Bosch streicht Jobs in der Schweiz: Fertigung wird nach Ungarn verlegt

Bosch streicht Stellen in der Schweiz.
dpaBei der Schweizer Tochter Scintilla baut der Stuttgarter Autozulieferer Bosch Stellen ab: 330 Jobs in Solothurn werden bis Mitte 2016 gestrichen. Produziert wird künftig in Ungarn.
Solothurn/Stuttgart - Der Autozulieferer Bosch streicht rund 330 Arbeitsplätze in der Fertigung in Solothurn in der Schweiz. Die dortige Produktion für Elektrowerkzeuge zur Holz- und Oberflächenbearbeitung soll bis Mitte 2016 stufenweise eingestellt werden, wie am Donnerstag bekanntwurde. Dem fallen etwa die Hälfte der derzeit rund 600 Stellen bei der Schweizer Tochter Scintilla AG zum Opfer. Die Geräte sollen künftig in dem Werk im ungarischen Miskolc hergestellt werden. Betriebsbedingte Kündigungen ließen sich voraussichtlich nicht ausschließen.
„Leider ist jedoch eine wirtschaftliche Fertigung der Werkzeuge zur Holz- und Oberflächenbearbeitung in Solothurn nicht mehr möglich“, sagte der Geschäftsführer der Elektrowerkzeugsparte Bosch Power Tools, Henning von Boxberg. Der Wettbewerbsdruck im Geschäft mit Elektrowerkzeugen zur Holzbearbeitung habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Zudem wirke sich der Wechselkurs des Schweizer Franken negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Werks aus. Schweizer Medien hatte Bosch bereits Anfang der Woche über die Pläne informiert.
Die Bosch-Gruppe beschäftigt in der Schweiz mehr als 3200 Mitarbeiter an 25 Standorten. Der Konzern hatte im April einen harten Sparkurs angekündigt. Das Aus der Solarsparte mit gut 3000 Mitarbeitern war erst der erste Schritt. Auch in Deutschland hat Bosch mit dem Betriebsrat Regeln für eine flexiblere Reduzierung von Arbeitszeit und Einkommen ausgehandelt. Dadurch sollen Umsatzrückgänge von bis zu 20 Prozent abgefedert werden können.