Börse: Warum ist Porsche aus dem DAX geflogen?

Porsche ist bald nicht mehr im DAX vertreten.
Tigarto / shutterstock.comAb dem 22. September 2025 wird die Porsche AG nicht mehr im wichtigsten deutschen Börsenindex, dem DAX, vertreten sein. Stattdessen rutscht das Unternehmen in den MDAX ab, den Index für mittelgroße Werte. Doch wie kommt es dazu – und wie reagiert das Unternehmen selbst?
Wie der DAX funktioniert
Der DAX ist die Liga der 40 größten und liquidesten Unternehmen an der Frankfurter Börse. Maßgeblich ist dabei nicht der gesamte Börsenwert, sondern der Anteil frei handelbarer Aktien („Free Float“). Aktien, die langfristig in Händen von Großaktionären liegen – wie bei Porsche bei Volkswagen und der Familie Porsche/Piëch – werden nicht berücksichtigt. Alle drei Monate prüft die Indexgesellschaft STOXX Ltd., wer die Kriterien erfüllt. Wer nicht mehr zu den 40 größten Titeln zählt, muss den Index verlassen.
Warum Porsche rausfliegt
Genau hier liegt das Problem von Porsche: Der frei handelbare Aktienanteil liegt lediglich bei rund 12 Prozent, so Firmenchef Oliver Blume. Damit landet Porsche im Ranking unterhalb der Grenze für den DAX, weil andere Unternehmen wie die GEA Group oder Scout24 beim frei handelbaren Börsenwert aufgeholt haben. Porsche muss daher weichen und steigt in den MDAX ab.
Die Sicht des Unternehmens
Porsche-Chef Oliver Blume versucht, den Abstieg einzuordnen. Er betont, dass Porsche trotz des Indexwechsels zu den wichtigsten Börsenfirmen Deutschlands gehöre:
„Der Dax wird um eines der wertvollsten deutschen Unternehmen ärmer“, sagte Blume der FAZ.
Mit Blick auf die Gesamtmarktkapitalisierung und die Strahlkraft der Marke zähle Porsche weiterhin zu den großen börsennotierten Unternehmen. Blume macht klar, dass der Wechsel in den MDAX vor allem ein technischer Effekt sei – ausgelöst durch den geringen Streubesitz. Seine Botschaft: Porsche habe die klare Ambition, bald wieder in den DAX zurückzukehren. Gleichzeitig verwies er auf laufende Umbauprogramme und eine neue strategische Ausrichtung, die das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs bringen sollen.
Hintergrund
Porsche war Ende 2022 an die Börse gegangen und feierte einen der größten Börsengänge der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Schon wenige Monate später stieg die Aktie in den DAX auf.
Dieser Absturz spiegelt auch die Krise der deutschen Autoindustrie wider, die mit sinkenden Gewinnen und Umbrüchen in Richtung Elektromobilität kämpft.
Was bedeutet das für Anleger?
Für Anleger bleibt die Porsche-Aktie weiterhin handelbar. Allerdings müssen Fonds und ETFs, die den DAX nachbilden, ihre Porsche-Papiere verkaufen. Das kann kurzfristig den Kurs belasten. Langfristig hängt die Entwicklung jedoch von den Geschäftszahlen und der Umsetzung der neuen Strategie ab – und weniger davon, ob Porsche im DAX oder im MDAX notiert ist.
