Goldpreis fällt unter 4.200 Dollar: Ölpreis und Zinssorgen erhöhen den Druck

Der Goldpreis ist unter 4.200 Dollar gefallen. Höhere Ölpreise, Zinssorgen, steigende US-Renditen und ein fester Dollar setzen das Edelmetall unter Druck.
Frank Rumpenhorst/dpaDer Preis für eine Feinunze Gold fiel am Montag zeitweise unter die Marke von 4.200 Dollar. In London wurde das Edelmetall am Vormittag bei rund 4.190 Dollar gehandelt, etwa drei Prozent niedriger als am Freitag. Innerhalb einer Woche summierten sich die Verluste damit auf ungefähr 200 Dollar je Feinunze. Auslöser ist vor allem die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus. Die Zurückweisung eines iranischen Vorschlags zur Wiedereröffnung durch US-Präsident Donald Trump ließ die Ölpreise steigen und verstärkte die Sorge vor neuer Inflation.
Hohe Ölpreise schüren Inflationserwartungen
Brent-Öl verteuerte sich infolge der Spannungen zwischen den USA und Iran auf mehr als 106 Dollar je Barrel. Höhere Energiepreise könnten den Inflationsdruck in den Vereinigten Staaten erhöhen. Damit wächst an den Finanzmärkten die Erwartung, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik weiter straffen könnte. Die Fed hatte den Leitzins im September erstmals seit 2023 angehoben. Für eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Oktober rechnen die Märkte laut FedWatch-Tool mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 66 bis 68 Prozent. Einen Monat zuvor hatte diese Einschätzung noch deutlich niedriger gelegen.
Steigende Renditen machen Gold weniger attraktiv
Für Gold ist die Aussicht auf höhere Zinsen problematisch, weil das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft. Steigende Anleihe- und Realrenditen erhöhen daher die Opportunitätskosten eines Goldinvestments. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte zuletzt auf mehr als fünf Prozent. Zusätzlich belastet ein festerer US-Dollar den Goldpreis. Für Käufer außerhalb des Dollarraums wird das in Dollar gehandelte Edelmetall dadurch teurer. Die geopolitischen Risiken rund um den Nahen Osten liefern Gold derzeit keine ausreichende Unterstützung, um diese Effekte auszugleichen.
Wichtige US-Daten rücken in den Fokus
Im weiteren Wochenverlauf dürften Arbeitsmarktdaten und der PCE-Preisindex aus den USA neue Impulse geben. Starke Beschäftigungs- oder Inflationszahlen könnten die Erwartungen an weitere Zinsschritte verstärken und den Druck auf den Goldpreis erhöhen. Aus charttechnischer Sicht gilt die Marke von 4.200 Dollar als wichtig. Eine Rückkehr über dieses Niveau könnte zu einer Stabilisierung beitragen. Bleibt Gold darunter, könnte die jüngste Abwärtsbewegung weiteren Verkaufsdruck auslösen.
