affin“, sagt er, „deshalb bin ich zu dieser Aufgabe gekommen.“ Der Auf- und Abbau sind zeitintensiv, es werden 400 Meter Kabel verlegt, es werden Kameratürme aufgebaut und die gesamte digitale Infrastruktur geschaffen.

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  • Lemmi Demmi: Dem Hallensprecher und Stimmungsmacher kann sich kein Zuschauer entziehen – Lemmi Demmi, so sein Künstlername, sorgt dafür, dass die Fans auf Betriebstemperatur kommen und bleiben. „Ich bringe stets Neues ein, verändere mein Setup regelmäßig und versuche, immer besser zu werden“, sagt der 26-Jährige, „die Möglichkeiten, die mir hier zur Verfügung stehen, die sind ein Traum.“ Dass er sich an seinem Mischpult körperlich fast so sehr engagiert wie die Spielerinnen auf dem Feld? „Das muss so sein. Ich muss den Fans Engagement vorleben“, sagt Lemmi Demmi.

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  • Anderswo eine extrem seltene Tierart – in Weissach und Flacht heimisch und durchaus zahlreich: die Blaubären

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  • Jürgen Rieht: Ticketing. Hört sich einfach an, ist aber kompliziert, weil mehr drinsteckt als Karten zu verkaufen und sie am Eingang abzureißen. Jürgen Rieht richtet den Online-Shop digital ein, legt die Spieltage an und hält Kontakt zur Ticket-Plattform Eventim. „Hard- und Software müssen sicher funktionieren“, sagt der 63-Jährige, der nicht nur den Verkauf managt, sondern auch danach analysiert, wo beispielsweise die Tickets im Netz geordert wurden. Ganz wichtig war Rieht, dass in der Halle sowohl bar als auch mit sämtlichen gängigen Karten bezahlt werden kann – auch dabei mussten viele Schnittstellen angeglichen werden. „Und beim Aufbau am Freitagabend helfe ich für gewöhnlich auch mit“, erzählt der Ticket-Meister.

    Andreas Gorr/Andreas Gorr
  • Juliane Baier: Vergangene Saison war die 35-Jährige für den Social-Media-Auftritt zuständig, nun ist sie Chefin der Öffentlichkeitsarbeit und Gestaltung. Hallenheft, Werbebanden, Außendarstellung auf verschiedenen Kanälen, Optik der Fanartikel – um all das kümmert sich Juliane Beier. Bis zu zehn Stunden pro Woche setzt sich die junge Mutter ein und verrät: „Ich komme nicht aus der PR-Branche, aber ich wurde gut eingelernt und sonst gilt das Motto: Learning by doing.“

    TSV Flacht
  • Franziska Schüttelbauer: Dass jemand wegen der Blaubären ins Heckengäu zieht, kommt nicht nur bei Spielerinnen vor. Die 27-Jährige lebte in Isny, lernte beim C-Trainerlehrgang Cheftrainer Nico Reinecke kennen, der Lehrbeauftragter war, „so kam der Kontakt zustande“, erzählt die Teammanagerin, „und als ich einen Job gefunden habe, bin ich umgezogen.“ Franziska Schüttelbauer ist für alles rund um die Mannschaft zuständig, sie hält Kontakt zur Volleyball-Liga, organisiert die Auswärtsfahrten, sie entwirft die Zeitpläne rund um die Partien und kümmert sich um die Durchführung. „Häufig unterstütze ich noch Manager Michael Kaiser bei dessen Aufgaben“, erzählt sie.

    privat
  • Auch das Maskottchen Flachti verlangt für seine waghalsigen Auftritte zwischen Feuerwerksstangen keine Gage.

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