Aktienmarkt
: Warum fällt der Goldpreis? – Das steckt dahinter

Der Goldpreis fällt weiter und liegt wieder knapp unter der wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar. Ein stärkerer Dollar, Gewinnmitnahmen und die Unsicherheit über die US-Zinspolitik belasten den Kurs.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Der Goldpreis steigt wieder über 5.000 US-Dollar. Erfahren Sie, welche Faktoren den Kurs des Edelmetalls nach einer turbulenten Phase beflügelt haben.

Warum fällt der Goldpreis aktuell? Ein starker US-Dollar und die bevorstehende Fed-Entscheidung belasten den Kurs. Das steckt hinter dem Preisrückgang.

Volodymyr TVERDOKHLIB / Shutterstock.com

Der Goldpreis setzt seinen Abwärtstrend am Dienstag, dem 27. Oktober, fort. Am Morgen kostete eine Feinunze Gold rund 3.990 US-Dollar. Damit ist auch die psychologisch wichtigen Marke von 4.000 Dollar erneut durchbrochen. Ob dies nachhaltig ist, wird sich noch zeigen müssen.

Warum fällt der Goldpreis aktuell?

Am Mittwoch entscheidet die Fed über den Leitzins. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Zinsband unverändert bei 3,75 bis 4,00 Prozent bleibt, liegt laut den Prognoseplattformen aktuell bei rund 90 Prozent. Ein sicherer Entscheid also. Bei dem aktuell stark spekulativ gehandelten Edelmetall spielen allerdings auch Nuancen eine Rolle. Denn auch, wenn ein gleichbleibender Zinssatz als ausgemacht gilt, gibt es auch eine geringe Wahrscheinlichkeit für einen sich ändernden Zinssatz und dieser liegt höher. Wenn sich der Zinssatz also im unwahrscheinlichen Falle ändern sollte, wird er steigen. Und genau diese Wahrscheinlichkeit ist laut Fed-Watch um knapp 3 Prozent über Nacht gestiegen. Der Markt reagiert, denn Gold wirft selbst keine Zinsen ab. Steigen die Leitzinsen, bieten beispielsweise Anleihen oder Tagesgeld höhere Renditen. Kapital kommt in Bewegung. Entscheidend für den weiteren Kurs dürften deshalb nun vor allem die Aussagen zur weiteren Zinspolitik am morgigen Mittwoch sein. Neue Impulse könnten zudem die am Donnerstag anstehenden US-Inflationsdaten liefern.

Kann sich der Goldpreis wieder erholen?

Entscheidend dürfte zunächst die Marke von 4.000 Dollar sein. Fällt der Preis nachhaltig darunter, könnten weitere Verkäufe folgen. Hält die Unterstützung dagegen, wäre eine Stabilisierung möglich. In der Vergangenheit hat sich die 4.000-Dollar-Marke als äußerst stabil erwiesen. Seit etwa einem Jahr fiel der Kurs immer wieder an diese Schwelle, die sich anschließend als Boden herausstellte.

Langfristig gibt es weitere Faktoren, die Gold stützen. Dazu zählen die hohe Nachfrage der Zentralbanken und die Bemühungen verschiedener Staaten, ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren. Allein im zweiten Quartal kauften Zentralbanken weltweit netto 289 Tonnen Gold. Die Investmentbank Goldman Sachs hält deshalb einen Anstieg auf bis zu 5.400 US-Dollar je Feinunze bis Ende 2027 für möglich.