Lungenkrebs
: Robotergestützte Chirurgie ermöglicht präzise Eingriffe

AnzeigeUm Lungenkrebspatienten möglichst schonend und effektiv behandeln zu können, greift das Klinikum Stuttgart auf robotergestützte Chirurgie zurück. Wie Patienten davon profitieren und wie robotergestützte Lungenchirurgie funktioniert.
Von
NPG Digital
Stuttgart
 Modernste Technologie unterstützt Ärzte im Klinikum Stuttgart: Das Da-Vinci-Operationssystem.

Modernste Technologie unterstützt Ärzte im Klinikum Stuttgart: Das Da-Vinci-Operationssystem.

Klinikum Stuttgart/ T. Grosser

Trotz der Fortschritte in der Chemo- und Immuntherapie bleibt die chirurgische Behandlung bei Lungenkrebs ein zentraler Bestandteil der multimodalen Therapie. Diese komplexen Eingriffe erfordern eine langjährige operative und chirurgische Erfahrung sowie eine hohe Qualifikation und Präzision. Im Klinikum Stuttgart kommt bei einem großen Teil der Eingriffe ein OP-Roboter zum Einsatz – was mit großen Vorteilen für die Patienten verbunden ist.

Denn die robotergestützte Chirurgie eröffnet neue operative Möglichkeiten in der Behandlung von Patienten mit malignen Lungenerkrankungen, insbesondere Lungenkrebs und Tumoren des Mittelfellraumes (Mediastinum). In der Klinik für Thoraxchirurgie am Klinikum Stuttgart werden diese Eingriffe von einem Team erfahrener Thoraxchirurgen mit Erfolg durchgeführt.

Wie funktioniert robotergestützte Lungenchirurgie?

Die robotergestützte Lungenchirurgie ist die entscheidende technologische Weiterentwicklung der minimal-invasiven Operationstechniken. Der Operateur steuert die Roboterarme und die darauf montierten Präzisionsinstrumente von einer Konsole aus, wobei kleinste Hand-/Fingerbewegungen des Operateurs direkt in Echtzeit auf die filigranen Instrumente übertragen werden. Diese sogenannten Endowrist-Instrumente simulieren ein menschliches Handgelenk mit deutlich mehr Freiheitsgraden als die menschliche Hand, so dass hierdurch für den Operateur der Eindruck entsteht, er operiere direkt am Zielorgan des Patienten. Über eine hochauflösende Kameratechnologie entsteht ein zehnfach vergrößertes 3D-Bild des Operationsfeldes, so dass dadurch die räumliche Tiefenperzeption verbessert und die Patientensicherheit deutlich erhöht wird.

Anstelle eines großen Schnitts im Brustkorb erfordert die robotergestützte Lungenchirurgie lediglich kleine Zugänge, durch die die Instrumente eingeführt werden. Am Klinikum Stuttgart wird das Da-Vinci-Operationssystem Xi seit mehreren Jahren erfolgreich durch die Klinik für Thoraxchirurgie zur Behandlung von Lungenkrebs eingesetzt.

Dr. Rainer Sätzler, Ärztlicher Direktor der Klinik für Thoraxchirurgie im Klinikum Stuttgart, erläutert: „Wir nutzen die Robotik vor allem für Eingriffe bei Bronchialkarzinomen, also bei Lungenkrebspatienten und bei Patienten mit Mediastinaltumoren wie Thymome und Metastasen. Auf Grund unserer Expertise sind wir in der Lage, drei Lungenkrebsoperationen an einem Tag durchzuführen.“

Inzwischen werden 80 Prozent aller Lungenkrebsoperationen am Klinikum Stuttgart robotergestützt durchgeführt. „Auch für uns Chirurgen, die nicht mehr direkt am Operationstisch stehen müssen, bietet dieses Verfahren eine deutliche körperliche Entlastung“, sagt Dr. Sätzler.

Lungenkrebszentrum des Klinikum Stuttgart verfügt über größte robotische Erfahrung

Als drittgrößtes und von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziertes Lungenkrebszentrum in Baden-Württemberg gehört das Klinikum Stuttgart neben der Thoraxklinik in Heidelberg zu den Kliniken mit der größten robotischen Erfahrung nicht nur in der Region, sondern in ganz Baden-Württemberg.

Bei einer robotergestützten Lungenoperation handelt es sich um einen schondenden Eingriff.

Bei einer robotergestützten Lungenoperation handelt es sich um einen schondenden Eingriff.

Klinikum Stuttgart/ T. Grosser

Minimalinvasiver Eingriff schont Patienten

Patienten profitieren von dieser Operationsmethode in mehrfacher Hinsicht. „Dieses minimalinvasive Verfahren ist deutlich weniger belastend als eine offene Operation“, so Dr. Sätzler. „Es verursacht weniger Schmerzen, ermöglicht eine schnellere Genesung und verkürzt den Krankenhausaufenthalt.“ Noch wichtiger sind jedoch die verbesserten Behandlungsergebnisse. „Wir erreichen eine präzisere Entfernung des Tumors und der Lymphknoten und sehen weniger Komplikationen. Das macht die robotergestützte Chirurgie zu einer besonders sicheren Methode.“

Interdisziplinäre Zusammenarbeit im Lungenzentrum am Klinikum Stuttgart

Patienten mit Lungenkrebs werden am Robert Mayer Lungenzentrum des Klinikum Stuttgart von einem interdisziplinären Team aus verschiedenen Fachbereichen wie Pneumologie, Thoraxchirurgie und Strahlentherapie intensiv betreut. In wöchentlichen Tumorkonferenzen legen die Spezialisten die individuell beste Behandlungsstrategie für jeden Patienten anhand der gültigen Leitlinien und Studienlage fest. Dr. Sätzler betont: „Ein großer Vorteil unseres Hauses ist, dass alle relevanten Fachdisziplinen unter einem Dach vertreten sind. Das ermöglicht reibungslose Abläufe, ohne komplizierte Terminabsprachen oder lange Wartezeiten.“ Das Lungenkrebszentrum ist von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert und erfüllt damit höchste Qualitätsansprüche.

Mit der Einführung der robotergestützten Chirurgie setzt das Klinikum Stuttgart einen weiteren Meilenstein in der modernen Lungenmedizin und bietet seinen Patienten Zugang zu den fortschrittlichsten Behandlungsmethoden. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Seite des Lungenkrebszentrums im Klinikum Stuttgart.