Minus 9 Prozent
: Warum fällt die Siemens-Energy-Aktie?

Die Siemens-Energy-Aktie steht am Montag deutlich unter Druck. Der Kursrückgang rückt die weitere Entwicklung des Energietechnikkonzerns in den Fokus.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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ARCHIV - 28.09.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Das Logo von "Siemens Energy" ist in der Frankfurter Börse zu sehen. Der Auftragseingang wächst, doch das Ergebnis ist tiefrot. Vor diesem Hintergrund spricht Siemens Energy unter anderem mit Banken und Bundesregierung über mögliche Garantien, die das Unternehmen für sein Wachstum braucht.(zu dpa "Siemens Energy spricht mit Bund über Staatshilfen") Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Siemens-Energy-Aktie fällt am Montag auf rund 142 Euro. Anleger richten ihren Blick auf die aktuelle Kursentwicklung und die nächsten Schritte des Konzerns.

dpa

Die Siemens-Energy-Aktie notiert zum Wochenbeginn bei rund 142 Euro und liegt damit seit der vergangenen Woche etwa 9 Prozent im Minus. Am Montag setzte sich der Abwärtsdruck fort, nachdem der Kurs bereits am vergangenem Freitag unter die Marke von 150 Euro gefallen war.

Abspaltung sorgt für Unsicherheit

Im Mittelpunkt steht die geplante rechtliche und operative Verselbstständigung der Sparte Transformation of Industry, die künftig Omterra heißen soll. Siemens Energy prüft mehrere Optionen, darunter eine Investorenbeteiligung oder eine Kapitalmarkttransaktion. Der Konzern strebt eine Entkonsolidierung an, will jedoch eine wesentliche Minderheitsbeteiligung behalten. Anleger reagieren zurückhaltend, weil Struktur, Zeitplan und konkrete Bewertung der Transaktion noch offen sind. Auch ein möglicher Verkauf der Sparte für mehr als 10 Milliarden Euro fand am Markt offenbar bislang wenig Anklang.

Profitables Geschäft vor Veränderungen

Transformation of Industry beschäftigte 17.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro bei einer Marge von 11,3 Prozent. Die Herauslösung verändert damit die künftige Ertragsstruktur von Siemens Energy spürbar. Diese Folgen bewerten Marktteilnehmer derzeit offenbar vorsichtig. Mehrere Finanzinvestoren sollen Interesse an einer Mehrheitsbeteiligung an der Dampfturbinensparte gezeigt haben. Trotzdem bleibt unklar, wie die endgültige Transaktion ausgestaltet werden könnte und welchen Wert die Einheit am Ende erhält.

Operative Zahlen bleiben stark

Der Kursrückgang trifft auf eine weiterhin solide operative Entwicklung. Der Auftragsbestand stieg auf rund 162 Milliarden Euro, während der Auftragseingang im dritten Quartal 17,9 Milliarden Euro erreichte. Zudem erzielte die Windkrafttochter Siemens Gamesa mit einem EBITDA von 75 Millionen Euro erstmals seit Jahren wieder ein positives Quartalsergebnis. Trotz dieser positiven Kennzahlen dominiert kurzfristig die Unsicherheit rund um die geplante Abspaltung. Die Siemens-Energy-Aktie bleibt damit anfällig, bis der Konzern weitere Details zur Struktur und zum Zeitplan bekannt gibt.