Neues Gesetz in Schweden: Läden müssen Bargeld akzeptieren

Schwedische Kronen.
Fredrik Sandberg/dpaSeit dem 1. Juli müssen Lebensmittelgeschäfte und Apotheken in Schweden grundsätzlich Bargeld annehmen. Die Regelung betrifft physische Verkaufsstellen mit bemannter Kasse. Ziel ist, Bargeld als funktionierendes Zahlungsmittel zu erhalten, vor allem für Waren des täglichen Bedarfs.
Keine Rückkehr zur Bargeldgesellschaft
Das Gesetz bedeutet nicht, dass Schweden wieder zum Bargeldland wird. Karten, Apps und digitale Zahlungen bleiben dominierend. Die Regierung will aber verhindern, dass Bargeld komplett verschwindet, bevor klar ist, ob die Gesellschaft darauf verzichten kann. In dem Gesetz heißt es, Bargeld müsse im Alltag nutzbar bleiben, damit es auch in Krisen eine echte Ausweichmöglichkeit ist.
Mit Ausnahmen
Die Pflicht gilt nicht grenzenlos. Geschäfte können Bargeld ablehnen, wenn die Sicherheit des Personals gefährdet ist, wenn die Kosten der Bargeldverarbeitung den Standort gefährden oder wenn es bei einem einzelnen Verkauf einen nachvollziehbaren Grund gibt.
Infrastruktur ist der eigentliche Punkt
Entscheidend ist nicht nur die Kasse im Supermarkt. Bargeld funktioniert nur, wenn Händler Wechselgeld bekommen, Tagesumsätze einzahlen können und Verbraucher Zugang zu Einzahlmöglichkeiten haben. Deshalb werden auch Kreditinstitute stärker in die Pflicht genommen: Sie sollen landesweit Bargelddienste für Verbraucher und passende Lösungen für Unternehmen bereitstellen.
War das Gesetz notwendig?
Die Bargeldpflicht kommt ohne klare Aufsicht und ohne direkte Sanktionen gegen Geschäfte oder Apotheken aus. Der schwedische Gesetzesrat hielt die Regelung deshalb für unnötig und wirkungsschwach, weil die meisten betroffenen Geschäfte ohnehin bereits Bargeld akzeptieren. Schweden macht damit keine digitale Kehrtwende. Das Bargeld soll nicht wieder an erster Stelle stehen, aber als Notfall-, Teilhabe- und Grundversorgungsinstrument erhalten bleiben.
