ADAC-Warnung
: E10 auf Rekordniveau – wenn der Tank 100 Euro kostet

US-Präsident Donald Trump hat den schon für beendet erklärten Irankrieg wieder angefacht. Die Folgen an der Zapfsäule sind drastisch.
Von
Michael Maier/dpa
München
Spritpreise (Symbolfoto): ARCHIV - 18.03.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Graal-Müritz: An einer Zapfsäule an einer Tankstelle hängen die Tankschläuche der Kraftstoffe Superbenzin (l-r), Super E10 und Diesel. (zu dpa: «Ölpreise steigen nach Militärschlägen im Iran-Krieg») Foto: Philip Dulian/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Steigende Spritpreise (Symbolfoto).

Philip Dulian/dpa
  • E10 erreicht einen neuen nominalen Rekord: 2,215 Euro je Liter am Mittwoch.
  • ADAC meldet Überschreiten des bisherigen Höchstwerts von 2,203 Euro aus März 2022.
  • Gründe sind der wieder aufgeflammte Irankrieg und höhere Rohölpreise – plus Rhein-Niedrigwasser.
  • E10 bleibt günstiger als Super E5, meist um 5 bis 6 Cent; Tanken ist deutlich teurer.
  • Tankrabatt lief von Anfang Mai bis Ende Juni, Neuauflage abgelehnt; Inflation stieg im August auf 2,9 Prozent.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem Wiederaufflammen des Irankriegs hat der Preis für Superbenzin der Sorte E10 einen Höchststand erreicht. Der Preis für einen Liter stieg am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt auf 2,215 Euro und übertraf damit den bisherigen Rekord von 2,203 Euro aus dem März 2022, wie der ADAC auf Anfrage am Donnerstag mitteilte. Es handelt sich um einen neuen nominellen Preisrekord. Inflationsbereinigt war Benzin in der Vergangenheit schon teurer als heute, so etwa im Jahr 2012. Die USA hatten vor wenigen Tagen ihre Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen, der mit Gegenangriffen reagierte. Die neuerliche Eskalation hat die Rohölpreise wieder in die Höhe getrieben.

Auch das Niedrigwasser am Rhein machte sich zuletzt in den Preisen bemerkbar, da es die Transportkosten erhöhte. E10 ist die günstigste gängige Benzinsorte in Deutschland. In der Regel ist sie 5 bis 6 Cent billiger als Super E5, das weniger Biosprit enthalten darf.

Tanken ist teuer geworden. (Archivbild)

Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Keine neue Spritpreisbremse?

Hohen Spritpreisen folgen häufig Rufe nach Entlastung der Autofahrer. Von Anfang Mai bis Ende Juni galt ein Tankrabatt in Höhe von 16,7 Cent pro Liter, der den Bund nach einer Schätzung des Finanzministeriums rund 1,6 Milliarden Euro kostete. Eine Neuauflage hat die Bundesregierung bislang abgelehnt – im Unterschied zu einigen Nachbarländern. Über die steigenden Dieselpreise wird deswegen eine höhere Inflation befürchtet. Die Inflation war im August wegen des Irankriegs insgesamt wieder auf 2,9 Prozent gestiegen.

ADAC sieht Tankfüllung bei über 100 Euro

Wenn eine Tankfüllung deutlich über 100 Euro kostet, schmerzt das natürlich die Autofahrer. Deshalb warnt der ADAC vor weiteren Steigerungen. Vor allem das Transportgewerbe steht wieder einmal mit dem Rücken zur Wand. So mussten in ländlichen Gebieten schon vereinzelt Buslinien wegen mangelnder Rentabilität stillgelegt werden – es trifft also nicht die Autofahrer allein, sondern auch den ÖPNV und die Konsumenten über die Inflation. Und Speditionen wie die traditionsreiche Firma Willi Betz aus Baden-Württemberg mussten Insolvenz anmelden.

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Andere Kostenfaktoren wie der Wertverlust bei neueren Autos sind indes teilweise deutlich größer als die reinen Spritkosten für private Fahrzeugbesitzer. In der aktuellen Autokosten-Statistik des ADAC erreichen nur sehr wenige Autos Kilometerkosten von weniger als 40 Cent pro Kilometer. Wobei die Abschreibung aber ohnehin greift – egal, ob man fährt oder nicht. Die sogenannte „Vollkostenrechnung“ bildet daher nur einen Teil der Realität ab.