Rentnerrabatt beim Einkaufen?: So stehen Aldi, Lidl, Rewe und Co. dazu

Wir haben nachgefragt, wie die großen Handelsketten zu Rentnerrabatten stehen.
Sina Schuldt/dpaWir haben bei mehreren großen Handelsketten nachgefragt, wie sie zu speziellen Rabatten für ältere Menschen stehen und ob es entsprechende Überlegungen gibt. Die Antworten fallen ähnlich aus: Statt einzelne Altersgruppen zu bevorzugen, setzen die Unternehmen vor allem auf günstige Preise und Angebote für alle Kunden.
Lidl: Keine Rentnerrabatte – dafür Angebote per App
Der Discounter Lidl stellt auf Anfrage klar, dass es in Deutschland keine speziellen Rabatte für Rentner oder Senioren gibt. Stattdessen verweist das Unternehmen auf sein allgemeines Preisversprechen.
„Unser Grundversprechen lautet stattdessen: Verlässliche Tiefpreise und starke Wochenangebote gelten grundsätzlich für alle Kunden“, erklärt eine Sprecherin.
Zusätzliche Sparmöglichkeiten bietet Lidl über seine Kunden-App Lidl Plus. Dort gibt es unter anderem wechselnde Coupons und personalisierte Vergünstigungen. Wer die App nutzt, kann außerdem Punkte für Gratisartikel sammeln und weitere Vorteile erhalten.
Allerdings erfordern diese zusätzlichen Rabattmöglichkeiten ein Smartphone und die Nutzung der App. Lidl verweist darauf, dass Mobiltelefone inzwischen in allen Altersgruppen verbreitet seien.
Wer keine App verwenden möchte, kann dennoch von regulären Angeboten profitieren. Zudem setzt Lidl weiterhin auf gedruckte Werbeprospekte. Bei Neu- und Wiedereröffnungen von Filialen gibt es laut Unternehmen darin auch Rabattcoupons zum Ausschneiden, die bis zu zwei Wochen lang eingelöst werden können.
Ein spezieller Preisnachlass ausschließlich für Rentner ist dagegen nicht vorgesehen. Ob Lidl eine solche Vergünstigung künftig einführen könnte, geht aus der Antwort nicht hervor.
Rewe: Finanzielle Schwierigkeiten betreffen nicht nur Senioren
Auch Rewe setzt nicht auf besondere Vergünstigungen für Rentner. Die Supermarktkette begründet ihre Haltung damit, dass finanzielle Belastungen nicht auf eine bestimmte Altersgruppe beschränkt seien.
„Gleichzeitig sind die finanziellen Herausforderungen sehr unterschiedlich und betreffen Menschen in nahezu allen Altersgruppen“, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit.
Deshalb sollen die Sparmöglichkeiten bei Rewe grundsätzlich allen Kunden offenstehen – unabhängig von Alter und Lebenssituation.
Dafür verweist die Supermarktkette auf rund 300 wöchentlich wechselnde Angebotsartikel, etwa 7.000 Eigenmarkenartikel und rund 4.000 Produkte zu Tiefpreisen. Darüber hinaus können Verbraucher das Bonusprogramm und wechselnde Treuepunktaktionen nutzen.
Das Ziel sei, möglichst vielen Menschen ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.
Aldi Süd: Günstige Preise statt Sonderrabatte
Bei Aldi Süd ist die Haltung besonders eindeutig. Der Discounter setzt nach eigenen Angaben bewusst auf ein Preismodell ohne zusätzliche Rabatte für bestimmte Kundengruppen.
Das Unternehmen wirbt damit, seinen Kunden gute Qualität zum bestmöglichen Preis anzubieten. Und zwar „ganz ohne Bonus-App, ohne Coupons, ohne Bedingungen oder Sonderrabatte“, wie das Presseteam mitteilt.
Statt einzelne Gruppen durch Vergünstigungen zu unterstützen, will Aldi Süd mögliche Preisvorteile direkt an alle Kunden weitergeben. Dazu gehören nach Unternehmensangaben auch regelmäßige dauerhafte Preissenkungen bei Grundnahrungsmitteln wie Butter, Milch und Kaffee.
Außerdem verweist der Discounter auf seine Eigenmarken. Rund 90 Prozent des Sortiments bestehen laut Aldi Süd aus entsprechenden Produkten. Diese seien im Durchschnitt 50 Prozent günstiger als vergleichbare Markenartikel.
Bei einem Einkauf, der ausschließlich aus entsprechend vergleichbaren Produkten besteht, könnten Verbraucher dadurch deutlich sparen. Die von Aldi Süd genannte Ersparnis von 50 Euro bei einem 100-Euro-Einkauf ist allerdings ein Rechenbeispiel des Unternehmens und lässt sich nicht pauschal auf jeden Warenkorb übertragen.
Kaufland: Hunderte Angebote auch ohne Kundenkarte
Ähnlich argumentiert Kaufland. Die Handelskette möchte nach eigenen Angaben allen Menschen günstige Einkaufsmöglichkeiten bieten – unabhängig davon, wie alt sie sind oder ob sie noch berufstätig sind.
Das Unternehmen verweist dabei auf mehr als 7.000 Marken- und Eigenmarkenprodukte, die dauerhaft zu Preisen auf Discounter-Niveau angeboten würden.
Zusätzlich gibt es laut Kaufland jede Woche mehr als 300 Sonderangebote. Die meisten davon können Kunden auch ohne die Kaufland Card XTRA nutzen.
Auch auf klassische Papiercoupons setzt die Handelskette weiterhin. Im Werbeprospekt finden sich nach Unternehmensangaben regelmäßig Gutscheine für Sofortrabatte oder kostenlose Artikel.
Einzelne Supermärkte bieten Rabatte an
Dass solche Vergünstigungen grundsätzlich möglich sind, zeigen kleinere Handelsketten und einzelne Supermärkte.
Die Kette Kauver bietet beispielsweise einen sogenannten Rentner-Tag an. Am ersten Dienstag im Monat erhalten Rentner sowie Kunden ab 67 Jahren zehn Prozent Rabatt auf rabattfähige Einkäufe. In Hannover gelten abweichende Bedingungen: Dort gibt es den Nachlass bereits ab 60 Jahren und an jedem Dienstag.
Auch einzelne Edeka-Märkte bieten Seniorenaktionen an. So gewährt das E-Center im Marktkauf-Center Bergedorf in Hamburg mittwochs einen Rabatt von fünf Prozent für entsprechend berechtigte ältere Kunden. Solche Aktionen sind möglich, weil viele Edeka-Märkte von selbstständigen Kaufleuten geführt werden.
