Mietenreport 2026: Auf diese Dinge verzichten die Deutschen wegen hoher Mieten

Die hohen Mieten belasten die Deutschen.
Fernando Gutierrez-Juarez/dpaFür viele Mieter wird Wohnen zunehmend zur finanziellen Belastung. 58 Prozent geben an, dass ihre Wohnkosten – also Miete oder Nebenkosten – innerhalb der vergangenen zwölf Monate gestiegen sind. Das geht aus einer Befragung hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Deutschen Mieterbundes durchgeführt hat. Zwischen dem 29. Juni und 7. Juli 2026 wurden dafür bundesweit 1.021 Mieter befragt. Die Ergebnisse sind Teil des „Mietenreports 2026“ des Deutschen Mieterbundes.
Die gestiegenen Ausgaben fürs Wohnen müssen viele offenbar an anderer Stelle einsparen. Am häufigsten trifft es die finanzielle Vorsorge: 52 Prozent der Befragten, deren Wohnkosten gestiegen sind, geben an, weniger Geld für Rücklagen oder ihre Altersvorsorge zurücklegen zu können. 49 Prozent sparen bei Urlaub, Kultur oder Freizeit, 46 Prozent bei Kleidung, Möbeln oder Haushaltsgeräten.
Jeder Vierte spart bei gesunden Lebensmitteln
Bei einem Teil der Betroffenen reichen die Einschränkungen noch weiter. 25 Prozent der Mieter mit gestiegenen Wohnkosten geben in der Forsa-Befragung an, bei gesunden Lebensmitteln zu sparen. 15 Prozent kürzen sogar bei Ausgaben für die eigene Gesundheit, beispielsweise für Medikamente oder Zahnersatz. Nur 31 Prozent mussten nach eigenen Angaben in keinem der abgefragten Bereiche Abstriche machen.
Der Deutsche Mieterbund sieht darin ein Zeichen dafür, dass hohe Wohnkosten zunehmend andere Bereiche des täglichen Lebens verdrängen. Der Verband fasst die Ergebnisse in seinem Report so zusammen: Viele Betroffene verzichteten wegen gestiegener Wohnkosten auf Rücklagen, notwendige Anschaffungen und teilweise sogar auf gesunde Ernährung oder Gesundheitsausgaben.
Vielen Mietern fehlt ein finanzieller Puffer
Die Forsa-Umfrage zeigt außerdem, wie begrenzt die finanziellen Reserven eines Teils der Mieter sind. Gefragt wurde, wie lange sie ihre Wohnkosten noch tragen könnten, wenn ihr Haushaltsnettoeinkommen plötzlich um rund 40 Prozent zurückginge – etwa wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder einer Trennung.
28 Prozent könnten ihre Wohnung in diesem Fall höchstens noch drei Monate finanzieren. 18 Prozent könnten die Miete noch ein bis drei Monate zahlen, zehn Prozent weniger als einen Monat. 47 Prozent geben dagegen an, länger als sechs Monate durchhalten zu können.
Dabei spielt das Einkommen eine wichtige Rolle. Befragte mit höherem Haushaltsnettoeinkommen könnten ihre Miete deutlich länger weiterzahlen als Menschen mit geringerem Einkommen. Auch Haushalte mit Kindern verfügen der Befragung zufolge tendenziell über weniger finanziellen Spielraum.
Fast jeder Dritte sorgt sich um die eigene Miete
Passend dazu machen sich 29 Prozent der befragten Mieter große oder sehr große Sorgen, sich ihre Miete künftig nicht mehr leisten zu können. Besonders häufig äußern Menschen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 2.500 Euro diese Sorge. Gegenüber einer Befragung im August 2025 hat sich der Anteil allerdings nicht verändert.
Noch größer ist die Sorge, im Falle eines Umzugs keine bezahlbare Wohnung mehr zu finden. 50 Prozent der Befragten machen sich große oder sehr große Sorgen, bei Bedarf keine bezahlbare Ersatzwohnung zu bekommen. Besonders häufig gilt das für Menschen mit geringerem Einkommen, Familien mit Kindern und Bewohner von Großstädten.
Woher die Zahlen stammen
Der Deutsche Mieterbund hat für seinen „Mietenreport 2026“ unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt. Die in diesem Artikel genannten Angaben zu gestiegenen Wohnkosten, Sparmaßnahmen, Sorgen und finanziellen Reserven stammen aus der repräsentativen Forsa-Befragung unter 1.021 Mietern. Darüber hinaus verwendet der Report unter anderem Daten des Statistischen Bundesamtes und von Eurostat sowie weitere amtliche Statistiken und wissenschaftliche Studien.
