Poker um Bekleidungshersteller
: Boss empfiehlt Aktionären: Frasers-Übernahmeangebot ablehnen

Das schwäbische Traditionsunternehmen will seine Haut teuer verkaufen – wenn überhaupt. Der gebotene Preis pro Aktie ist dem Bekleidungs-Riesen zu gering. Wie entscheiden die Aktionäre?
Von
dpa
Metzingen
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Daniel Grieder, Vorstandsvorsitzender der Hugo Boss AG, spricht während der Microsoft AI Tour auf der Bühne.

Sven Hoppe/dpa
  • Hugo Boss rät Aktionären, das Frasers-Angebot über 38,00 Euro je Aktie abzulehnen.
  • Begründung: Der Preis bilde den eigenständigen Wert und das Potenzial nicht angemessen ab.
  • Bank of America und Goldman Sachs stützen diese Einschätzung – zwei externe Meinungen.
  • Frasers hält rund 26 Prozent und bot freiwillig, nachdem die 30-Prozent-Schwelle Thema war.
  • Der Konzern kämpft mit schwacher Kauflaune; für dieses Jahr wird ein Umsatzrückgang erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Übernahmepoker um Hugo Boss empfehlen Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären, das Angebot des Großaktionärs Frasers Group abzulehnen. „Der Angebotspreis von 38,00 Euro pro Aktie spiegelt den eigenständigen Wert und das zukünftige Wertschöpfungspotenzial von Hugo Boss nicht angemessen wider“, teilte der schwäbische Bekleidungshersteller aus Metzingen mit. Diese Einschätzung werde auch durch zwei externe Meinungen von der Bank of America und Goldman Sachs gestützt.

Frasers Group versucht Ruder zu übernehmen

Die Frasers Group versucht seit Mitte Juni, im Zuge eines freiwilligen öffentlichen Angebots das Ruder bei den Schwaben zu übernehmen. Sie bieten 38 Euro je Anteilsschein. Vor zwei Wochen hatte das Unternehmen aus London betont, es werde sein Angebot nicht erhöhen. Die Frasers Group ist ein Einzelhandelskonglomerat, hinter dem der Unternehmer Mike Ashley steckt. An Hugo Boss ist die Gruppe früheren Angaben zufolge mit gut 26 Prozent direkt beteiligt.

Hugo Boss war über den Vorstoß des Großaktionärs Mitte Juni nach eigenen Angaben nicht informiert worden. Das Management um Chef Daniel Grieder hielt sich daraufhin erst einmal bedeckt. Das Angebot kommt nicht von ungefähr: Hätte Frasers die 30-Prozent-Schwelle überschritten, wäre ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre fällig geworden. Das ist vorgeschrieben. Man habe sich für ein freiwilliges Angebot entschieden, um das Investment in Hugo Boss zu festigen, hieß es von Frasers.

Blick auf ein Ladengeschäft des Modeunternehmens Hugo Boss.

Marijan Murat/dpa

Boss hat weltweit 20.000 Beschäftigte, davon mehr als 4.400 in Deutschland. Der Modekonzern hat aktuell mit der mauen Kauflaune seiner Kundinnen und Kunden zu kämpfen. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 300 Millionen bis 350 Millionen Euro erreichen. 2025 wurde ein Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 391 Millionen Euro verbucht.

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