Bitcoin über 80.000 Dollar gestiegen: Das sind die Gründe

Bitcoin
Fernando Gutierrez-Juarez/dpaDer Bitcoin hat erstmals seit rund drei Monaten wieder die Marke von 80.000 US-Dollar überschritten. Am Dienstagvormittag stieg der Kurs zeitweise auf mehr als 81.000 US-Dollar. Innerhalb einer Woche legte die Kryptowährung damit um rund 15.000 US-Dollar zu. Hinter der Rally stehen mehrere Faktoren.
Trump-Treffen sorgt für neue Krypto-Hoffnungen
Für Rückenwind sorgte unter anderem ein Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Vertretern der Kryptobranche. Anleger hoffen dadurch auf eine kryptofreundlichere Regulierung in den USA. Trump setzt sich für Fortschritte bei einem Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen ein. Klare und weniger restriktive Regeln könnten den Markt für institutionelle Investoren attraktiver machen und das Vertrauen in den Sektor stärken.
US-Anleihekäufe schwächen den Dollar
Ein weiterer Treiber kommt vom US-Anleihemarkt. Das US-Finanzministerium will seine Rückkäufe lang laufender Staatsanleihen ab September von zwei auf vier Milliarden US-Dollar je Transaktion erhöhen. Die Maßnahme kann die Renditen lang laufender Staatsanleihen drücken und gleichzeitig den US-Dollar belasten. Davon profitieren Anlagen außerhalb des klassischen Fiat-Systems – darunter Gold und Bitcoin. Zudem wächst bei einigen Anlegern die Sorge über die langfristige Tragfähigkeit der hohen US-Staatsverschuldung. Bitcoin wird in diesem Umfeld zunehmend als alternatives Wertaufbewahrungsmittel betrachtet.
Short-Squeeze verstärkt die Kursbewegung
Zusätzlichen Schwung erhielt die Rally durch sogenanntes Short-Covering. Anleger, die auf fallende Bitcoin-Kurse gesetzt hatten, mussten ihre Positionen bei steigenden Kursen teilweise schließen und dafür Bitcoin kaufen. Diese Käufe können eine Aufwärtsbewegung zusätzlich beschleunigen. Zusammen mit institutioneller Nachfrage entstand so eine Dynamik, die den Bitcoin-Kurs innerhalb kurzer Zeit deutlich nach oben trieb.
Breiter Kryptomarkt zieht mit
Auch andere Kryptowährungen profitierten von der positiven Stimmung. Besonders stark entwickelte sich Solana mit einem Tagesplus von rund sechs Prozent. Neben der allgemeinen Markterholung sorgte dort die Ankündigung für Fantasie, die Blockzeit des Netzwerks von 400 auf 200 Millisekunden zu reduzieren. Ethereum legte ebenfalls zu, wenn auch deutlich moderater.
US-Geldpolitik bleibt entscheidend
Trotz der Rally bleibt die Geldpolitik der US-Notenbank der wichtigste Risikofaktor. Höhere Zinsen machen sichere Anlagen attraktiver und belasten in der Regel spekulativere Anlageklassen wie Kryptowährungen. Entsprechend richtet sich der Blick nun auf die kommenden US-Inflationsdaten und auf Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium. Schwächere Inflationsdaten könnten Bitcoin weiter stützen, während überraschend hohe Werte die Rally ausbremsen könnten. Trotz des Sprungs über 80.000 US-Dollar liegt Bitcoin weiterhin deutlich unter seinem Jahreshoch von knapp 98.000 US-Dollar. Ob sich der aktuelle Anstieg zu einem nachhaltigen Aufwärtstrend entwickelt, dürfte daher vor allem von der weiteren Geldpolitik und den makroökonomischen Daten abhängen.
