Edelmetalle: Warum fällt der Goldpreis? - Das steckt dahinter

Goldpreis aktuell bei 4.375 US-Dollar: Das Edelmetall hat seit vergangenem Freitag rund 5 Prozent verloren. Anleger blicken auf die weiteren Marktsignale.
Frank Rumpenhorst/dpa-mag/dpaGold kostet aktuell 4.375 US-Dollar und liegt damit rund 5 Prozent unter dem Niveau vom vergangenen Freitag. Auslöser der Korrektur sind vor allem veränderte Erwartungen an die Geldpolitik in den USA.
Neue Zinssignale belasten Gold
Der neue Fed-Chef Kevin Warsh hat in seiner Rede in Jackson Hole darauf hingewiesen, dass die Notenbank „noch Arbeit vor sich“ habe, falls die Inflation nicht überzeugend zum Zwei-Prozent-Ziel zurückkehre. Am Terminmarkt stieg daraufhin die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September deutlich. Für Gold ist diese Entwicklung ungünstig. Das Edelmetall wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. Steigende Zinserwartungen erhöhen damit den Anreiz für Anleger, verzinste Anlagen wie Staatsanleihen zu halten.
Realrenditen rücken in den Fokus
Entscheidend sind dabei die Realrenditen, also Zinsen nach Abzug der Inflation. Rechnet der Markt mit höheren Leitzinsen, können auch die Realrenditen steigen. Dadurch erhöhen sich die Opportunitätskosten für eine Anlage in Gold und der Preis gerät unter Druck. Der Markt hatte zuvor über längere Zeit eher Zinssenkungen erwartet. Die nun veränderte Einschätzung zwingt Anleger dazu, diese Erwartungen neu zu bewerten.
Ölpreis stützt die Zinserwartung
Auch die jüngste Eskalation im Umfeld des Persischen Golfs konnte den Goldpreis nicht stützen. Steigende Ölpreise verschärfen vielmehr die Inflationsthematik. Das kann wiederum die Erwartung höherer Zinsen untermauern und belastet Gold zusätzlich.
Arbeitsmarktdaten werden wichtig
In den kommenden Tagen richten sich die Blicke auf neue US-Konjunkturdaten und insbesondere auf den Arbeitsmarktbericht. Ein schwacher Bericht könnte die Zinserwartungen erneut verändern. Bis dahin bleibt der Goldpreis stark von den Signalen der US-Notenbank abhängig.
