Epitheloides Angiosarkom: Diese Impfung bekommt Thomas Gottschalk gegen den Krebs

Ein nachdenklicher Thomas Gottschalk engagiert sich für die Wissenschaft und hilft dabei auch sich selbst (Archiv).
dpaGute Nachrichten von TV-Legende Thomas Gottschalk: Nach zwei Operationen und 33 Bestrahlungen gilt der Star nach jüngsten PET-Scans als „momentan krebsfrei“. Das ist in einem Interview bekannt geworden, das der Entertainer erstmals nach acht Monaten Pause gegeben hat. Gottschalk hatte sich im Herbst vorläufig von öffentlichen Auftritten zurückziehen müssen, da er nach seinen Behandlungen angeschlagen war. Inzwischen geht es ihm nach eigenen Worten wieder besser und er kann zwei- bis dreimal die Woche trainieren sowie täglich Koordinationsübungen machen. Dabei hilft ihm laut Interview unter anderem das Zähneputzen mit der linken Hand, um das Gehirn zu trainieren.
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Doch um ein Wiederkehren seiner aggressiven Tumorerkrankung bestmöglich zu verhindern, geht der 76-Jährige nun medizinisch neue Wege. Er nimmt an einer experimentellen Immuntherapie-Studie am Universitätsklinikum Greifswald teil – mit einer Impfung, die ursprünglich für Kinder entwickelt wurde – gegen das epitheloide Angiosarkom, einer seltenen Krebsform, die von den Gefäßen ausgeht.
Was steckt hinter der „Krebs-Impfung“ für Gottschalk?
Klassische Schutzimpfungen verhindern Infektionen. Therapeutische Krebs-Impfungen hingegen trainieren das Immunsystem des Körpers, bereits vorhandene oder verbliebene Tumorzellen gezielt aufzuspüren und zu vernichten.
- Die Gemeinsamkeit: Sowohl beim Neuroblastom (einem Hirntumor) als auch bei Gottschalks Angiosarkom tragen die Krebszellen eine bestimmte Molekülstruktur namens GD2 auf ihrer Oberfläche.
- Der Wirkmechanismus: Das Vakzin präsentiert dem Immunsystem ein künstliches Molekül, das dem GD2 ähnelt. Der Körper lernt dadurch, Antikörper zu bilden, um Krebszellen mit diesem Merkmal direkt zu markieren und zu bekämpfen.
- Der Ablauf: Gottschalk erhält alle zwei Wochen eine Injektion. Geplant sind insgesamt 12 Dosen (acht hat er bereits hinter sich), um den Antikörper-Titer im Blut ausreichend aufzubauen. Gottschalk muss dafür jedes Mal von München nach Greifswald reisen.
„Kinder haben diese böse Krebsart, die Thomas hat, ganz oft. Diese Impfung wurde speziell für Kinder entwickelt (...). Was Kindern hilft, hilft vielleicht auch Thomas. Deswegen probieren wir das aus.“ — Karina Mross (Ehefrau)
Neue Impfungen gegen Krebs
Dass eine in der Kinderonkologie erprobte Immuntherapie nun auch bei Erwachsenen mit seltenen Sarkomen erprobt wird, zeigt das Potenzial individueller Heilversuche und zielgerichteter Krebstherapien. Für Thomas Gottschalk und seine Fans ist die Behandlung vor allem eines: ein starker Hoffnungsanker, damit der Krebs dauerhaft Geschichte bleibt.
Dass er sich sozusagen als „Versuchskaninchen“ an einer Studie für Erwachsene beteiligt, kann langfristig aber auch anderen Patienten helfen und dazu beitragen, dass die neuen Behandlungsmöglichkeiten bekannter werden. Die Krankheit von Gottschalk hat ein hohes Rückfallrisiko und gilt deswegen als besonders gefährlich: „Nach zwei Operationen, 33 Bestrahlungen und drei Wochen Reha bin ich im Moment krebsfrei“, verkündete er. Daran könne sich allerdings jederzeit etwas ändern.