Auch in Baden-Württemberg: Verdacht auf Sozialbetrug in Millionenhöhe: Razzien in neun Bundesländern

In neun Bundesländern hat der Zoll am Mittwoch Unternehmen und Wohnungen wegen mutmaßlichen Sozialbetrugs in großem Stil durchsucht (Archivfoto).
Axel Heimken/dpa- Zoll durchsuchte 76 Objekte in neun Bundesländern wegen mutmaßlichem Sozialbetrug.
- Mindestens 1,3 Mio. Euro Schaden für Sozialkassen – Ermittlungen aus Landshut.
- Verdacht gegen sieben Männer aus der Baubranche, teils mit Scheinfirmen-Rechnungen.
- Ziel: Schwarzlohnzahlungen und Einsparung von Sozialabgaben und Steuern – ein U-Haft.
- Gefunden wurden Unterlagen, Datenträger, Handys sowie gefälschte Papiere und verbotene Gegenstände.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In neun Bundesländern hat der Zoll am Mittwoch Unternehmen und Wohnungen wegen mutmaßlichen Sozialbetrugs in großem Stil durchsucht. Den Sozialkassen sei ein Schaden von mindestens 1,3 Millionen Euro entstanden, teilte das Hauptzollamt im bayerischen Landshut mit. Verdächtigt werden sieben Männer aus der Baubranche, die Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen haben sollen.
Dazu sollen sie Rechnungen von Scheinfirmen erstellt oder benutzt haben, wie der Zoll ausführte. Das Geschäftsmodell sah demnach so aus, dass Belege über angeblich erbrachte Leistungen gekauft oder verkauft wurden, die in Wirklichkeit nicht erbracht wurden. So sei ein Geldkreislauf geschaffen worden, um Arbeiter schwarz zu bezahlen und Sozialabgaben und Steuern zu sparen.
400 Zöllnerinnen und Zöllner bei Razzia im Einsatz
Der Zoll in Landshut ermittelte seit mehreren Monaten zusammen mit der Staatsanwaltschaft, anderen Hauptzollämtern und der Steuerfahndung in Berlin. Bei der Razzia am Mittwoch waren 400 Zöllnerinnen und Zöllner im Einsatz. Durchsucht wurden den Angaben zufolge 76 Objekte in Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen, Brandenburg und Bremen.
Bei den Verdächtigen handelt es sich um sieben Männer zwischen 25 und 54 Jahren. Sechs von ihnen seien Serben, einer habe eine unbekannte Staatsangehörigkeit. Einer von ihnen kam in Untersuchungshaft. Verdächtigt werden sie wegen des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und der Beihilfe dazu.
Der Zoll beschlagnahmte geschäftliche Unterlagen, Datenträger und Handys, die nun ausgewertet werden sollen. Außerdem wurden Zeugen vernommen. Als sogenannte Zufallsfunde beschlagnahmten die Beamten den Angaben zufolge gefälschte Ausweispapiere und verbotene Gegenstände. Sie hätten bei den Razzien außerdem mehrere Arbeitnehmer ohne gültigen Aufenthaltstitel angetroffen.