Neues Gesetz in Schweden
: Läden müssen Bargeld akzeptieren

Seit heute gilt ein neues Gesetz in Schweden, wonach bestimmte Läden dazu verpflichtet werden, Bargeld anzunehmen.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Sweden introduces new 20, 50, 200 and 1000 Krone bank notes: ARCHIV - 13.09.2015, Schweden, Stockholm: epa04957025 A photo dated 14 September 2015 and made available 30 September 3015 showing new Swedish Krone bank notes. Sweden will officially introduce new 20, 50, 200 and 1000 Krone bank notes on 01 October 2015. Coins and the 100 and 500 notes will be introduced during 2016. The new 200 Krone banknote features an image of late Swedish director and writer Ingmar Bergman. EPA/FREDRIK SANDBERG SWEDEN OUT +++(c) dpa - Bildfunk+++ (zu dpa: «Rolle rückwärts? Läden in Schweden müssen Bargeld annehmen») Foto: Fredrik Sandberg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Schwedische Kronen.

Fredrik Sandberg/dpa

Seit dem 1. Juli müssen Lebensmittelgeschäfte und Apotheken in Schweden grundsätzlich Bargeld annehmen. Die Regelung betrifft physische Verkaufsstellen mit bemannter Kasse. Ziel ist, Bargeld als funktionierendes Zahlungsmittel zu erhalten, vor allem für Waren des täglichen Bedarfs.

Keine Rückkehr zur Bargeldgesellschaft

Das Gesetz bedeutet nicht, dass Schweden wieder zum Bargeldland wird. Karten, Apps und digitale Zahlungen bleiben dominierend. Die Regierung will aber verhindern, dass Bargeld komplett verschwindet, bevor klar ist, ob die Gesellschaft darauf verzichten kann. In dem Gesetz heißt es, Bargeld müsse im Alltag nutzbar bleiben, damit es auch in Krisen eine echte Ausweichmöglichkeit ist.

Mit Ausnahmen

Die Pflicht gilt nicht grenzenlos. Geschäfte können Bargeld ablehnen, wenn die Sicherheit des Personals gefährdet ist, wenn die Kosten der Bargeldverarbeitung den Standort gefährden oder wenn es bei einem einzelnen Verkauf einen nachvollziehbaren Grund gibt.

Infrastruktur ist der eigentliche Punkt

Entscheidend ist nicht nur die Kasse im Supermarkt. Bargeld funktioniert nur, wenn Händler Wechselgeld bekommen, Tagesumsätze einzahlen können und Verbraucher Zugang zu Einzahlmöglichkeiten haben. Deshalb werden auch Kreditinstitute stärker in die Pflicht genommen: Sie sollen landesweit Bargelddienste für Verbraucher und passende Lösungen für Unternehmen bereitstellen.

War das Gesetz notwendig?

Die Bargeldpflicht kommt ohne klare Aufsicht und ohne direkte Sanktionen gegen Geschäfte oder Apotheken aus. Der schwedische Gesetzesrat hielt die Regelung deshalb für unnötig und wirkungsschwach, weil die meisten betroffenen Geschäfte ohnehin bereits Bargeld akzeptieren. Schweden macht damit keine digitale Kehrtwende. Das Bargeld soll nicht wieder an erster Stelle stehen, aber als Notfall-, Teilhabe- und Grundversorgungsinstrument erhalten bleiben.

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