Assassin's Creed Black Flag Resynced: Was taugt die Neuauflage des beliebten Piratenklassikers?

Assassin's Creed Black Flag Resynced ist jetzt erhältlich.
Ubisoft- Ubisoft veröffentlicht Assassin's Creed Black Flag Resynced mit stark überarbeiteter Technik.
- Die Karibik wirkt deutlich lebendiger, Wetter und Licht sind eindrucksvoller – Wasserwelten glänzen.
- Freies Schwimmen in großen Unterwassergebieten ersetzt Tauchglocken; neue Offiziere samt Missionen.
- Kämpfe an Land und auf See bleiben spaßig, doch die Kamera nervt teils mit hektischen Schwenks.
- Die Abstergo-Passagen in der Gegenwart fehlen. Erhältlich auf Playstation, Xbox und PC für rund 59 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eines fällt gleich auf beim Eintauchen in die Karibik des frühen 18. Jahrhunderts: Unser walisischer Freibeuter Edward Kenway hat ganz schön flinke Beine – und er ist ein bedeutend besserer Schwimmer geworden. Kein Wunder, schließlich haben die Programmierer bei Ubisoft der Wiederauflage von Assassin's Creed Black Flag Resynced das freie Schwimmen in riesigen Unterwasser-Arealen spendiert – also auf den aktuellen Stand der Grafik-Engine gebracht. Die Zeiten, als sich Edward mühsam von Tauchglocke zu Tauchglocke hangelte, gehören der Vergangenheit an. Lange haben die Fans auf die Neuauflage des vermutlich beliebtesten Teils der Serie Assassin's Creed gewartet: Black Flag Resynced. Jetzt ist es in die Verkaufsregale gesegelt und es stellt sich die Frage: Lohnt sich der Freibeuter-Spaß?
Um das Fazit vorwegzunehmen: Die Antwort lautet jedenfalls ja! Ubisoft hat bei der Wiederauflage des Piratenabenteuers alles richtig gemacht. Die vor mehr als zehn Jahren schon ausgesprochen hübsche Karibik ist noch einmal deutlich schöner geworden, sodass es eine Freude macht, einfach auf einen hohen Aussichtspunkt zu klettern, um den Blick zu genießen. Wetterwechsel und Lichteffekte in der Nacht sorgen für viel Atmosphäre. Insgesamt wirkt die offene Welt auch deutlich belebter – mit Menschen, allerlei Getier und welkem Laub, das über den Boden wirbelt. Ubisofts Singapur-Studio beweist zudem immer mal wieder Sinn für skurrilen Humor, wenn etwa ein leicht angetrunkener Pirat in einer Siedlung an der Ecke steht und im hohen Bogen seine Blase erleichtert.
Wunderschöne Wasserlandschaften bereichern die Spielwelt
Atmosphärisch gelungen sind auch die Wasserareale: Kleine Fischschwärme flitzen durchs Wasser, Haie und Krokodile pflügen durch die Wellen und immer wieder lässt sogar ein Wal seine riesige Flosse aufs Wasser klatschen. Während die Schwimmaktivitäten in der Originalversion bisweilen bemüht wirkten, ist es eine Freude, die Resynced-Wasserwelt zu entdecken.
Die offene Welt ist wie die jüngeren Assassin's-Creed-Ableger voll mit Missionen und allerlei Objekten, die es einzusammeln gilt – Kisten, Lebensmittel, Kunstwerke, Schatzkarten, Shanty-Noten und und und. Das gibt den Spielerinnen und Spielern zwar viel zu tun, aber wie schon in den Teilen zuvor ertappt man sich nach ein paar Stunden Spielzeit immer mal wieder dabei, kleine und größere Inseln „abzuklappern“, um alle Icons von der Weltkarte zu holen – die altbekannte Ubisoft-Routine, von den Fans geliebt, von Kritikern eher benörgelt.
Altgediente Recken am Controller haben Déjà-vu-Erlebnisse
Die Hauptgeschichte rund um den Piraten Edward Kenway im Konflikt zwischen Assassinen und Templern ist von Ubisoft nahezu unverändert übernommen worden. Wer Black Flag Resynced anfängt zu spielen, hat also ziemlich bald Déjà-vu-Erlebnisse. Allerdings sind eine Menge Zusatzgeschichten implementiert, etwa die neuen Offiziere für die eigene Piratenflotte, die allesamt mit längeren Missionen eingeführt werden. Altgediente Piratenrecken auf dem Controller können also ebenso motiviert antreten wie frischgemusterte Bootsjungen – insbesondere für die neue Spielergeneration, die Black Flag bisher nur vom Hörensagen kannte, ist Resynced eine schmucke, prall gefüllte Schatzkiste am Meeresgrund.
Spieler, die den letzten Assassin's-Creed-Ableger Shadows durchgezockt haben, finden sich schnell zurecht. Schleichen und das bekannte Parcours-Klettern gehen flüssig vonstatten, beim offenen Kampf gilt es, Angriffe geschickt zu kontern, um dann zuzuschlagen. Britische und spanische Truppen um die Ecke zu bringen, wird mit variantenreichen Finishing-Moves dargestellt, die gelegentlich Geschmackssache sind: Da fährt dann auch gerne mal der eine oder andere Säbel durchs Mundwerk in den Nacken oder von hinten durch die Brust. Auffällig war in den ersten Spielstunden vor allem eine gelegentlich hypernervöse Kameraführung, die immer mal wieder in die falsche Richtung dreht, was vor allem kurz vorm Meuchelmord aus dem Hinterhalt ärgerliche Folgen haben kann.
Die Rahmenhandlung rund um Abstergo bleibt gestrichen
Die zappelige Kamera schlägt immer mal wieder auch beim anderen Herzstück von Assassin's Creed Black Flag, dem Kampf auf hoher See, aufs Spielgeschehen durch. Aber ansonsten gibt es auch da gute Nachrichten: Mit einer hochgerüsteten Brigg Handelsschiffe aufzubringen oder feindliche Festungen sturmreif zu schießen, macht mindestens so viel Spaß wie vor 13 Jahren. Die teils spektakulären Wettereffekte machen die Kaperfahrt noch einmal abenteuerlicher, und zu einem zünftigen Shanty in den Sonnenuntergang zu segeln, hat nichts von seinem Reiz verloren.
Interessant: Ubisoft bleibt seiner neuen Linie treu und hat die Spielpassagen aus dem originalen Black Flag, die in der Gegenwart bei Abstergo Industries spielen, dem fiktiven, allmächtigen und durchaus sinistren Megakonzern, gestrichen. Bereits seit einigen Teilen spielt die Rahmenhandlung mit dem von den Templern kontrollierten Unternehmen ja keine Rolle mehr. Vielen fehlt das Element nicht, andererseits hätte es mit etwas mehr Liebe ein eigenständiger und spannender Teil der Geschichte bleiben können.
Fazit: Eine würdige Neuauflage
Das originale Black Flag gilt mitunter als der beliebteste und beste Teil der Assassin's-Creed-Reihe, und die Neuauflage Resynced erweist ihm alle Ehre. Wer die aktuelle Machart der Reihe mit den offenen Spielwelten und der manchmal zur Beschäftigungstherapie ausartenden Sammelei mag, darf sich auf ein technisch aktuelles Spielvergnügen freuen. Auch das spezielle Spielelement mit den Freibeuterfahrten und Schiffskämpfen auf hoher See funktioniert einwandfrei und macht Resynced aktuell zum vermutlich besten Piratenspiel auf den Konsolen und auf dem PC.
Assassin's Creed: Black Flag Resynced ist auf Playstation, Xbox und PC erschienen und kostet rund 59 Euro






