Erhöhung beim Briefporto
: Knapp 20 Cent mehr pro Brief?

Briefe verschicken könnte ab 2027 deutlich teurer werden. Die Bundesnetzagentur will der Deutschen Post eine kräftige Preiserhöhung erlauben.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Briefporto und Briefversand: Mit Briefmarken frankierte Briefe liegen auf einem Tisch. Die Deutsche Post wird das Briefporto zum Jahreswechsel aller Voraussicht nach so stark anheben wie noch nie, der bislang 95 Cent teure Standardbrief-Versand dürfte dann zwischen 1,10 und 1,15 Euro kosten. (zu dpa: «Plus 20 Prozent: Porto kann so stark steigen wie noch nie»)

Das Versenden von Briefen könnte schon bald deutlich teurer werden.

Philip Dulian/dpa

Wer regelmäßig Briefe verschickt, muss sich möglicherweise schon bald auf höhere Kosten einstellen. Die Bundesnetzagentur hat am Montag (12. Oktober 2026) einen Entwurf veröffentlicht, der der Deutschen Post deutlich mehr Spielraum bei der Preisgestaltung einräumt. Demnach dürften die Portopreise für Privatkundenbriefe ab dem 1. Januar 2027 um durchschnittlich 20,35 Prozent steigen. Auch für Pakete sind Preiserhöhungen vorgesehen.

Standardbrief könnte künftig 1,14 Euro kosten

Aktuell kostet der Versand eines Standardbriefs innerhalb Deutschlands 95 Cent. Würde die Deutsche Post den vorgesehenen Preisspielraum vollständig und gleichmäßig ausschöpfen, könnte das Porto rechnerisch auf rund 1,14 Euro steigen.

Da das Unternehmen seine Preise in der Vergangenheit häufig in Fünf-Cent-Schritten angepasst hat, wäre auch eine Erhöhung auf 1,15 Euro denkbar. Das entspräche einem Aufschlag von 20 Cent pro Brief. Damit würde ein Standardbrief erstmals mehr als einen Euro kosten.

Fest steht der neue Preis allerdings noch nicht. Die Bundesnetzagentur legt zunächst lediglich den durchschnittlichen Erhöhungsspielraum fest. Wie stark einzelne Briefarten tatsächlich teurer werden, entscheidet anschließend die Deutsche Post.

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Warum soll das Briefporto steigen?

Als Hauptgrund für die geplante Preiserhöhung nennt die Bundesnetzagentur die stark rückläufigen Briefmengen. Während 2005 noch rund 16,9 Milliarden Briefe in Deutschland verschickt wurden, waren es 2025 nur noch knapp 9,4 Milliarden.

Immer mehr Unternehmen, Behörden und Privatpersonen nutzen digitale Kommunikationswege. Gleichzeitig muss die Deutsche Post weiterhin ein flächendeckendes Zustellnetz mit Personal, Filialen und Briefkästen unterhalten.

Dadurch verteilen sich die anfallenden Kosten auf immer weniger Sendungen. Hinzu kommen gestiegene Ausgaben, unter anderem für Personal, Energie und Materialien.

Die Deutsche Post hatte deshalb einen noch größeren Spielraum für Preiserhöhungen gefordert. Die Bundesnetzagentur berücksichtigte allerdings nicht sämtliche geltend gemachten Kosten.

Auch Pakete könnten teurer werden

Nicht nur Briefkunden müssen sich auf höhere Preise einstellen. Der Entwurf der Bundesnetzagentur sieht auch beim Paketversand zusätzliche Erhöhungsmöglichkeiten vor.

Für Privatkundenpakete könnte das Preisniveau im Durchschnitt um 10,72 Prozent steigen. Bei Geschäftskundenbriefen ist wie bei Privatkundenbriefen ein durchschnittlicher Aufschlag von 20,35 Prozent vorgesehen.

Welche konkreten Preise künftig für einzelne Paketgrößen und Versandarten gelten, ist bislang offen.

Entscheidung soll im November fallen

Noch handelt es sich bei den geplanten Anpassungen um einen Entwurf. Bis zum 30. Oktober 2026 können sich die Deutsche Post, Wettbewerber, Verbraucherschutzorganisationen und weitere Interessierte dazu äußern.

Die endgültige Entscheidung über den zulässigen Preiserhöhungsspielraum soll voraussichtlich im November veröffentlicht werden. Anschließend kann die Deutsche Post ihre konkreten Portopreise zur Genehmigung einreichen.

Die neuen Preise sollen vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2028 gelten.