Preise fallen: Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um Heizöl zu kaufen?

Heizölpreise sind deutlich gefallen. Erfahren Sie, warum Diplomatie-Hoffnungen den Markt bewegen und ob sich jetzt ein Heizölkauf lohnt.
dpaDie Heizölpreise sind am Montag um rund drei bis vier Cent je Liter gesunken. Der bundesweite Durchschnittspreis für eine Bestellung von 3.000 Litern liegt aktuell bei knapp 130 Euro pro 100 Liter.
Auslöser sind kräftige Abschläge an den Rohöl- und Gasölmärkten. Die Nordsee-Sorte Brent verlor zum Wochenbeginn rund fünf Prozent. Gasöl, ein wichtiger Preisfaktor für Heizöl, gab ebenfalls deutlich nach.
Hoffnung auf Gespräche mit Iran entlastet den Markt
Die Preisreaktion hängt vor allem mit neuen diplomatischen Signalen im Konflikt am Persischen Golf zusammen. US-Präsident Donald Trump erklärte demnach, einen weiteren größeren Militärschlag zunächst gestoppt zu haben. Stattdessen sollen Gespräche mit Iran aufgenommen werden.
Eine mögliche Entspannung wäre für den Ölmarkt besonders wichtig, weil die Straße von Hormus zu den zentralen Transportrouten für Rohöl und Flüssiggas zählt. Eine verlässlichere Passage könnte Lieferketten stabilisieren und die Risikoprämien auf die Ölpreise verringern.
Mehr Angebot könnte Preise zusätzlich drücken
Neben der Diplomatie-Hoffnung gibt es weitere Faktoren, die grundsätzlich für eine Entspannung auf der Angebotsseite sprechen. Die OPEC+ hat ihre Förderquoten erneut leicht angehoben und damit die freiwilligen Kürzungen aus dem Jahr 2023 rechnerisch zurückgenommen.
Zudem hat das Caspian Pipeline Consortium in Kasachstan seinen Betrieb nach einer Unterbrechung wieder aufgenommen. Damit steht dem Weltmarkt potenziell zusätzliches Rohöl zur Verfügung. Ob diese Mengen vollständig ankommen, hängt allerdings auch von der Lage auf den Seewegen ab.
Risiken bleiben hoch
Von einer nachhaltigen Trendwende kann derzeit keine Rede sein. Frühere Verhandlungsansätze zwischen den USA und Iran hatten keinen dauerhaften Durchbruch gebracht. Auch die Sicherheitslage in der Straße von Hormus, am Bab-al-Mandab und im Roten Meer bleibt angespannt.
Hinzu kommen Belastungen im deutschen Binnenmarkt: Niedrige Wasserstände auf wichtigen Wasserstraßen verteuern den Transport von Heizöl. Das kann Preisrückgänge an den internationalen Börsen regional teilweise abschwächen.
Kaufen oder warten?
Wer kurzfristig Heizöl benötigt oder nur noch geringe Reserven im Tank hat, findet nach dem jüngsten Preisrutsch eine bessere Ausgangslage als noch in der Vorwoche. Angesichts der weiterhin hohen Unsicherheit kann es sinnvoll sein, zunächst eine Teilmenge zu bestellen und für den Rest des Bedarfs flexibel zu bleiben.
Haushalte mit ausreichend Vorrat können die weitere Entwicklung beobachten. Dabei sollten sie jedoch nicht ausschließlich auf weitere Preisnachlässe setzen. Scheitern die Gespräche oder verschärft sich die Lage auf den wichtigen Schifffahrtsrouten, könnten die Preise schnell wieder anziehen. Ein regionaler Preisvergleich bleibt besonders wichtig, da die Unterschiede zwischen Händlern derzeit erheblich ausfallen können.
