Pipeline-Hoffnung: Warum fällt der Ölpreis? - Das steckt dahinter

Warum fällt der Ölpreis? Hoffnung auf eine schnelle Reparatur der saudischen Pipeline und eine Entspannung im Iran-Krieg drücken die Preise für Brent und WTI.
Nic Coury/AP/dpaNach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Tage geben die Ölpreise wieder nach. Brent und WTI verbilligen sich den zweiten Handelstag in Folge. Hauptgrund ist die Hoffnung, dass Saudi-Arabien wichtige Exportkapazitäten schneller als erwartet wiederherstellen kann.
Hoffnung auf schnelle Pipeline-Reparatur
Im Mittelpunkt steht die saudische Ost-West-Pipeline. Sie führt von den Ölfeldern am Persischen Golf zum Roten Meer und umgeht damit die weitgehend blockierte Straße von Hormus. Nach Drohnenangriffen war die Leitung zuletzt außer Betrieb genommen worden. Nun will Saudi-Arabien offenbar innerhalb weniger Tage etwa die Hälfte der Kapazität wiederherstellen. Die volle Leistung könnte in rund sechs Wochen erreicht werden. Das nimmt Druck aus dem Markt: Brent fiel von mehr als 107 Dollar auf rund 102 Dollar je Barrel, auch WTI gab nach.
Aussicht auf Entspannung im Iran-Krieg
Zusätzlich sorgt die Hoffnung auf eine politische Entspannung für sinkende Preise. US-Präsident Donald Trump stellte am Mittwoch erneut ein baldiges Ende des Iran-Krieges in Aussicht. Damit sinkt zumindest vorübergehend die Sorge vor weiteren Versorgungsengpässen.
Experten sehen noch keine Trendwende
Von einer nachhaltigen Entspannung kann allerdings noch keine Rede sein. Experten verweisen weiterhin auf Risiken für die Schifffahrt im Roten Meer und in der Straße von Hormus sowie auf mögliche neue Angriffe auf Pipelines und Schiffe. Der aktuelle Preisrückgang ist deshalb vor allem eine Reaktion auf die Hoffnung, dass größere Lieferausfälle verhindert werden können. Wie sich der Ölpreis weiter entwickelt, hängt stark von der Lage im Nahen Osten und der schnellen Wiederinbetriebnahme der saudischen Pipeline ab.
