Börse: Warum ist die Renk-Aktie gefallen?

Die Renk-Aktie verliert trotz voller Auftragsbücher deutlich an Wert. Erfahren Sie, welche Entwicklungen den Kursrückgang ausgelöst haben.
T. Schneider / shutterstock.comDie Renk-Aktie ist zuletzt deutlich unter Druck geraten. Zur Mitte der Handelswoche liegt der Kurs aktuell bei knapp 46,50 Euro und verlor damit im 7-Tages-Vergleich rund 10 Prozent. Hinter der Schwäche stehen mehrere Faktoren.
Übernahmefantasie lässt nach
Ein wichtiger Belastungsfaktor sind nachlassende Spekulationen über eine mögliche Übernahme von Renk. Solche Hoffnungen hatten den Kurs zuvor gestützt. Werden konkrete Übernahmesignale unwahrscheinlicher, fällt ein Teil dieser Fantasie aus der Bewertung heraus.
KNDS reduziert Beteiligung
Für zusätzliche Unsicherheit sorgt der Großaktionär KNDS. Der Rüstungskonzern hat seinen Anteil an Renk von 15,83 auf 10,03 Prozent reduziert. Anleger fragen sich nun, ob weitere Verkäufe folgen könnten. Gleichzeitig könnte ein weiterer Rückzug von KNDS Renk grundsätzlich für andere Interessenten attraktiver machen. Namen wie Rheinmetall, General Dynamics oder BAE Systems werden am Markt diskutiert, konkrete Übernahmepläne gibt es bislang aber nicht.
Gewinn je Aktie gesunken
Auch die jüngsten Zahlen waren nicht ausschließlich positiv. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal zwar leicht auf 353,59 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie sank jedoch von 0,30 Euro im Vorjahresquartal auf 0,15 Euro. Gerade nach den zuvor hohen Erwartungen an Rüstungsaktien reagieren Anleger empfindlich auf schwächere Ergebnisentwicklungen.
Aktie weit unter dem Jahreshoch
Mit Kursen um 46 bis 47 Euro liegt die Renk-Aktie inzwischen rund 48 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von gut 90 Euro. Nach dem starken Anstieg der vergangenen Jahre steht deshalb auch die Bewertung stärker im Fokus. Eine aktuelle Analysteneinschätzung mit einem Kursziel von 48 Euro signalisiert zudem nur begrenztes kurzfristiges Aufwärtspotenzial.
Operativ bleibt Renk solide
Eine grundlegende operative Schwäche ist dennoch nicht erkennbar. Renk verfügt über einen Auftragsbestand von rund 7,4 Milliarden Euro, die bereinigte EBIT-Marge ist gestiegen und die Jahresprognose wurde bestätigt. Zusätzliche Wachstumschancen bietet die geplante Übernahme von David Brown Defence. Der Abschluss wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.
