Lieferketten: Warum gibt es bei Netto keine Eier mehr?

Bei der Netto-Kette (mit Hund im Logo) mangelt es derzeit massiv an Eiern – aus einem bestimmten Grund.
dpaWer in den letzten Tagen beim Discounter Netto – der mit dem Hund im Logo, aktiv im Norden und Osten – vor dem Eierregal stand, dürfte sich gewundert haben: Die Abgabe ist vorübergehend auf maximal zwei Packungen pro Einkauf begrenzt. Doch woran liegt das? Gibt es jetzt einen nationalen Eiernotstand? Kurze Antwort: Nein. Die Gründe sind rein regionaler Natur. Der Hauptgrund für leere Regale und die Rationierung sind Tierkrankheiten (unter anderem Fälle von atypischer Geflügelpest, auf Englisch „Newcastle Disease“) in regionalen Legehennenbeständen.
Da Netto einen Teil seines Eiersortiments aus regional bezieht, schlagen diese Ausfälle direkt auf die Lieferketten durch. Eier für den Discounter können deshalb derzeit nur eingeschränkt geliefert werden.

„Eier-Inflation“ unter Donald Trump in den USA, wo das Dutzend zeitweise weit über 12 Dollar kostete. Kommt das Phänomen auch nach Deutschland?
Lindsey Wasson/AP/dpaNetto-Eiermangel im Norden, Osten und in Berlin
Ein bundesweites Eier-Problem gibt es nicht. Die Engpässe konzentrieren sich vor allem auf Nord- und Ostdeutschland sowie den Großraum Berlin. Auch andere Ketten wie Rewe merken dort, dass die Auswahl an Marken und Packungsgrößen dünner wird – frische Eier gibt es dort in der Regel aber trotzdem, nur Netto greift im betroffenen Gebiet aktuell zum Mittel der Rationierung, um Hamsterkäufe zu verhindern.
- Rationierung bei Netto: Der nord- und ostdeutsche Discounter Netto (mit Hund im Logo) beschränkt den Eierkauf in betroffenen Regionen aktuell auf maximal zwei Packungen pro Haushalt.
- Ursache Tierkrankheit: In regionalen Lieferbetrieben sind Fälle von Newcastle Disease aufgetreten, was zu kurzfristigen Ausfällen bei der Eierproduktion führt.
- Regionale Engpässe: Die Knappheit betrifft vor allem Nord- und Ostdeutschland sowie den Großraum Berlin; ein bundesweiter Notstand liegt nicht vor.
- Entspannung in Sicht: Netto organisiert bereits Nachschub über alternative Lieferanten, sodass sich die Lage voraussichtlich ab nächster Woche wieder normalisiert.

Netto ist nicht gleich Netto – den Discounter gibt es gleich zweimal, da der Begriff markenrechtlich nicht schützbar ist.
IMAGO/JokoWann gibt es wieder genug Eier bei Netto und Rewe?
Die gute Nachricht: Man muss nicht anfangen, Eier zu bunkern. Laut Netto und Marktanalysten arbeitet der Discounter eng mit den Lieferanten zusammen, um den Nachschub aus anderen Betrieben zu sichern. Bereits ab nächster Woche soll sich die Lage in den Supermärkten wieder entspannen.
Bis dahin gilt beim Backen oder fürs Sonntagsfrühstück einfach: Fair bleiben und nur so viel mitnehmen, wie man wirklich braucht.
