Minus 25 Prozent
: Warum fällt die SK Hynix Aktie?

Die SK-Hynix-Aktie steht zu Wochenbeginn weiterhin massiv unter Druck. Nach dem viel beachteten Nasdaq-Debüt stellt sich die Frage, wie der Kursrutsch einzuordnen ist.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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A visitor looks at a model of SK hynix's high-bandwidth memory (HBM) technology during the 2025 World IT Show in Seoul on April 24, 2025. South Korean chip giant SK hynix reported record quarterly profits on April 24, thanks to soaring global demand for artificial intelligence, highlighting the firm's ability to weather mounting tariff threats. (Photo by Jung Yeon-je / AFP)

Der Chipkonzern steht auch am Montag stark unter Druck, während Anleger das Nasdaq-Debüt und die weitere Kursentwicklung neu einordnen.

JUNG YEON-JE/AFP

Am Montag notiert die SK-Hynix-Aktie bei knapp 1100 US-Dollar im Vormittagstief und damit fast 25 Prozent unter dem Niveau des Vorwochen-Hoch. Der starke Rückgang folgt auf ereignisreiche Handelstage, in denen sich die Aufmerksamkeit vom erfolgreichen US-Listing rasch auf Markt-Risiken verlagert hat.

Analystenprognose belastet die Stimmung

Ein zentraler Belastungsfaktor ist eine neue Einschätzung von Korea Investment & Securities. Das Analysehaus rechnet für das zweite Quartal mit einem operativen Gewinn von 60,4 Billionen Won und liegt damit unter der Konsensschätzung von 65 Billionen Won. Das trübt die Erwartungen der Anleger, nachdem die Aktie zuvor stark von der KI-Euphorie und vom Boom bei Speicherchips profitiert hatte.

Besonders im Fokus steht dabei das Geschäft mit High Bandwidth Memory, kurz HBM. SK Hynix erzielt in diesem Bereich einen hohen Umsatzanteil. Genau das wird am Markt nun kritisch betrachtet, weil die durchschnittlichen Verkaufspreise in diesem Segment im Quartalsvergleich offenbar weniger stark gestiegen sein könnten als von Investoren erhofft.

Bedeutung der HBM-Chips

HBM-Chips (High Bandwidth Memory) sind der entscheidende Motor und zugleich der größte Engpass für den aktuellen KI-Boom. Sie ermöglichen es den Prozessoren, gigantische Datenmengen in Rekordzeit zu verarbeiten, was für künftige Anwendungen der Künstlichen Intelligenz absolut notwendig ist.

Zweifel am HBM4-Tempo

Einher geht damit auch zusätzliche Unsicherheit beim Ausblick auf die kommenden Quartalszahlen. Am Markt war teils mit einem stärkeren Anstieg der HBM4-Lieferungen ab dem zweiten Quartal gerechnet worden. Diese Erwartungen scheinen sich nach Einschätzung von Analysten bislang nicht in vollem Umfang zu bestätigen.

Für Anleger ist das relevant, weil SK Hynix als wichtiger Profiteur der hohen Nachfrage nach KI-Speicher gilt. Wenn sich das Wachstum in diesem besonders beachteten Bereich langsamer entwickelt als erwartet, kann das nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate schnell zu einer Neubewertung führen.

Gewinnmitnahmen nach dem Nasdaq-Debüt

Hinzu kommen klassische Gewinnmitnahmen. Die American Depositary Receipts von SK Hynix waren am Freitag an der Nasdaq gestartet und legten zum Handelsauftakt deutlich zu. Das Unternehmen nahm dabei mehr als 26 Milliarden US-Dollar ein. Nach diesem viel beachteten Börsendebüt nutzten Investoren den Moment offenbar, um bei den in Seoul gehandelten Aktien Gewinne mitzunehmen.

Mehrere Berichte verweisen zudem darauf, dass Kapital teilweise von den koreanischen Stammaktien in die neu gelisteten US-Titel umgeschichtet wurde. Das dürfte den Druck auf die Heimataktie zusätzlich verstärkt haben. Gleichzeitig sorgt die neue US-Notierung für Fragen, wie die Bewertung zwischen ADRs und der Aktie in Seoul künftig eingeordnet wird.

Schwaches Marktumfeld verstärkt den Druck

Der Kursrutsch bei SK Hynix fand zudem nicht isoliert statt. Auch andere asiatische Aktienmärkte gaben am Montag nach, der KOSPI geriet deutlich unter Druck und zeitweise kam es sogar zu einer Handelsunterbrechung. Neben branchenspezifischen Sorgen belastete also auch das insgesamt schwache Marktumfeld.

Berichte verwiesen außerdem auf neue geopolitische Spannungen rund um Iran und die Straße von Hormus, die den Ölpreis steigen ließen und die Nervosität an den Märkten erhöhten. In einem solchen Umfeld reagieren Anleger bei stark gelaufenen Technologiewerten häufig besonders sensibel.

Jetzt richtet sich der Blick auf die Zahlen

Trotz des aktuellen Rückschlags bleibt das Unternehmen operativ in einer starken Position, nicht zuletzt wegen der hohen Nachfrage nach Speicherlösungen für KI-Anwendungen. Kurzfristig überwiegt am Markt aber die Unsicherheit, ob die hohen Erwartungen an Preisentwicklung, Lieferdynamik und Gewinnwachstum bereits zu ambitioniert waren.

Entscheidend dürfte nun die anstehende Berichtssaison werden. Erst mit den offiziellen Quartalszahlen wird sich besser beurteilen lassen, ob der jüngste Kursrutsch vor allem eine scharfe Korrektur nach einer starken Rally ist oder ob Anleger die Perspektiven für das Wachstum im HBM-Geschäft tatsächlich neu bewerten.

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