Studium und Ausbildung
: Wie wird man Maskenbildner?

AnzeigeWo Kreativität, handwerkliches Geschick und ästhetisches Gespür aufeinandertreffen. Was genau macht ein Maskenbildner und welche Voraussetzungen werden benötigt, um diesen Beruf auszuüben?
Von
MHSD
Stuttgart

Wer kreativ ist, gerne mit Farben und Prothesen und co. arbeitet, kann beim Beruf des Maskenbildners seine Leidenschaft ausleben.

Shutterstock/ Nejron Photo

Im Filmbusiness, auf der Theaterbühne und in vielen anderen künstlerischen Produktionen gibt es eine unsichtbare Heldengruppe, die die Darsteller in wahre Kunstwerke verwandelt - die Maskenbildner. Mit ihrem Know-how in Make-up und Frisuren spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Erschaffung von Charakteren und der Unterstützung der erzählten Geschichten. Diese vielseitigen Profis sind nicht nur für ihr handwerkliches Geschick bekannt, sondern auch für ihre kreative Vision und ihre Fähigkeit, die gewünschte Stimmung und Atmosphäre einer Produktion zu erfassen.

Was macht ein Maskenbildner?

Ein Maskenbildner, oder auch Make-up-Artist, ist für die Gestaltung von Make-up und Frisuren in Film-, Theater-, Fernseh- und anderen künstlerischen Produktionen verantwortlich. Sie sind Experten in der Transformation von Schauspielern und Darstellern in verschiedene Charaktere und sorgen dafür, dass das Erscheinungsbild der Figuren zur Geschichte und zum Setting passt.

Welche Aufgaben hat ein Maskenbildner?

Maskenbildner haben eine Vielzahl von Aufgaben, die sie erfüllen müssen, um das gewünschte Erscheinungsbild von Schauspielern, Tänzern oder anderen Darstellern zu schaffen. Zu ihren Aufgaben gehören:

  • Analyse des Drehbuchs oder des Bühnenstücks: Vorab liest der Maskenbildner das Drehbuch oder das Bühnenstück, um ein Verständnis für die Charaktere, deren Persönlichkeiten und die Handlung zu entwickeln. Dies hilft dabei, geeignete Make-up- und Frisurenstile zu wählen, die die gewünschten visuellen Effekte erzeugen.
  • Konzeption und Design: Basierend auf der Analyse des Drehbuchs oder des Bühnenstücks entwickeln Maskenbildner Konzepte und Designs für Make-up, Frisuren und Kostüme. Hilfreiche Tools können dabei Skizzen, Moodboards oder digitale Visualisierungen sein, um Ideen zu veranschaulichen und mit anderen Mitgliedern des kreativen Teams zu kommunizieren.
  • Proben und Anpassungen: Damit vor den eigentlichen Aufführungen oder Dreharbeiten alles wie am Schnürchen läuft, führen Maskenbildner Proben durch, um sicherzustellen, dass das Make-up, die Frisuren und die Kostüme den gewünschten Effekt erzielen. Sie arbeiten eng mit den Schauspielern zusammen, um die richtigen Farben, Texturen und Stile auszuwählen.
  • Umsetzung am Set oder bei Aufführungen: Sobald die Proben abgeschlossen sind, setzen Make-up-Artisten ihre Konzepte und Designs in die Tat um. Hierbei tragen sie die Verantwortung dafür, dass das Make-up professionell aufgetragen wird, die Frisuren perfekt gestylt sind und die Kostüme richtig angezogen werden. Zeitdruck ist dabei kein Fremdwort.
  • Zusammenarbeit im kreativen Team: Maskenbildner arbeiten eng mit anderen Mitgliedern des kreativen Teams zusammen, wie beispielsweise Regisseuren, Kostümbildnern, Beleuchtungsdesignern und Bühnenbildnern. Die Kommunikation ist dabei sehr wichtig, um Ideen miteinander zu teilen, um schließlich ein beeindruckendes Gesamtbild zu schaffen.
  • Spezialeffekte und Prothetik: In einigen Fällen müssen Maskenbildner spezielle Effekte oder Prothesen verwenden, um bestimmte visuelle Effekte zu erzielen. Dies kann das Anbringen von künstlichen Wunden, das Altern von Charakteren durch Falten oder das Erzeugen von Fantasy-Kreaturen umfassen. Hierbei kommen fortgeschrittene Techniken und Materialien zum Einsatz, um realistische und überzeugende Ergebnisse zu erzielen.
  • Welche persönlichen Skills sollte man mitbringen?

    Um als Maskenbildner zu arbeiten, sind Kreativität, handwerkliches Geschick und die Auge-Hand-Koordination wichtig für das Anfertigen von Perücken, das Anlegen von Prothesen und das Schminken. Desweiteren ist ein Sinn für Ästhetik und Mode vorteilhaft und wird unter anderem beim Entwerfen von Konzepten oder Kostümen benötigt.

    Da auf der Bühne oder bei Dreharbeiten viel mit dem Team gearbeitet wird, stets Absprachen notwendig sind oder unerwartete Änderungen und Anpassungen stattfinden können, sollte ein angehender Maskenbildner flexibel und teamfähig sein.

    Mit bestimmten Handgriffen und Talent lassen sich Illusionen schaffen.

    Shutterstock/ djtrenershutter

    Was sind die Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Maskenbildner?

    Um eine Ausbildung zum Maskenbildner anzugehen, ist kein bestimmter Schulabschluss erforderlich. Die Mehrheit der Auszubildenden starten die Ausbildung allerdings mit dem Abitur.

    Maskenbildnerschule: Diese Inhalte werden in der Ausbildung bearbeitet

    In der Ausbildung zum Maskenbildner werden verschiedene Themen behandelt, wie zum Beispiel Make-up-Techniken, Frisuren, Perückenherstellung, Maskenbild für Bühne und Film, Kostümbild, Farbenlehre, Prothetik und Spezialeffekte wie Latexmasken. Praktische Übungen und Projekte ermöglichen es den Auszubildenden, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ihre kreativen Ideen umzusetzen.

    Wie lange dauert die Ausbildung zum Maskenbildner?

    Die Ausbildung zum Maskenbildner dauert etwa drei Jahre und kann entweder dual oder schulisch absolviert werden.

    Die schulische Ausbildung bedarf in der Regel einer privaten Finanzierung, die von dem Auszubildenen selbst getragen werden muss. Die Kosten für diese Art der Ausbildung können zwischen 20.000 und 30.000 Euro liegen.

    Studium zum Maskenbildner

    Für den Studiengang Maskenbild wird für gewöhnlich die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife benötigt. Hat man vorher bereits eine Ausbildung im Bereich der Kosmetik, im Theater oder Ähnliches absolviert, könnte auch die mittlere Reife genügen.

    Das Bachelor-Studium für Maskenbildnerei erstreckt sich über einen Zeitraum von sechs bis acht Semestern und kann mit dem Bachelor, Diplom oder Master abgeschlossen werden. Für die Zulassung zum Studium wird oft mindestens ein Vorpraktikum in einem relevanten Bereich verlangt. Zusätzlich fallen Studienbeiträge an, die von der jeweiligen Bildungseinrichtung festgelegt werden.

    Info: Der Bachelor-Studiengang für Maskenbildnerei wird nicht an allen Hochschulen angeboten, sondern ist nur an ausgewählten Standorten verfügbar. Studierende sollten demnach bereit sein, ihren Wohnort möglicherweise zu wechseln, um diesen spezifischen Studiengang zu absolvieren.

    Modellierwachs, Kunstblut, Spatel, Lidschatten in Blau- und Rottönen, Foundation und Pinsel - die künstliche Wunde kann sich sehen lassen.

    Shutterstock/ nimito

    Berufsaussichten eines Maskenbildners

    Die Berufsaussichten für Maskenbildner gelten als anspruchsvoll. Viele Maskenbildner arbeiten als Freiberufler und werden projektweise in der Film- und Fernsehbranche engagiert. Feste Anstellungen sind in diesem Bereich nicht häufig verfügbar. Um erfolgreich zu sein, sind Kontakte von großer Bedeutung. Insbesondere Absolventen, die während ihrer Ausbildung in einem Betrieb praktische Erfahrungen gesammelt haben, haben in der Regel bessere Chancen, eine Anstellung zu finden, als Absolventen rein schulischer Ausbildungen.

    Da die maskenbildnerische Branche stark von Netzwerken und Beziehungen geprägt ist, lassen sich durch den Aufbau eines breiten beruflichen Netzwerks potenzielle Beschäftigungsmöglichkeiten und Projekte erschließen. Dies kann durch Praktika, Assistenztätigkeiten oder die Zusammenarbeit mit anderen Kreativprofis erreicht werden.

    In welchen Branchen können Maskenbildner tätig sein?

    Maskenbildner können in den Bereichen Film und Fernsehen, Theater, Oper, Musical, Maskenbildstudios, Werbung, Mode und vielen weiteren künstlerischen und unterhaltungsbezogenen Bereichen tätig sein. Ihre Dienste werden in Produktionen benötigt, bei denen eine professionelle Gestaltung von Make-up, Frisuren und Kostümen erforderlich ist.

    Maskenbildner und Visagisten: Was ist der Unterschied?

    Maskenbildner und Visagisten sind beide Fachkräfte im Bereich des Make-ups und der Schönheitspflege, jedoch gibt es Unterschiede in ihren Aufgaben und Tätigkeitsbereichen. Maskenbildner arbeiten typischerweise in Theater-, Film- und Fernsehproduktionen sowie in der Modebranche oder dem Spezialeffekt-Make-up.

    Sie gestalten das gesamte Erscheinungsbild von Darstellern, inklusive Make-up, Frisuren und Kostüme. Dabei können sie auch Prothetik und Spezialeffekte einsetzen, um Verletzungen oder fantasievolle Charaktere zu kreieren.

    Visagisten arbeiten oft in Schönheitssalons, Spas oder als freiberufliche Visagisten und fokussieren sich hauptsächlich auf das Make-up für den täglichen oder besonderen Anlass wie Hochzeiten oder Fotoshootings. Sie betonen die natürliche Schönheit und helfen ihren Kunden, bestimmte Looks oder Stile zu erreichen. Während Maskenbildner eine umfangreichere Ausbildung benötigen, ist eine formale Ausbildung für Visagisten nicht immer erforderlich.

    Der Beruf des Maskenbildners erfordert Kreativität, handwerkliches Geschick und ästhetisches Gespür. Mit einer Ausbildung oder einem Studium im Maskenbildbereich und den richtigen Fähigkeiten können Maskenbildner in verschiedenen Branchen wie Film, Theater, Oper und Mode arbeiten. Die Berufsaussichten sind abhängig von der Branche und dem Standort, und das Gehalt variiert je nach Erfahrung und Qualifikation. Insgesamt ist der Beruf für Menschen geeignet, die Freude an künstlerischer Gestaltung und der Verwandlung von Charakteren haben.