Über 4.300 Dollar: Warum ist der Goldpreis gestiegen?

Der Goldpreis ist über 4.300 Dollar gestiegen. Gründe sind ein technischer Ausbruch, Iran-Unsicherheit, Fed-Zinsspekulationen und Zuflüsse in chinesische Gold-ETFs.
Frank Rumpenhorst/dpaDer Goldpreis ist am Freitag kräftig gestiegen und hat in den vergangenen drei Tagen rund sechs Prozent zugelegt. Die jüngste Bewegung steht im Zusammenhang mit neuen Konjunktursignalen aus den USA und veränderten Erwartungen an die Geldpolitik.
Schwache US-Jobdaten geben Gold Auftrieb
Der entscheidende Impuls kam von den überraschend schwachen US-Arbeitsmarktdaten für Juli. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft sank um 23.000 Stellen, während Volkswirte überwiegend mit einem deutlichen Zuwachs gerechnet hatten. Die Arbeitslosenquote veränderte sich dagegen nur geringfügig und lag bei 4,1 Prozent.
An den Märkten wurden die Zahlen als Hinweis auf eine Abkühlung der US-Konjunktur interpretiert. Dadurch gingen die Renditen amerikanischer Staatsanleihen zurück. Da Gold keine laufenden Zinsen abwirft, wird das Edelmetall bei sinkenden Anleiherenditen im relativen Vergleich attraktiver.
Weniger Zinserhöhungsfantasie
Die schwachen Arbeitsmarktdaten dämpften zugleich die Erwartungen an eine weitere kurzfristige Zinserhöhung der US-Notenbank. Bereits vor der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts war die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im September laut CME FedWatch Tool binnen einer Woche von 63 auf 55 Prozent gesunken.
Eine Zinserhöhung ist damit nicht ausgeschlossen, wird von den Marktteilnehmern aber weniger fest eingepreist. Für Gold ist diese Entwicklung grundsätzlich positiv. Der weitere Kursverlauf hängt nun davon ab, wie die Federal Reserve die Signale vom Arbeitsmarkt, die Inflationsrisiken und die nächsten Konjunkturdaten bewertet.
Schwächerer Dollar unterstützt den Anstieg
Zusätzlichen Rückenwind erhielt Gold vom US-Dollar. Der Dollar-Index fiel zeitweise auf ein Sieben-Wochen-Tief. Ein schwächerer Dollar macht das in US-Dollar gehandelte Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger und kann dadurch die Nachfrage unterstützen.
Auch geopolitische Nachrichten sorgten für Bewegung. Berichte über eine mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus beziehungsweise eine mögliche Einigung zwischen Iran und Oman schürten Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten. Zugleich blieb die Lage angespannt.
Gold erreicht Sieben-Wochen-Hoch
Der Goldpreis stieg am 7. August 2026 zeitweise in den Bereich von 4.350 bis 4.370 US-Dollar je Feinunze. Gegenüber dem Vortag betrug der Zuwachs mehr als zwei Prozent. In den vergangenen drei Tagen summierte sich das Plus auf rund sechs Prozent. Damit verzeichnete Gold die stärkste Wochenentwicklung seit Januar und erreichte den höchsten Stand seit sieben Wochen. Auch die Nachfrage institutioneller Investoren unterstützt den Markt. Im Juli flossen physisch besicherten Gold-ETFs weltweit rund drei Milliarden US-Dollar zu.
Rally bleibt zunächst eine Erholung
Die jüngste Rally ist dennoch zunächst als Erholung nach der vorangegangenen Korrektur einzuordnen. Gold liegt weiterhin deutlich unter dem Rekordhoch vom Januar 2026. Ob sich der Anstieg fortsetzt, hängt vor allem von der Entwicklung der US-Zinsen, des Dollars und der Inflation ab. Zusätzliche Impulse können von geopolitischen Konflikten und den Käufen der Zentralbanken ausgehen.
