Heizkosten im Herbst: Heizöl tanken oder warten? - Aktuelle Situation am Ölmarkt

Heizöl tanken oder warten? Der aktuelle Ölmarkt am 23. September 2026, hohe Heizölpreise, Gasöl und die Folgen der Hormus-Lage im Überblick.
dpaDie Lage am Ölmarkt bleibt auch am Mittwochvormittag äußerst wechselhaft. Zwar ist der Preis für Brent-Rohöl nach Hoffnungen auf eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus deutlich gefallen, doch Gasöl als wichtiger Preisfaktor für Heizöl zieht wieder an. In Deutschland kostet Heizöl im Durchschnitt derzeit 174 Euro je 100 Liter bei einer Bestellung von 3.000 Litern.
Ölpreise reagieren auf Hoffnungen rund um Hormus
Die Aussicht auf eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus hat die Rohölpreise zuletzt unter Druck gesetzt. Iran stellte eine Öffnung der wichtigen Schifffahrtsroute innerhalb weniger Tage in Aussicht, allerdings unter der Bedingung, dass die USA ihre Blockade iranischer Häfen beenden. Brent fiel daraufhin wieder unter die Marke von 100 US-Dollar je Barrel.
Gleichzeitig bleibt unklar, ob es tatsächlich zu einer diplomatischen Lösung kommt. Neue Sanktionen und die weiterhin scharfe Rhetorik zwischen Washington und Teheran können den Markt jederzeit erneut bewegen. Treffen am Rande der UN-Generalversammlung in New York werden deshalb besonders genau beobachtet.
Saudi-Pipeline entlastet den Rohölmarkt
Für etwas Entspannung sorgt Saudi-Arabien. Die wichtige Ost-West-Pipeline ist wieder in Betrieb und soll in Kürze ihre volle Transportkapazität erreichen. Damit kann saudisches Rohöl verstärkt über den Hafen Yanbu am Roten Meer exportiert werden.
Diese Entwicklung hat dazu beigetragen, dass einige Risikoaufschläge bei Rohöl abgebaut wurden. Gleichzeitig belasten Ausfälle in Libyen den Markt. Auf dem großen Sharara-Ölfeld ist die Förderung deutlich zurückgegangen. Auch die eingeschränkten Raffineriekapazitäten in Russland bleiben ein Unsicherheitsfaktor.
Warum Heizöl trotzdem teuer bleibt
Für Heizölkunden zählt nicht allein der Rohölpreis. Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl und Diesel, hat sich zuletzt wieder verteuert. Zudem schwächt sich der Euro gegenüber dem US-Dollar ab, wodurch in Dollar gehandeltes Öl für europäische Käufer teurer wird.
Der bundesweite Heizöl-Durchschnittspreis liegt am 23. September bei 174 Cent je Liter. Das sind zwar 3,3 Prozent weniger als vor einer Woche, aber 25,4 Prozent mehr als vor einem Monat und 85,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Regional können die Preise je nach Händler erheblich voneinander abweichen.
Kein Tankrabatt für Heizöl
Auf eine Entlastung durch Bund und Länder sollten Verbraucher nicht hoffen. Denn der ab Oktober geplante Tankrabatt gilt ausschließlich für Benzin und Diesel, nicht jedoch für Heizöl. Die Bundesregierung möchte die Energiesteuer auf die beiden Kraftstoffe bis zum Jahresende um 14 Cent je Liter reduzieren. Zusammen mit der geringeren Mehrwertsteuer soll die Entlastung für Autofahrer rund 17 Cent je Liter betragen.
Teilmenge bestellen statt den Tank komplett füllen?
Viele Haushalte warten wegen des hohen Preisniveaus mit ihrer Bestellung. Händler beobachten deshalb kleinere Liefermengen. Häufig werden nur etwa 1.000 bis 1.500 Liter bestellt. Experten raten Verbrauchern mit niedrigem Tankstand dazu, zumindest eine Teilmenge zu kaufen.
Damit lässt sich das Risiko verringern, bei kälteren Temperaturen in eine mögliche Bestellwelle zu geraten. Steigen Nachfrage und Lieferzeiten im Herbst gleichzeitig, kann das die Lage zusätzlich erschweren. Sollte der Preis später sinken, bleibt mit einer Teilfüllung die Möglichkeit, günstiger nachzutanken.
Warten bleibt eine Wette auf Entspannung
Wer noch ausreichend Heizöl im Tank hat, kann die weitere Entwicklung beobachten. Die Chancen auf sinkende Preise hängen vor allem von einer politischen Entspannung im Nahen Osten und einer verlässlicheren Passage durch die Straße von Hormus ab.
Dem stehen erhebliche Risiken gegenüber. Die Versorgung mit Gasöl ist angespannt, Raffineriekapazitäten sind begrenzt und die geopolitische Lage bleibt unberechenbar. Eine vollständige Tankfüllung ist bei dem derzeit hohen Preisniveau für viele Haushalte wenig attraktiv. Bei knappen Vorräten kann eine Teilbestellung jedoch die pragmatischere Lösung sein.
