Spritpreise
: USA und Deutschland im Vergleich

Die Spritpreise in Deutschland und den USA unterscheiden sich deutlich. Doch ein direkter Vergleich ist nicht so einfach.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Benzinpreise: ARCHIV - 10.09.2026, USA, Carlsbad: Vor einer Tankstelle in Kalifornien werden die Benzinpreise angezeigt. (zu dpa: «Lame duck? Was Trumps Wahlpleite für die Wirtschaft bedeutet») Foto: Gregory Bull/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Vor einer Tankstelle in Kalifornien werden die Benzinpreise angezeigt.

Gregory Bull/AP/dpa

Die Kraftstoffpreise unterscheiden sich zwischen den USA und Deutschland erheblich. Während Autofahrer in Deutschland Anfang November 2026 für einen Liter Benzin durchschnittlich rund 2,06 Euro bezahlen, liegt der Preis in den Vereinigten Staaten bei umgerechnet etwa 0,97 Euro. Damit kostet Benzin in Deutschland mehr als doppelt so viel. Auch beim Diesel gibt es deutliche Unterschiede.

Benzin in den USA deutlich günstiger

Nach Angaben des amerikanischen Automobilclubs AAA lag der durchschnittliche Preis für eine US-Gallone Normalbenzin Anfang November 2026 bei etwa 4,15 US-Dollar. Eine Gallone entspricht rund 3,785 Litern. Beim damaligen Wechselkurs ergibt sich daraus ein Literpreis von ungefähr 0,97 Euro.

In Deutschland kostete Super E10 im gleichen Zeitraum durchschnittlich rund 2,06 Euro pro Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern ergibt sich damit ein erheblicher Unterschied: In den USA kostet diese rechnerisch etwa 48,50 Euro, in Deutschland rund 103 Euro. Die Differenz beträgt etwa 54,50 Euro.

Auch Diesel ist in den Vereinigten Staaten günstiger. Während der durchschnittliche Literpreis dort umgerechnet bei rund 1,47 Euro liegt, werden in Deutschland etwa 2,27 Euro fällig.

Steuern beeinflussen die Preise

Ein wesentlicher Grund für die Preisunterschiede liegt in der Besteuerung. In Deutschland setzt sich der Kraftstoffpreis unter anderem aus dem Produktpreis, der Energiesteuer, der CO₂-Bepreisung und der Mehrwertsteuer zusammen.

In den USA werden ebenfalls Steuern auf Kraftstoffe erhoben. Allerdings fallen diese auf Bundesebene und in den einzelnen Bundesstaaten insgesamt meist deutlich niedriger aus als in Deutschland.

Darüber hinaus beeinflussen Rohölpreise, Raffineriekapazitäten, Transportkosten und regionale Marktbedingungen die Preise an den Tankstellen.

Große regionale Unterschiede in den USA

Der landesweite Durchschnittspreis bildet die tatsächliche Situation in den Vereinigten Staaten nur eingeschränkt ab. Zwischen den einzelnen Bundesstaaten bestehen erhebliche Unterschiede.

Anfang November lag der Preis für eine Gallone Normalbenzin in Kalifornien beispielsweise bei rund 5,89 US-Dollar. In North Carolina waren es dagegen nur etwa 3,38 US-Dollar. Ursachen sind unter anderem unterschiedliche Steuersätze, Umweltauflagen sowie regionale Unterschiede bei Versorgung und Transport.

Höhere Fahrleistungen beeinflussen die Belastung

Obwohl Kraftstoff in den USA deutlich günstiger ist, können die Tankkosten einen erheblichen Teil der Haushaltsausgaben ausmachen. Viele Amerikaner sind aufgrund großer Entfernungen und begrenzter öffentlicher Verkehrsangebote stärker auf das Auto angewiesen.

Hinzu kommt, dass größere Fahrzeuge mit höherem Kraftstoffverbrauch in den USA verbreitet sind. Dadurch kann der jährliche Kraftstoffbedarf höher ausfallen als bei einem durchschnittlichen Autofahrer in Deutschland.

Auch die Einkommensverhältnisse spielen eine Rolle. Für die wirtschaftliche Belastung ist nicht allein der Literpreis entscheidend, sondern ebenso das verfügbare Haushaltseinkommen und die notwendige Fahrleistung.

Die Kraftstoffpreise in den USA liegen weiterhin deutlich unter dem deutschen Niveau. Eine vergleichbare Tankfüllung kostet dort derzeit weniger als halb so viel. Ausschlaggebend sind insbesondere Unterschiede bei Steuern und Abgaben.

Für die finanzielle Belastung der Verbraucher ist der reine Preisvergleich allerdings nur begrenzt aussagekräftig. Fahrzeugverbrauch, jährliche Fahrleistung und Einkommen bestimmen wesentlich mit, wie stark steigende Spritpreise die Haushalte treffen.