Insolvenz: Schafhäutle-Reisemobile vor der Schließung?

Durch die Corona-Pandemie hatte es einen Caravan-Boom gegeben – aktuell sinkt aber das Interesse an Campern.
Hauke-Christian Dittrich/dpa-tmn/dpaDer Markt für Wohnmobile dreht sich und fordert sein nächstes prominentes Opfer in Baden-Württemberg. Nach Jahren des Camping-Booms steht die Schafhäutle Reisemobile GmbH aus Kirchheim am Neckar vor dem wirtschaftlichen Aus. Das Amtsgericht Heilbronn hat am 26. Juni 2026 offiziell das Insolvenzverfahren eröffnet (Az. 5 IN 563/26).
Für das Traditionsunternehmen, das sich auf den Verkauf, die Vermietung und den Werkstattservice von Campern spezialisiert hat, geht es nun um die nackte Existenz. Rund 20 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze.
Caravan-Boom ist vorbei
Was hat zum Einbruch geführt? Der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter Dr. Sebastian Mielke bringt das Problem in einer Mitteilung auf den Punkt: Eine massive Marktschwemme blockiert die Liquidität der Händler. Dafür gibt es verschiedene Gründe:
- Der Bumerang-Effekt: Während der Pandemie explodierte die Nachfrage, die Hersteller produzierten am Limit. Nun drängen viel zu viele Fahrzeuge gleichzeitig auf den Markt.
- Preise im Keller: Um die Höfe leerzubekommen, verfallen die Preise im Handel flächendeckend.
- Kaufzurückhaltung: Die Kunden sind angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage vorsichtiger geworden, der Absatz stockt spürbar.

Auch bei Hymer spürt man die schwache Nachfrage zum Teil, hier das Modell Hymer ModernComfort I 580.
Hymer
Schafhäutle-Reisemobile: Wie geht es nach Insolvenz weiter?
Der Betrieb bei Schafhäutle läuft vorerst weiter. Die Löhne und Gehälter der 20 Beschäftigten sind für maximal drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.
Der Insolvenzverwalter bereitet hinter den Kulissen zwar bereits eine Schließung des Standorts vor, parallel läuft jedoch die intensive Suche nach einem Investor. Ob sich rechtzeitig ein Käufer findet, der den Kirchheimer Betrieb übernimmt und fortführt, ist derzeit noch völlig offen. Der Fall Schafhäutle zeigt, dass der Markt in einer Phase der Bereinigung steckt. Negative Nachrichten hatte es zuvor auch bei Hymer und Bürstner gegeben.
