Börse
: Warum fällt der Goldpreis? - Das steckt dahinter

Der Goldpreis fällt am Mittwoch deutlich. Überraschend hohe US-Inflationszahlen schüren Zinssorgen und setzen das Edelmetall weiter unter Druck.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Goldbarren: ARCHIV - 04.04.2009, Hessen, Frankfurt\Main: Goldbarren lagern in einem Tresor der Deutschen Börse AG. (zu dpa: «Rekordjagd beim Goldpreis - kein Ende in Sicht») Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Warum fällt der Goldpreis? Hohe US-Inflation und steigende Zinserwartungen setzen Gold unter Druck. Die Gründe für den aktuellen Kursrückgang.

Frank Rumpenhorst/dpa

Der Goldpreis ist am Mittwoch den dritten Handelstag in Folge gefallen. An der Börse in London sank der Preis für eine Feinunze Gold (rund 31,1 Gramm) zeitweise auf 4.079 US-Dollar. Gegen 16:03 Uhr notierte das Edelmetall bei 4.093,29 US-Dollar und damit 1,68 Prozent unter dem Vortagesniveau. Noch zu Beginn der Woche hatte Gold bei mehr als 4.200 US-Dollar gelegen. Die jüngsten Verluste setzen damit den Abwärtstrend fort, der den Goldmarkt bereits seit mehreren Monaten prägt.

US-Inflation belastet den Goldpreis

Der wichtigste Grund für den aktuellen Preisrückgang sind neue Inflationsdaten aus den USA. Dort sind die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,7 Prozent gestiegen. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg von 3,6 Prozent gerechnet. Die überraschend hohe Teuerungsrate deutet darauf hin, dass der Inflationsdruck in den USA weiterhin anhält. Das könnte die US-Notenbank vor zusätzliche Herausforderungen stellen. An den Finanzmärkten nehmen deshalb die Spekulationen zu, dass weitere Zinserhöhungen notwendig werden könnten, um die Inflation einzudämmen.

Warum höhere Zinsen schlecht für Gold sind

Steigende Zinsen machen Gold für Anleger tendenziell weniger attraktiv. Der Grund: Anders als beispielsweise Staatsanleihen wirft das Edelmetall keine laufenden Zinsen ab. Wenn die Aussicht auf höhere Zinsen zunimmt, gewinnen verzinsliche Anlagen an Attraktivität. Anleger setzen deshalb verstärkt auf Staatsanleihen, während die Nachfrage nach Gold nachlässt. Genau dieser Zusammenhang belastet den Goldpreis derzeit. Die höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationszahlen haben die Zinserwartungen verstärkt und damit den Verkaufsdruck auf das Edelmetall erhöht. Auch an den US-Terminmärkten machte sich die Entwicklung bemerkbar. Im frühen Handel fielen die New Yorker Gold-Futures um 1,5 Prozent auf 4.114,10 US-Dollar je Feinunze.

Goldpreis hat seit Januar rund ein Viertel verloren

Der aktuelle Kursrückgang ist Teil einer länger anhaltenden Abwärtsbewegung. Ende Januar 2026 hatte der Goldpreis noch ein Rekordhoch von über 5.400 US-Dollar je Feinunze erreicht. Seitdem hat das Edelmetall trotz zwischenzeitlicher Erholungsphasen deutlich an Wert verloren. Gemessen am Rekordstand beträgt der Rückgang mittlerweile rund 25 Prozent.

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