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: Warum fällt der Bitcoin? - Das ist der Grund

Der Bitcoin-Kurs gerät nach überraschend hohen US-Inflationszahlen erneut unter Druck und fällt auf unter 82.000 US-Dollar. Warum Anleger nervös reagieren und welche Kursmarken jetzt entscheidend sind.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Bitcoin gerät unter Druck und notiert deutlich unter früheren Höchstständen. Der Kurs bleibt volatil und steht im Fokus der Anleger. Was hinter dem jüngsten Rückgang steckt.

Warum fällt der Bitcoin? Nach überraschend hohen US-Inflationsdaten rutscht der BTC-Kurs deutlich ab. Was hinter dem Kurssturz steckt und wie es weitergeht.

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Der Bitcoin-Kurs (BTC) ist am Mittwoch deutlich unter Druck geraten. Nach der Veröffentlichung neuer Inflationsdaten aus den USA verlor die größte Kryptowährung innerhalb weniger Minuten rund 1,5 Prozent an Wert und fiel unter die wichtige Marke von 82.000 US-Dollar. Der Grund: Die Inflation ist höher ausgefallen als erwartet. Anleger befürchten deshalb, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen weiter anheben könnte.

US-Inflation fällt höher aus als erwartet

Auslöser des Kursrückgangs waren die neuen US-Verbraucherpreisdaten für September. Die jährliche Inflationsrate stieg von 3,4 Prozent im August auf 3,7 Prozent. Analysten hatten lediglich mit 3,6 Prozent gerechnet. Auch die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden, lag mit 2,6 Prozent über den erwarteten 2,5 Prozent. Besonders stark verteuerten sich die Energiepreise. Benzin kostete gegenüber dem Vormonat 9,1 Prozent mehr, während die Preise für Heizöl einschließlich Diesel sogar um 15,3 Prozent stiegen. Der Ölpreis der Sorte Brent liegt weiterhin oberhalb von 100 US-Dollar pro Barrel. Die Zahlen zeigen, dass der Inflationsdruck in den USA weiterhin hoch ist. Für die Fed erschwert das die Entscheidung über die weitere Zinspolitik.

Warum belasten höhere Zinsen den Bitcoin?

Für Bitcoin sind die Inflationsdaten vor allem deshalb problematisch, weil sie die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen verstärken. Nach der Veröffentlichung stieg die an den Terminmärkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober laut CME FedWatch zeitweise von rund 22 auf 45 Prozent. Höhere Zinsen machen klassische Anlageformen wie Staatsanleihen attraktiver. Bitcoin wirft dagegen selbst keine laufenden Zinsen ab. Gleichzeitig können steigende Zinsen den US-Dollar stärken und die Finanzierungskosten für Anleger erhöhen. Das belastet insbesondere spekulative Anlagen. Auch Händler, die mit geliehenem Kapital auf steigende Bitcoin-Kurse setzen, geraten bei höheren Finanzierungskosten unter Druck. Allerdings müssen steigende Zinserwartungen nicht zwangsläufig dauerhaft negativ für Bitcoin sein. Sollte die Fed die Inflation erfolgreich eindämmen und dadurch das Vertrauen der Anleger stärken, könnten langfristige Zinsen wieder sinken.

Bitcoin fällt unter wichtige Kursmarke

Die Reaktion auf die Inflationsdaten ließ nicht lange auf sich warten. Unmittelbar nach der Veröffentlichung um 14:30 Uhr deutscher Zeit setzte ein deutlicher Ausverkauf ein. Innerhalb von weniger als 15 Minuten fiel Bitcoin von rund 83.800 US-Dollar auf 82.570 US-Dollar. Auch Gold geriet unter Druck und verlor mehr als 1,6 Prozent. Bereits vor der Veröffentlichung hatte Bitcoin mehrfach versucht, den Widerstand bei 84.000 US-Dollar zu überwinden. Der erneute Rückschlag zeigt, dass Verkäufer in diesem Bereich weiterhin die Oberhand behalten.

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Aus technischer Sicht richtet sich der Blick nun auf die Unterstützung bei rund 82.000 US-Dollar. Dort verläuft eine aufsteigende Trendlinie, die für die weitere Kursentwicklung entscheidend werden könnte. Sollte Bitcoin diese Marke dauerhaft unterschreiten, könnte sich die Korrektur zunächst in Richtung 81.000 und anschließend 80.000 US-Dollar ausweiten. Knapp oberhalb von 80.000 US-Dollar hatte sich zuletzt allerdings eine stärkere Kaufnachfrage gezeigt. Erst wenn auch dieser Bereich verloren geht, würden deutlich tiefere Kursziele in den Fokus rücken. Auf der Oberseite bleibt dagegen die Marke von 84.000 US-Dollar die wichtigste kurzfristige Hürde.

Trotz Kursrückgang: Unternehmen kaufen weiter Bitcoin

Während kurzfristig orientierte Anleger auf die Inflationsdaten mit Verkäufen reagieren, nutzen einige Unternehmen die aktuelle Marktlage weiterhin zum Aufbau ihrer Bitcoin-Bestände. Das börsennotierte Bitcoin-Treasury-Unternehmen Strive kaufte zwischen dem 12. und 13. Oktober insgesamt 2.822 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Preis von rund 83.266 US-Dollar. Das entspricht einem Investitionsvolumen von etwa 235 Millionen US-Dollar. Damit erhöhte Strive seinen Bestand auf insgesamt 35.595 Bitcoin. Bereits wenige Tage zuvor hatte das Unternehmen weitere 3.311 BTC für rund 280 Millionen US-Dollar erworben. Auch Strategy setzte seine Kaufstrategie fort und investierte rund 21,5 Millionen US-Dollar in zusätzliche 250 Bitcoin. Die Käufe zeigen, dass einige institutionelle Marktteilnehmer trotz der kurzfristigen Unsicherheit weiterhin auf Bitcoin setzen.

Wie geht es für Bitcoin weiter?

Kurzfristig dürfte die Entwicklung des Bitcoin-Kurses vor allem von der amerikanischen Geldpolitik und der Reaktion der Anleger auf die anhaltend hohe Inflation abhängen. Entscheidend ist zunächst, ob die Käufer die Unterstützung im Bereich von 82.000 US-Dollar verteidigen können. Gelingt das nicht, steigt das Risiko eines Rückgangs auf 80.000 US-Dollar. Für eine nachhaltige Erholung müsste Bitcoin dagegen zunächst die Marke von 84.000 US-Dollar zurückerobern.