Andreas W. Herb schreibt Brandbrief
: „Kann es nicht mehr ertragen“ – TV‑Löwe rechnet mit Lars Klingbeil ab

Der Unternehmer und „Höhle der Löwen“-Investor Andreas W. Herb erregt mit einer öffentlichen Attacke auf die Bundespolitik Aufsehen.
Von
Jonas Schöll
Stuttgart
 „Höhle der Löwen“-Star rechnet mit Politik von Lars Klingbeil ab

Der Unternehmer Andreas W. Herb (links) geht mit einem offenen Brief auf den SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil (rechts) los.

Tim Bruns/RTL/dpa
  • Unternehmer Andreas W. Herb kritisiert in offenem Brief SPD-Chef Lars Klingbeil.
  • Er fordert staatliches Sparen vor neuen Einnahmen und einen nachvollziehbaren Sparplan.
  • Begründung: Unternehmen müssten bei steigenden Kosten priorisieren – der Staat solle es ebenso tun.
  • Instagram-Post erreicht über 95.000 Likes, Reaktionen reichen von Lob bis Kritik am Ansatz.
  • Detail mit Symbolkraft: unterschriebener Brief mit Wachssiegel und Parfüm für Klingbeils Büro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es sind deutliche Worte, die Andreas W. Herb wählt. Der Unternehmer – bekannt durch die VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ – hat sich mit einem emotionalen Brandbrief an den SPD-Parteivorsitzenden und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil gewandt. Seine Botschaft: Der Staat müsse erst bei sich selbst sparen, bevor er die Bürger und Unternehmen weiter belastet.

In einem auf Instagram veröffentlichten Beitrag, der bereits über 95.000 Likes und tausende Kommentare gesammelt hat, macht der Chef der MBG Group, zu der Marken wie Salitos und Effect Energy gehören, seinem Ärger Luft. „Ich schreibe Ihnen nach 33 Jahren als Unternehmer und mit Verantwortung für über 300 Familien“, leitet Herb sein Schreiben ein. Er könne die aktuelle Art der Finanzpolitik „zunehmend nicht mehr ertragen“.

TV-Löwe stellt unbequeme Fragen

Herb wirft der Regierung – und adressiert dabei direkt Lars Klingbeil – vor, bei finanziellen Engpässen reflexartig nach neuen Einnahmen zu suchen, statt die eigenen Ausgaben zu hinterfragen. In der Wirtschaft gelte ein anderer Maßstab: Wenn die Kosten steigen, müsse man priorisieren und effizienter werden. Der Staat hingegen nutze oft „wohlklingende Deckmäntel“ wie Umwelt, Nachhaltigkeit oder soziale Verantwortung, um Bürgern und Unternehmen tiefer in die Tasche zu greifen.

Die Höhle der Löwen - Vox: HANDOUT - 01.09.2026, NA, Köln: Die Löwen Carsten Maschmeyer (l-r), Frank Thelen, Janna Enstahler, Andreas W. Herb und Ralf Dümmel, Gründerpaar Elke Osthoff und Marlon Osthoff (v.hinten) - Ausschnitt aus Folge 175 der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" - die 20. Staffel startet am 20.09.2026 bei Vox
+++ Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf RTL+ gestattet. +++ Foto: -/RTL/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eigentlich ist der Paderborner Unternehmer Andreas W. Herb (2. v. r.) vor allem für kühle Drinks bekannt. In der neuen Staffel von „Die Höhle der Löwen“ sorgt er als TV-Investor für Aufsehen.

-/RTL/dpa

Besonders eine Frage brennt dem Investor unter den Nägeln: „Wo sparen Sie selbst – in welcher Höhe und bis wann?“ Bevor über neue Steuern oder Abgaben gesprochen werde, verlangt Herb einen „nachvollziehbaren Sparplan“ der Bundesregierung. Unternehmen seien keine „unerschöpfliche Quelle“.

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In einem weiteren Video ist zu sehen, wie Herb das Dokument unterschreibt, mit einem roten Wachssiegel versieht und es schließlich mit Parfüm besprüht. „Es soll ja auch gut duften im Büro von Lars Klingbeil“, kommentiert er die Aktion süffisant. Er sei gespannt auf die Reaktion des SPD-Politikers, denn er könne es nicht mehr ertragen, dass dieser „jeden dritten Tag mit irgendeiner Geschichte um die Ecke kommt“.

Hitzige Debatten in den sozialen Medien

Im Netz findet Herbs Beitrag ein großes Echo. Während Rapper Massiv die Aktion lobt und zahlreiche User von einem „starken Statement“ sprechen, gibt es auch kritische Stimmen. Einige Nutzer weisen darauf hin, dass der Bundeshaushalt öffentlich einsehbar sei und man dort genau nachlesen könne, wofür Geld ausgegeben werde.

Andere Kommentatoren bringen eigene Sparvorschläge ein: „Dieselsubventionen streichen, Dienstwagenprivileg einkürzen [...] Steuereinsparungen sind immer eine Frage der Perspektive“, gibt ein User zu bedenken. Ob Lars Klingbeil auf die parfümierte Post aus Paderborn antworten wird, bleibt abzuwarten.