Edelmetalle: Warum fällt der Goldpreis? - Das steckt dahinter

Der Goldpreis fällt am Montag auf rund 4.266 US-Dollar. Anleger warten gespannt auf die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank.
Volodymyr TVERDOKHLIB / Shutterstock.comAm Montag kostet eine Feinunze Gold rund 4.260 US-Dollar. Damit liegt der Preis etwa 3 Prozent niedriger als zum Vorwochenschluss. Während geopolitische Spannungen im Nahen Osten normalerweise stützend wirken können, dominieren aktuell die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik.
Zinsfantasie belastet Gold
Am Markt wächst die Erwartung, dass die US-Notenbank ihre Zinsen in dieser Woche um 0,25 Prozentpunkte anheben könnte. Nach den jüngsten Inflationsdaten wird die Wahrscheinlichkeit hierfür mit rund 86 Prozent eingepreist. Vor den Daten hatte sie noch bei etwa 67 Prozent gelegen. Gold wirft selbst keine laufenden Zinsen ab. Steigen die Renditen anderer Anlageformen, kann das Edelmetall im Vergleich an Attraktivität verlieren. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt inzwischen nahe fünf Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit fast drei Jahren.
Inflation und Ölpreise rücken in den Fokus
Auslöser der verschärften Zinserwartungen sind unter anderem neue Inflationsdaten aus den USA. Die Verbraucherpreise stiegen im August um 0,4 Prozent. Auch die Kerninflation legte zu und verzeichnete den stärksten monatlichen Anstieg seit vier Monaten. Zusätzlichen Druck erzeugen höhere Energiepreise. Brent-Öl stieg am Montag um rund 3 Prozent auf etwa 108 US-Dollar je Barrel. Höhere Ölpreise könnten den Inflationsdruck verstärken und damit den Spielraum für die Notenbank weiter einengen.
Fester Dollar erhöht den Gegenwind
Neben den steigenden Anleiherenditen belastet auch der US-Dollar den Goldpreis. Die US-Währung erreichte den höchsten Stand seit mehr als einer Woche. Für Käufer außerhalb des Dollarraums wird Gold dadurch teurer, was die Nachfrage beeinträchtigen kann. Technisch war der Goldpreis zuvor im Bereich von 4.650 US-Dollar abgeprallt. Nach dem weiteren Rückgang rückt nun das frühere Tief um 4.000 US-Dollar als wichtige Marke in den Blick.
UBS sieht nur begrenzten Rücksetzer
Die UBS erwartet bei einer Zinserhöhung zwar eine kurzfristige Korrektur, hält einen nachhaltigen Einbruch aber nicht für zwingend. Die Strategin Joni Teves verweist darauf, dass der Markt die verschärften Zinserwartungen bereits weitgehend verarbeitet haben könnte. Stützend wirken laut UBS saisonale physische Nachfrage sowie Käufe institutioneller und staatlicher Investoren auf niedrigerem Kursniveau. Auch Notenbankkäufe, Zuflüsse in Gold-ETFs und die Nachfrage aus Indien bleiben Faktoren, die den Markt tragen können. Entscheidend wird nun der Ton der US-Notenbank nach ihrer Zinsentscheidung.
