EU-Agrarsubventionen
: Millionenschwerer Betrug mit EU-Agrarhilfen in Griechenland: Vier Abgeordnete angeklagt

In Griechenland sind vier Abgeordnete wegen mutmaßlichen Betrugs mit EU-Agrarsubventionen angeklagt. Insgesamt gibt es 22 Beschuldigte.
Von
red/afp
Athen
TURKEY-NATO-SUMMIT-DEFENCE: Greece's Prime Minister Kyriakos Mitsotakis addresses the media upon arrival for the NATO summit in Ankara, on July 8, 2026. The summit comes at a fraught time for the 77-year-old transatlantic alliance, with the US President demanding members make good on a pledge to ramp up defence spending as Washington takes a step back from Europe. (Photo by Alexis JUMEAU / POOL / AFP)

Die Affäre um mutmaßlich veruntreute EU-Agrarsubventionen belastet die griechische Regierung um Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis.

ALEXIS JUMEAU/afp
  • Vier griechische Abgeordnete wegen mutmaßlichem Betrug mit EU-Agrarsubventionen angeklagt.
  • Insgesamt 22 Angeklagte – darunter hochrangige Beamte und ein Ex-Sekretär der Nea Dimokratia.
  • Vorwürfe: Vertrauensmissbrauch, Anstiftung zu illegaler Mittelverwaltung und falschen Bescheinigungen.
  • Mindestens 23 Millionen Euro veruntreut, teils für Olivenbäume auf Militärflughafen und Flächen auf Ausgrabungen.
  • Parlament hob im April Immunität von 13 Abgeordneten auf, mehrere Minister traten zurück.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der Affäre um millionenschweren Betrug mit EU-Agrarsubventionen sind nach Angaben der europäischen Staatsanwaltschaft (Eppo) vier Abgeordnete des griechischen Parlaments angeklagt worden. Unter den insgesamt 22 Angeklagten seien neben den Parlamentariern auch „mehrere hochrangige Beamte und politische Mitarbeiter“, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Dazu gehörten ein ehemaliger Sekretär der Regierungspartei Nea Dimokratia und mehrere ehemalige Beamte der für die Verteilung der EU-Hilfen zuständigen Behörde, darunter ein ehemaliger Vorsitzender.

Gegen sieben weitere Abgeordnete wurden die Beschuldigungen aus Mangel an Beweisen fallengelassen, ebenso gegen zwei ehemalige Abgeordnete. Gegen drei ehemalige Parlamentarier wird weiter ermittelt. Im April hatte das Parlament in Athen die Immunität von insgesamt 13 Abgeordneten der konservativen Regierungspartei aufgehoben. Mehrere Minister sind im Zuge der Ermittlungen bereits zurückgetreten. Die Opposition verlangt wegen der Affäre Neuwahlen.

Zu den Vorwürfen gegen die beschuldigten Abgeordneten gehören laut der europäischen Staatsanwaltschaft unter anderem Vertrauensmissbrauch, Anstiftung zur rechtswidrigen Verwaltung von EU-Mitteln und zur Ausstellung falscher Bescheinigungen sowie versuchter Computerbetrug. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und Geldbußen.

23 Millionen Euro an EU-Hilfen veruntreut

Die Beschuldigten sollen ein Netzwerk unterstützt haben, das der Anklage zufolge seit 2018 mindestens 23 Millionen Euro an EU-Hilfen veruntreute. Einige Empfänger der Agrarsubventionen hatten demnach überhaupt keine Verbindung zur Landwirtschaft. Ferner zählen zu den mutmaßlichen Betrugsfällen Agrarhilfen für angebliche Olivenbäume auf einem Militärflughafen, Weideland auf dem Gelände archäologischer Stätten und Bananenplantagen auf dem Berg Olymp.

Laut der Mitteilung der Staatsanwaltschaft deuteten Beweise darauf hin, dass unter anderem widerrechtlich in administrative Vorgänge und Inspektionen eingegriffen wurde, rückwirkend Daten der vorgeschriebenen Kontrollen geändert sowie Ergebnisse von Inspektionen verschwiegen und manipuliert worden seien. Zudem seien falsche Bestätigungen ausgestellt worden.

Die meisten der unrechtmäßigen EU-Hilfsgelder gingen nach Kreta. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis geriet dadurch weiter unter Druck, da seine Familie seit mehr als hundert Jahren auf der Insel politisch einflussreich ist.

Erleichtert wurde der Betrug dadurch, dass zum Zeitpunkt der Subventionsanträge in Griechenland viele Eigentumsverhältnisse unklar und die Grundbücher lückenhaft waren.