Fernseher-Finanzierung zur WM
: Ratenkauf: 555 Euro Zinsunterschied  für WM-Fernseher

Neue Fernseher stehen zur Fußball-WM hoch im Kurs. Viele Händler locken mit bequemen Ratenzahlungen. Doch Vorsicht – das kann teuer werden, wie ein Zinsvergleich zeigt.
Von
Imelda Flaig
Stuttgart
Ein Mann drückt einen Knopf auf einer TV-Fernbedienung: ILLUSTRATION - DVB-I soll auch mehr Komfort bringen - etwa eine Senderliste für alle linearen Fernsehprogramme, ganz gleich über welchen Empfangsweg. (zu dpa: «DVB-I: Neuer TV-Standard führt Empfangswege zusammen») Foto: Marcus Brandt/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Beim Fernsehkauf auf Raten sind Händlerfinanzierungen fast dreimal so teuer wie ein günstiger Bankkredit.

Marcus Brandt/dpa-tmn/dpa
  • Händlerfinanzierungen für WM-Fernseher kosten oft deutlich mehr als Bankkredite.
  • Verivox vergleicht Amazon, Otto sowie Media Markt/Saturn – Konditionen unterscheiden sich stark.
  • Beispiel 2899-Euro-TV: Otto 18,94 Prozent mit 845 Euro Zinsen, Bankkredit 290 Euro.
  • Media Markt/Saturn 10,90 Prozent mit 488 Euro Zinsen – Amazon 8,11 Prozent mit 363 Euro.
  • Tipp von Verivox: Geräte- und Finanzierungskosten vergleichen, Teilzahlung bei Karten prüfen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer die WM-Spiele auf einem neuen hochauflösenden Fernseher verfolgen will und mit dem Kauf auf Raten liebäugelt, sollte vor allem die Finanzierungsangebote genau prüfen.

Die Konditionen unterscheiden sich enorm, wie das Vergleichsportal Verivox festgestellt hat, das die Finanzierungskonditionen der drei größten deutschen Versandhändler Amazon, Otto sowie Media Markt/Saturn ausgewertet hat. Je nach Onlinehändler sind die Zinskosten für  denselben Fernseher fast dreimal so hoch wie der günstigste Bankkredit.

Bankkredit kommt günstiger als Händlerfinanzierung

Für einen Fernseher im Wert von 2899 Euro sind das bis zu 555 Euro mehr Zinsen als bei einem günstigen Bankkredit, zeigt eine Analyse von Verivox. Bei dem Vergleich war die Finanzierung bei Otto am teuersten. Bei einer Laufzeit von 36 Monaten und einem effektiven Jahreszins von 18,94 Prozent summierten sich die Zinskosten auf 845 Euro. Bei einem herkömmlichen Ratenkredit mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 6,49 Prozent betrugen die Zinskosten für den Kauf des Fernsehers dagegen nur 290 Euro – also 555 Euro weniger als bei der Ratenfinanzierung von Otto.

Bei den beiden anderen Händlern waren die Konditionen etwas günstiger, lagen aber immer noch deutlich über dem Niveau günstiger Bankkredite. Bei Media Markt/Saturn waren es bei einem Zinssatz von 10,90 Prozent insgesamt 488 Euro Zinsen. Bei Amazon fielen bei einen Zinssatz von 8,11 Prozent Zinskosten von 363 Euro an.

Schulden: ARCHIV - 21.08.2023, Berlin: ILLUSTRATION - Geldscheine und Münzen liegen auf einem Tisch. (zu dpa: «Die Kassen sind leer: Städte machen auf ihre Not aufmerksam») Foto: Monika Skolimowska/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

So lässt sich Geld sparen: Nicht nur die Gerätepreise vergleichen, sondern auch die Finanzierungskosten.

Monika Skolimowska/dpa

„Wer mehrere tausend Euro für einen neuen Fernseher ausgibt, sollt nicht nur die Gerätepreise vergleichen, sondern auch die Finanzierungskosten“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Schon wenige Minuten Vergleichsaufwand könnten mehrere hundert Euro Ersparnis bringen.

Gerade bei hochpreisigen Elektronikartikeln machten sich Unterschiede beim Zinssatz besonders bemerkbar. Viele Verbraucher haben häufig nicht die Gesamtkosten der Finanzierung im Blick, sondern nur den monatlichen Ratenbetrag.

Bei manchen Händlern läuft Ratenzahlung über die Kreditkarte

Bei manchen Händlern läuft die Ratenzahlung über eine Kreditkarte der Bank, mit der die Händler für ihr Finanzierungsangebot kooperieren. In dem Fall sollten Verbraucher die Konditionen der Karte genau prüfen, bevor sie diese im Alltag nutzen.

Amazon etwa bietet für Ratenzahlungen die hauseigene Kreditkarte Amazon Visa an. Dort fallen beim Ratenkauf nur 8,11 Prozent Zinsen an, doch die Karte verfügt über eine Teilzahlungsfunktion. Wer sei beim Einkaufen einsetzt und Umsätze zum Abrechnungsstichtag nicht vollständig begleicht, muss auf die verbleibende Summe hohe Zinsen von 17,67 Prozent bezahlen.

„Bei der Amazon-Kreditkarte können Verbraucher selbst einstellen, ob zum Ende des Monats nur ein Teil der Umsätze oder die gesamte Rechnung beglichen wird. Wer auf Vollzahlung umstellt, kann unerwünschte Zinskosten hierdurch vermeiden”, sagt Oliver Maier.

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