Neura Robotics in Metzingen: Wo humanoide Roboter die Industrie der Zukunft lernen

In Trainingszentren, für die Neura Robotics mit Partnern zusammenarbeitet, werden menschenähnliche Roboter unter realen Bedingungen trainiert. Fünf davon gehen bis Ende 2026 in Betrieb.
Neura Robotics- Neura Robotics eröffnet mit der RWTH Aachen ein Neura Gym, geplant für Ende 2026.
- Weltweit entstehen zehn Trainingszentren, fünf starten bis Ende 2026 in Europa, USA und China.
- Ziel ist Training humanoider Roboter unter Realbedingungen – gegen den Mangel an Trainingsdaten.
- Aachen: rund 3000 Quadratmeter, forschungs- und industrieoffen, mit rund 20 RWTH-Instituten.
- Neues Wissen fließt in das Neuraverse, Nutzung erfordert Lizenzen; Partner behalten Datenkontrolle.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Neura Robotics, Europas Pionier bei humanoiden Robotern aus dem schwäbischen Metzingen, plant ein weiteres Trainingszentrum für Roboter. Partner ist die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule, die RWTH Aachen. Dort soll das neue Trainingszentrum Ende 2026 eröffnet werden.
Zehn Trainingszentren für Roboter sind im Aufbau
Derzeit befinden sich weltweit zehn solcher Neura Gyms im Aufbau. Fünf davon werden bis Ende 2026 in Europa, in den USA und in China in Betrieb genommen. Das Gym-Netzwerk habe zwei europäische Leuchtturm-Standorte, beide davon in Deutschland, teilte Neura Robotics mit. Eines davon ist in Aachen, das andere am Münchner Flughafen in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München und dem Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence, das im vierten Quartal 2026 eröffnet wird.

Besiegeln die Partnerschaft: Der Rektor der RWTH Aachen, Ulrich Rüdiger, und David Reger, Gründer und Chef von Neura Robotics
Neura RoboticsSolche Trainingszentren lösen die größte Herausforderung im Bereich intelligenter Robotik: den Mangel an realen Trainingsdaten. In den Neura Gyms können kognitive Roboter unter realen Bedingungen trainieren, egal ob sie in der Industrie (etwa bei Zulieferern oder Autobauern am Band), in Haushalten (etwa Spülmaschine ausräumen) oder der Pflege zum Einsatz kommen.
Roboter lernen durch Interagieren mit der realen Welt
„Der größte Engpass für Physical AI ist nicht mehr die Intelligenz, sondern die Praxis“, sagt David Reger, Chef und Gründer von Neura Robotics. „Roboter lernen, indem sie mit der realen Welt interagieren, und genau deshalb bauen wir die Neura Gyms.“ Jedes Unternehmen verfüge über Wissen, das heute kein KI-Modell besitze. Die Gyms übersetzten dieses Wissen in einsatzbereite Roboterfähigkeiten, und jeder Partner behalte dabei die volle Kontrolle über seine Daten.
Das physische Training der Roboter wird mit hochpräziser Simulation kombiniert, daraus entstehen Datensätze, die in das sogenannte Neuraverse einfließen. Das ist eine offene cloudbasierte Plattform von Neura, die Nutzer, Entwickler und Roboter weltweit miteinander verbindet. Neue Fähigkeiten, die ein Roboter lernt, sollen dann allen zur Verfügung gestellt werden. Wer sie nutzt, soll Lizenzgebühren entrichten.
Das Neura Gym RWTH Aachen umfasst rund 3000 Quadratmeter und ist den Angaben zufolge industrieoffen und speziell für Forschung, KI-basiertes Training und den industriellen Einsatz von Physical-AI-Modellen der nächsten Generation in der intelligenten und humanoiden Robotik ausgelegt. Rund 20 Institute der RWTH werden in die Einrichtung eingebunden und ermöglichen großen wie mittelständischen Unternehmen Zugang zu einer Infrastruktur, in der sie High-End-Robotik für ihre Produktionsprozesse testen können, insbesondere in der Fertigung, Automobilindustrie, Kreislaufwirtschaft und Medizintechnik. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der sicheren Zusammenarbeit von Menschen und Robotern.
Indem man die wissenschaftliche Spitzenstellung der RWTH Aachen mit einem führenden Hithtech-Pionier verbinde, schaffe man eine einzigartige Infrastruktur für die Fachkräfte von morgen und sichere Deutschlands Spitzenposition im globalen KI-Wettbewerb, sagte Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen.
Neura Robotics arbeitet auch mit mehreren Unternehmen zusammen, darunter auch Bosch oder beispielsweise der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler. Der hatte Ende 2025 angekündigt, mehrere tausend Roboter der Schwaben bis 2035 in seinem weltweiten Produktionsnetzwerk einsetzen zu wollen.
Neura Robotics wurde 2019 gegründet. Erst im Juni hat das Robotikunternehmen bis zu 1,4 Milliarden Dollar (gut 1,2 Milliarden Euro) bei einer Finanzierungsrunde eingesammelt, an der sich unter anderem auch US-Konzerne wie Tether, Amazon, Nvidia und Qualcomm, aber auch Bosch beteiligt haben.

