Silberpreis fällt um 7 %
: Anleger setzen auf hohe US-Zinsen statt Edelmetalle

Der Silberpreis steht am Montag deutlich unter Druck. Nach einem Rückgang von 7 Prozent notiert das Edelmetall bei 60,70 US-Dollar.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Silber: 02.02.2026, Bayern, München: Silberbarren liegen beim Edelmetallhändler Pro Aurum in einem Tresor auf einem Tisch. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Silber verliert am Montag satte 7 Prozent und notiert bei 60,70 US-Dollar. Die aktuelle Kursentwicklung im Überblick.

Sven Hoppe/dpa

Zum Wochenauftakt hat sich der Abverkauf bei Silber spürbar beschleunigt. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung der US-Anleiherenditen, Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank und ein fester US-Dollar. Diese Faktoren prägen derzeit die Stimmung am Markt für das Edelmetall.

Hohe Anleiherenditen setzen Silber unter Druck

Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind die erhöhten Renditen von US-Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen bewegt sich nahe ihres höchsten Niveaus seit fast zwei Jahrzehnten. Das verändert die Attraktivität von Edelmetallen für Anleger. Silber bietet keine laufenden Zinsen. Steigen die Renditen am Anleihemarkt, nehmen die Opportunitätskosten zu, Geld in einem nicht verzinsten Edelmetall zu halten. Marktteilnehmer können dann verstärkt in verzinsliche Anlagen umschichten.

Ölpreis schürt Sorgen vor hartnäckiger Inflation

Auch die Entwicklung am Ölmarkt rückt in den Blick. Störungen bei der globalen Energieversorgung halten die Ölpreise erhöht. Daraus ergeben sich Sorgen, dass die Inflation in den USA länger hoch bleiben könnte. Für die Finanzmärkte ist diese Aussicht entscheidend, weil sie den Spielraum der US-Notenbank bei künftigen Zinsentscheidungen beeinflusst. Eine dauerhaft höhere Inflation könnte dazu führen, dass die Federal Reserve ihre restriktive Geldpolitik länger als bislang erwartet fortsetzt.

Erwartungen an weitere Zinserhöhung

An den Geldmärkten wird laut CME FedWatch eine Wahrscheinlichkeit von rund 68 Prozent für eine weitere Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung im Oktober eingepreist. Vorausgegangen waren eine Zinserhöhung im September und zuletzt restriktive Signale mehrerer Vertreter der US-Notenbank. Die Aussicht auf weiter hohe oder steigende Leitzinsen belastet Silber zusätzlich. Sie stützt nicht nur die Anleiherenditen, sondern beeinflusst auch die Entwicklung des US-Dollars. Für den Silbermarkt bedeutet das ein Umfeld, in dem die Nachfrage nach dem Edelmetall unter Druck geraten kann.

Fester Dollar verstärkt die Belastung

Der US-Dollar erhält Unterstützung durch den restriktiven geldpolitischen Ausblick und die anhaltende geopolitische Unsicherheit. Da Silber in US-Dollar gehandelt wird, kann ein fester Dollar den Preis für Käufer außerhalb des Dollarraums erhöhen. Dadurch wächst der Gegenwind für den Silberpreis. Gleichzeitig sorgen die geopolitischen Spannungen für Aufmerksamkeit an den Energiemärkten, was wiederum die Inflations- und Zinserwartungen beeinflussen kann.

Technische Lage bleibt angespannt

Aus technischer Sicht lag der Silberkurs im Vier-Stunden-Chart unter dem 100- und dem 200-Perioden-Durchschnitt. Damit bleibt die kurzfristige Tendenz laut der Analyse abwärtsgerichtet. Der Relative-Stärke-Index lag bei rund 29 und deutete auf eine überverkaufte Lage hin. Eine überverkaufte Marktlage kann den unmittelbaren Abwärtsdruck zwar bremsen. Sie allein ändert jedoch noch nicht die übergeordnete schwache Marktstruktur. Auf der Unterseite stehen die Bereiche um 60,90 und 60,00 US-Dollar als Unterstützungen, die sich jetzt beweisen müssen.

US-Daten im Fokus

In den kommenden Tagen dürften US-Konjunkturdaten die Erwartungen der Anleger weiter prägen. Besonderes Augenmerk liegt auf den Arbeitsmarktdaten am Freitag. Auch Inflations- und Aktivitätsindikatoren können Hinweise darauf liefern, wie die Fed bei ihren nächsten geldpolitischen Entscheidungen vorgehen könnte.