Unternehmer und Stifter
: Klaus-Michael Kühne – Todesursache und Erbe

Auf dem Olsdorfer Friedhof in Hamburg soll der 89-Jährige ein Grab reserviert haben. Er hinterlässt Ehefrau Christine (87) und große Vermächtnisse.
Von
Michael Maier
Hamburg-Ohlsdorf
Klaus-Michael Kühne: ARCHIV - 09.02.2018, Hamburg: Klaus-Michael Kühne, Mäzen und Präsident des Stiftungsrates der Kühne-Stiftung, sitzt auf der Pressekonferenz zum Logistik-Tag der Kühne-Stiftung. Der Unternehmer und Mäzen Klaus-Michael Kühne ist tot. Er starb in der Nacht zum Montag im Alter von 89 Jahren in der Schweiz. Foto: Axel Heimken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hanseatisch-nachdenklicher Klaus-Michael Kühne im Jahr 2018.

Axel Heimken/dpa
  • Der Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne starb mit 89 Jahren in Schindellegi.
  • Er starb im Beisein seiner Ehefrau Christine, zuvor litt er an altersbedingten Beschwerden.
  • Die Kühne Holding AG geht vollständig in die gemeinnützige Kühne-Stiftung über.
  • Christine Kühne ist finanziell abgesichert und bleibt den Stiftungsaktivitäten verbunden.
  • Beteiligungen: Kühne + Nagel, Hapag-Lloyd, Lufthansa – zudem Brenntag, Flix, Ottobock, HSV, Hotel The Fontenay.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Deutschland und die internationale Wirtschaftswelt nehmen Abschied von einem der prägendsten Unternehmer der Nachkriegsgeschichte. Der Logistik-Milliardär, Mäzen und Großaktionär Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren verstorben.

Mit einem geschätzten Vermögen von über 44 Milliarden Dollar laut Forbes gehörte der gebürtige Hamburger und spätere Wahlschweizer bis zuletzt zu den wohlhabendsten Menschen Europas. Da der Patriarch keine leiblichen Kinder hinterlässt, rückt nun vor allem die Frage nach seinem gewaltigen Erbe und der Nachfolgeregelung in den Fokus.

Lesen Sie auch: Woran ist Hayden Panettiere gestorben? (von Daniela Westermayer)

Was zur Todesursache von Klaus-Michael Kühne bekannt ist

Klaus-Michael Kühne verstarb in seinem Haus in Schindellegi im Schweizer Kanton Schwyz, wo er seit vielen Jahrzehnten den Wohnsitz hatte. Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass er im Beisein seiner Ehefrau Christine friedlich einschlief. Berichten zufolge war er zuvor von altersbedingten Beschwerden gezeichnet. Etwa zehn Tage vor seinem Tod war Kühne von seinem Sommersitz auf dem heißen Mallorca in die Schweiz zurückgekehrt, nachdem sich sein Gesundheitszustand zunehmend verschlechtert hatte. Laut „Markt und Mittelstand“ hatte der Milliardär auch eine schon etwas länger zurückliegende Herz-OP hinter sich. Er war Eigentümer der Hochgebirgsklinik Davos, in der unter anderem Herzkrankheiten erforscht werden

StZ Kompakt - Der Abend
Montag - Samstag um 17.00 Uhr
Die wichtigsten Themen aus Stuttgarter Sicht - mit unserem Newsletter gewinnen Sie abends schnell den Überblick über das Tagesgeschehen.

Hamburg und Mallorca trauern um Klaus-Michael Kühne

Große Trauer herrscht auch auf Mallorca, wo Kühne das Luxushotel Castell Son Claret in Es Capdellà bei Calvià im Südwesten der Insel betrieb. Das Haus verfügt über ein eigenes Restaurant mit Michelin-Stern. Kühne liebte es, dort auf einer parkähnlichen Anlage Opern-Events auszurichten und zeigte als Mäzen gerne Präsenz mit Gattin, obwohl im auch eine Villa hoch über Port d'Andratx und ein Boot gehörten. Wer einmal bei den Open-Air-Arien von Solisten der Mailänder Scala und anderer Künstler dabei sein durfte und die stilvolle hanseatische Gastfreundschaft genießen durfte, wird das Ehepaar Kühne nicht vergessen. Auf dem Olsdorfer Friedhof in Hamburg, wo auch Altkanzler Helmut Schmidt, Komiker Heinz Erhardt und Kühnes Vater Alfred liegen, soll er laut „Markt und Mittelstand“ einen Platz reserviert haben.

Wer sind die Erben von Klaus-Michael Kühne?

Der Verstorbene hinterlässt seine Ehefrau Christine Kühne (87), mit der er seit 1989 verheiratet war. Da die Ehe kinderlos blieb, gab es keine direkten Nachkommen als Erben für das operative Firmenimperium.

Um eine Zerschlagung seines Lebenswerks zu verhindern, hatte Kühne bereits vor Jahren eine lückenlose Nachfolgeregelung ausgearbeitet. Das Herzstück seines Vermögens, die Kühne Holding AG, geht vollständig in die gemeinnützige Kühne-Stiftung über. Die 1976 gegründete Stiftung steigt damit zu einer der finanzstärksten Institutionen ihrer Art in ganz Europa auf. Seine Ehefrau Christine ist finanziell vollumfänglich abgesichert und bleibt weiterhin eng mit den karitativen Aktivitäten des Hauses verbunden.

Firmen von Klaus-Michael Kühne

Über die Holding hielt Klaus-Michael Kühne strategische Großbeteiligungen an führenden internationalen Transport- und Logistikkonzernen. Dazu zählen die Mehrheit am globalen Logistikkonzern Kühne + Nagel, Anteile an der Hamburger Traditionsreederei Hapag-Lloyd sowie ein Aktienpaket der Deutschen Lufthansa AG, womit er deren größter Einzelaktionär war.

Darüber hinaus umfasst das Portfolio Beteiligungen am Chemiedistributor Brenntag, dem Mobilitätsanbieter Flix, dem Prothesenhersteller Ottobock, Luxusimmobilien wie dem Hamburger Hotel The Fontenay sowie maßgebliche Anteile an der HSV Fußball AG.

  • Kühne + Nagel: Rund 53 Prozent der Anteile am globalen Logistikriesen, den sein Großvater 1890 mitbegründet hatte.
  • Hapag-Lloyd: Rund 30 Prozent an der Hamburger Traditionsreederei.
  • Deutsche Lufthansa AG: Über 20 Prozent der Anteile (größter Einzelaktionär).
  • Weitere Beteiligungen: Anteile am Chemiedistributor Brenntag, am Mobilitätsdienstleister Flix, am Prothesenhersteller Ottobock sowie an Luxusimmobilien (u. a. Hotel The Fontenay in Hamburg).
  • HSV: Signifikante Anteile an der HSV Fußball AG und langjährige finanzielle Unterstützung seines Herzensvereins.
  • 5-Sterne-Hotel Castell Son Claret auf Mallorca
Luxushotel Castell Son Claret auf Mallorca.

Kühne-Refugium und Luxushotel Castell Son Claret im Südwesten Mallorcas.

Castell Son Claret

Leitung der Kühne-Stiftung

Die operative Macht liegt fortan beim Stiftungsrat der Kühne-Stiftung. An die Spitze des Gremiums hatte Kühne seinen langjährigen Vertrauten und Schweizer Notar Dr. Thomas Staehelin berufen. Unterstützt wird dieser von einem erfahrenen Kreis aus Spitzenmanagern aus Industrie und Wirtschaft.

Nach dem ausdrücklichen Willen des Verstorbenen soll die Stiftung das Firmenportfolio im unternehmerischen Sinn weiterführen. Die erwirtschafteten Dividenden fließen künftig in großem Umfang in die Förderung von Wissenschaft, Bildung, Medizin, Klimaforschung und Kultur. Zu den geförderten Institutionen gehören unter anderem die Kühne Logistics University in Hamburg, die Hochgebirgsklinik Davos sowie namhafte Kulturprojekte.