Rheinland-Pfalz: Sommerurlaub zwischen Meisterwerken und Mythen

Die Stadt Worms liegt im südöstlichen Rheinland-Pfalz, direkt am linken Rheinufer. Der Dom St. Peter zu Worms ist der kleinste der drei rheinischen Kaiserdome. Er ist steiler und schlanker konzipiert und etwa hundert Jahre jünger als die Dome in Speyer und Mainz. Er wurde im Wesentlichen von 1130 bis 1181 erbaut.
Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbHVor den Hügeln des Siebengebirges umfließt Vater Rhein als breiter Strom die Inseln Grafenwerth und Nonnenwerth. Dort, wo der Blick auf den Drachenfels besonders schön ist, lädt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck Kunstinteressierte zum Besuch ein. Das historische Bahnhofsgebäude allein ist ein Hingucker und erinnert an die Zeiten, als die ersten Rheintouristen dort eintrafen und auf die Dampfschiffe umstiegen. Unter den Gleisen hindurch, über die noch heute Züge fahren, geht es durch einen kunstvoll gestalteten Tunnel weiter ins moderne Museum. So ist das Arp Museum wohl das einzige Museum in Deutschland mit Gleisanschluss.
Dem Galeristen Johannes Wasmuth ist es zu danken, dass Rolandseck einst zum künstlerischen Zentrum wurde. Er hatte die Idee, ein eigenes Museum für den Nachlass des Dadaisten Hans Arp und seiner Frau Sophie zu bauen, und gewann dafür den New Yorker Architekten Richard Meier. Vom Bahnhof führt ein Tunnel zum Neubau. Mit dem Aufzug geht es im Berg aufwärts. Oben angekommen ist alles Licht und Weite. Wer zum ersten Mal kommt, weiß nicht, woran er sich zuerst satt sehen soll, an der Architektur des Museumsbaus oder an den Meisterwerken. Richard Meier nannte die Wege durch die Gebäude „Promenade Architecturale“. Die großen Glasfronten schaffen eine enge Beziehung zur Rheinlandschaft.

Eine beeindruckende Lichtinstallation von Barbara Trautmann führt entlang eines Tunnels hinzu dem Aufzugsturm, der in den Neubau führt.
Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbHDrei Sammlungsbereiche des Arp-Museums werden in wechselndem Kontext und mit Werken anderer Künstler gezeigt. Die Sammlung Arp zählt allein mehr als 400 Kunstwerke. Die Kunstkammer Rau umfasst 275 Gemälde und Skulpturen. Darunter sind Werke von Antonio Canaletto, Auguste Renoir, Paul Cézanne, Max Liebermann und Claude Monet. Die dritte Sammlung verfügt über 1000 Werke zeitgenössischer Kunst.
Zeitreise durch die älteste Stadt Deutschlands
Eine Reise in die Vergangenheit, bei der die Bilder aus uralter Zeit Realität werden, wünscht sich so mancher Gast, der beim Bummel durch die älteste Stadt Deutschlands an jeder Ecke auf antike Gebäude trifft. Wie mag es zu Zeiten der alten Römer ausgesehen haben? Diesen Wunsch erfüllt der 2,7 Kilometer lange Virtual-Reality-Stadtrundgang „Treverer Code“. Mit dem Blick durch die VR-Brille wird er zu einer Zeitreise von den Ursprüngen der Stadt Trier bis in die Gegenwart.

Der Virtual-Reality-Rundgang "Treverer Code" lässt die antike Stadt wieder lebendig werden. Teilnehmer machen sich mit einem Gästeführer auf den Weg durch Trier an der Mosel – und mit einer VR-Brille. Unterwegs setzen sie an verschiedenen Stationen, wie der Viehmarkt-Therme, die Brille auf und reisen durch tausend Jahre Geschichte.
Jan Malburg/Trier Tourismus und Marketing GmbHDie Tour beginnt im Jahr 56 vor Christus und führt durch hunderte Jahre Stadtgeschichte. In der zweistündigen Führung erleben die Besucher die Gründung der Stadt, ihren Fortschritt unter den Römern und die Kaiserzeit. Start und Ziel ist der mittelalterliche Frankenturm in der Nähe des Hauptmarktes. Zuerst geht es zu den Viehmarktthermen, die lange Zeit unter der Erde verborgen waren. Als 1987 auf dem Viehmarkt eine Tiefgarage gebaut werden sollte, kam die um 80 nach Christus erbaute, mehr als 8000 Quadratmeter große römische Thermenanlage ans Tageslicht. Nächste Station sind die berühmten Kaiserthermen. Der einstige Warmbadesaal ist so groß, dass heute 650 Zuschauer bei Theateraufführungen Platz finden.
In der heute schlichten Konstantinbasilika, die Thronsaal des ersten christlichen römischen Kaisers war, präsentiert der Blick durch die VR-Brille die prächtige Ausschmückung des monumentalen Bauwerks in jener Zeit. Faszinierend ist auch der Blick in die Vergangenheit des Trierer Doms. Die älteste Kirche Deutschlands vereint alle Epochen der europäischen Kunst- und Baugeschichte. Am Ende des Rundgangs ist der „Treverer Code“ entschlüsselt und jeder weiß, wie sich die Stadt „Augusta Treverorum“ zum heutigen Trier entwickelte.

Die Porta Nigra, das Wahrzeichen der Stadt Trier ist seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes. Das frühere römische Stadttor wurde ab 170 nach Christus errichtet und ist das am besten erhaltene römische Stadttor Deutschlands. Der aus dem Mittelalter stammende Name der Porta Nigra wurde wohl von der dunklen Färbung des Stadttors abgeleitet, der durch die Verwitterung des Kordeler Sandsteins entstand.
Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbHDabei darf natürlich auch eine Besichtigung der Porta Nigra nicht fehlen. Als die Römer 170 nach Christus begannen, aus 7200 Sandsteinquadern ein Tor im Norden ihrer „Colonia Augusta Treverorum" aufzubauen, konnten sie nicht ahnen, wie berühmt ihr Werk eines Tages werden würde. Die Porta Nigra gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen.
Mythos der Nibelungen in Worms
Blutrot gefärbtes Wasser sprudelt im Bassin der Wasserspiele im Heylshofgarten im Schatten des gewaltigen Wormser Domes Sankt Peter. Das ist natürlich das Blut des Drachen, den Siegfried, der Held aller deutschen Helden, in der Nibelungensage mutig zur Strecke bringt. Jedes Jahr im Sommer fungiert der Garten der prächtigen Villa Heylshof für zwei Wochen als Theaterfoyer für die Nibelungen-Festspiele. Seit 2002 wird auf der Freilichtbühne vor dem Dom die deutsche Heldensage in allen Variationen inszeniert – in diesem Jahr wird vom 17. Juli bis 2. August das neue Stück „Die Hunnenkönigin" aufgeführt.

Vor der majestätischen Kulisse des Doms finden in Worms alljährlich die Nibelungen-Festspiele statt. Dabei wird er mittelalterliche Sagenstoff immer wieder neu interpretiert. Das Foto entstand bei der Aufführung 2022. Gespielt wurde das Stück „hildensaga. ein königinnendrama“.
Bernward Bertram/Nibelungenfestspiele gGmbH der Stadt WormsNachdem er den Drachen getötet und den riesigen Schatz der Nibelungen erobert hat, kommt der junge Siegfried aus Xanten an den Königshof von Worms, um Kriemhild zu heiraten. So beginnt der Teil der Nibelungensage, die sich in Worms zuträgt. Es endet nicht gut: Siegfried stirbt, der Schatz landet im Rhein und tauchte seither nicht wieder auf.
Ein Festspielbesuch in Worms beginnt aber nicht erst am Abend. Die Besucher können sich schon am Nachmittag auf die Spuren der Nibelungensage begeben: Während der Festspiele finden in Worms täglich um 15 Uhr öffentliche Stadtführungen rund um die Sage statt. Bis zur Abendvorstellung ist dann immer noch genug Zeit, um durch die Stadt und die schöne Platanenallee im Rosengarten am Rheinufer zu schlendern. Dort versenkt der in Bronze gegossene Hagen den legendären Goldschatz im Rhein.
„Goldene Momente" in Rheinland-Pfalz:
Ob Kulturevents, Stadterlebnis oder besondere Museen – mehr an Inspiration zu Urlaubszielen, Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen bietet die Webseite von Rheinland-Pfalz-Tourismus.
Die „Rheinland-Pfalz erleben"-App:
Die „Rheinland-Pfalz erleben"-App ist sowohl für Kultur- als auch für Outdoorfans ein guter Urlaubsbegleiter. Hier können Sehenswürdigkeiten, Einkehrmöglichkeiten und Veranstaltungen sowie Wander- und Radtouren vor der Reise recherchiert und für den Urlaub gespeichert werden. Heruntergeladen werden kann die App auf der Webseite von Rheinland-Pfalz-Tourismus.
Das Reiseziel Rheinland-Pfalz auf Social Media:
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