Goldpreis aktuell: Warum steigt der Kurs?

Die Hintergründe des aktuellen Goldpreis-Anstiegs gibt es hier im Überblick.
BundesbankIn diesem Jahr hat der Goldpreis eine Rallye hingelegt und ist von Allzeithoch zu Allzeithoch geklettert. Auch am Montag, dem 22.12.2025, hat der Kurs wieder einen neuen Rekord aufgestellt. Was ist für diese Entwicklung ausschlaggebend? York Tetzlaff, Chef des Branchenverbandes Fachvereinigung Edelmetalle, hat seine Einschätzung dazu mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) geteilt.
Goldpreis aktuell
Gold hat aktuell kurz vor Jahresende ein neues Rekordhoch erreicht. Der Preis stieg im frühen Handel laut Goldpreis.de auf über 4.419 US-Dollar bzw. 3.772 Euro je Feinunze und übertrifft damit das bisherige Hoch von Oktober. Nach einer Rally im Herbst war der Goldpreis zwischenzeitlich unter 4.000 Dollar gefallen. Seit dem 1. Januar 2025 hat sich der Goldpreis laut Goldpreis.de um +1.250,01 EUR und demnach +49,78 % erhöht. Was steckt hinter dieser Rekord-Entwicklung?
Warum steigt der Goldpreis?
Nach Angaben von York Tetzlaff, Chef des Branchenverbandes Fachvereinigung Edelmetalle, und der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wurde der Goldpreis 2025 vor allem durch die Entwicklung der Realzinsen, die Schwäche des US-Dollars sowie durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten geprägt. Diese hätten Gold erneut als sicheren Hafen in den Fokus gerückt. Hinzugekommen wäre eine außergewöhnlich starke Nachfrage von Zentralbanken und Investoren, während die Schmucknachfrage auf dem hohen Preisniveau eher dämpfend wirkte.
„Insgesamt haben Zentralbanken 2025 ihre Goldkäufe stark verstärkt, das hat die Goldpreis-Rallye maßgeblich vorangetrieben“, sagt Tetzlaff. „Die Nachfrage der Zentralbanken ist insbesondere nach Covid ein zentraler Punkt geworden.“ In diesem Jahr hätten vor allem China, die Türkei und Polen vermehrt Gold nachgefragt. „Polen hat seine Goldreserven seit 2023 mehr als verdoppelt und war mit fast 90 Tonnen Goldkäufen im Jahr 2024 der weltweit größte Goldkäufer.“ Zudem hielten Länder mit großen Goldbeständen wie Deutschland, die USA und Italien daran fest.
Laut einer Analyse der Europäischen Zentralbank (EZB) machten Zentralbanken 2024 mehr als 20 Prozent der globalen Goldpreisnachfrage aus. Im Schnitt der 2010er Jahre habe der Anteil bei rund 10 Prozent gelegen. Vom Verhalten der Zentralbanken geht Tetzlaff zufolge Signalwirkung aus: „Das zieht den Markt."
2025 sei neben den Zentralbanken der Investmentbereich der stärkste Treiber gewesen. „Gerade im dritten Quartal haben ETFs stark angezogen, außerdem blieben auch Barren und Münzen hoch“, sagt Tetzlaff, börsengehandelte Fonds. Hier habe auch die Nachfrage aus Asien in diesem Jahr zugenommen.
Mit Material der dpa
