E10 erreicht neuen Höchststand
: Warum sind die Spritpreise wieder so hoch?

Die Spritpreise klettern seit Tagen wieder nach oben. Doch was ist die Auslöser für die Preissprünge?
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Spritpreise: PRODUKTION - 28.08.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Auf einem Preisschild an einer Tankstelle werden die aktuellen Preise für Kraftstoffe angezeigt. (zu dpa: «Steigende Energiepreise treiben Inflation auf 2,9 Prozent») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Tanken wird immer teurer.

Bernd Weißbrod/dpa

Autofahrer in Deutschland müssen an der Tankstelle wieder tief in die Tasche greifen. Besonders Benzin hat sich zuletzt deutlich verteuert. Im August kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,145 Euro. Damit wurde beim Monatsdurchschnitt ein neuer Höchststand erreicht. So teuer war E10 im Mittel eines ganzen Monats noch nie.

Auch Anfang September bleibt die Lage angespannt. Nach aktuellen Zahlen des ADAC kostete Super E10 am 2. September bundesweit durchschnittlich 2,183 Euro je Liter. Innerhalb einer Woche stieg der Preis damit um 2,8 Cent. Diesel entwickelte sich dagegen leicht in die andere Richtung. Ein Liter kostete im Schnitt 2,232 Euro und damit 1,6 Cent weniger als in der Vorwoche.

Die höchsten je gemessenen Preise

Trotz des neuen Rekords beim Monatsdurchschnitt wurde der höchste jemals gemessene Tagespreis für Super E10 noch nicht geknackt. Dieser stammt vom 14. März 2022. Damals lag der bundesweite Tagesdurchschnitt bei 2,203 Euro je Liter. Anfang April 2026 kam E10 diesem Wert allerdings bereits sehr nahe. Am 6. April wurden knapp 2,20 Euro erreicht.

Bei Diesel wurde der historische Höchststand bereits in diesem Jahr überschritten. Anfang April schoss der Preis an mehreren Tagen auf neue Rekordwerte. In der Spitze kostete ein Liter im bundesweiten Tagesdurchschnitt rund 2,45 Euro. Inzwischen liegt der Dieselpreis wieder etwas darunter, bleibt aber auf einem sehr hohen Niveau.

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Warum ist der Sprit so teuer?

Ein Grund für die hohen Kraftstoffpreise ist die Entwicklung am Ölmarkt. Erneute militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran haben den Rohölpreis zuletzt deutlich steigen lassen. Die für Europa wichtige Sorte Brent kostete Anfang September rund 95 US Dollar je Barrel. Das waren etwa acht Prozent mehr als eine Woche zuvor.

Für den ADAC reicht der höhere Ölpreis allerdings nicht als Erklärung aus. Der Verkehrsclub verweist darauf, dass sich Benzin und Diesel zuletzt unterschiedlich entwickelt haben. Während E10 trotz des bereits hohen Preisniveaus deutlich teurer wurde, ging der Dieselpreis leicht zurück. Nach Einschätzung des ADAC sind die Kraftstoffpreise in Deutschland deshalb weiterhin zu hoch.

Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, wie außergewöhnlich das derzeitige Niveau ist. 2022 galt bislang als das teuerste Tankjahr überhaupt. Damals kostete Super E10 im Jahresdurchschnitt 1,860 Euro je Liter. Diesel kam auf durchschnittlich 1,946 Euro. 2025 lagen die Preise noch deutlich darunter. E10 kostete im Jahresmittel rund 1,69 Euro und Diesel etwa 1,61 Euro.

Seit Anfang 2026 hat sich das Bild deutlich verändert. Im Januar lag der Monatsdurchschnitt für E10 noch bei 1,739 Euro. Im März waren es bereits 2,022 Euro, im April 2,109 Euro. Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung stieg der Preis im Juli wieder auf 2,099 Euro und erreichte im August schließlich den Rekordwert von 2,145 Euro.

Kann man trotzdem sparen?

Wer beim Tanken zumindest etwas sparen möchte, sollte nach Angaben des ADAC vor allem auf den Zeitpunkt achten. Seit der Änderung der Preisregeln dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Dadurch hat sich auch der günstigste Zeitpunkt zum Tanken verschoben. Besonders preiswert ist es laut einer Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen derzeit kurz vor 12 Uhr. Danach steigen die Preise zunächst deutlich an.

Außerdem lohnt es sich, die Preise verschiedener Tankstellen zu vergleichen. Schon innerhalb einer Stadt können mehrere Cent Unterschied pro Liter zusammenkommen. Besonders teuer sind häufig Tankstellen direkt an Autobahnen. Für Autofahrer dürfte sich der Preisvergleich angesichts von mehr als zwei Euro pro Liter daher stärker bemerkbar machen als noch vor einigen Monaten.