US-Leitzins
: Wann ist der Fed-Zinsentscheid? - Termin, Uhrzeit & Ablauf

Am Mittwoch steht der nächste Fed-Zinsentscheid an und vieles spricht für eine Zinserhöhung. Wann die Entscheidung fällt, um wie viel Uhr die Pressekonferenz beginnt und worauf Anleger besonders achten sollten.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Chef der Federal Reserve Warsh: 29.07.2026, USA, Washington: Kevin Warsh, Präsident der Federal Reserve (FED), spricht auf einer Pressekonferenz in der Federal Reserve. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wann ist der nächste Fed-Zinsentscheid? Alle Infos zu Termin, Uhrzeit, Pressekonferenz, Ablauf und den Erwartungen an die Fed-Sitzung im September 2026.

Mark Schiefelbein/AP/dpa

Der nächste Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve steht unmittelbar bevor. Der FOMC kommt am 15. und 16. September 2026 zu seiner nächsten geldpolitischen Sitzung zusammen. Die eigentliche Zinsentscheidung wird am Mittwoch, 16. September 2026, um 20:00 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Rund eine halbe Stunde später, um 20:30 Uhr, beginnt die Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh.

Die Sitzung dürfte besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Nach den jüngsten Inflations- und Arbeitsmarktdaten rechnet mittlerweile eine deutliche Mehrheit der Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung. Gleichzeitig erhöht US-Präsident Donald Trump öffentlich den Druck auf die Fed und fordert niedrigere Zinsen.

Wann ist der nächste Fed-Zinsentscheid?

Die nächste Sitzung des Federal Open Market Committee findet an zwei Tagen statt:

  • FOMC-Sitzung: 15. bis 16. September 2026
  • Fed-Zinsentscheid: Mittwoch, 16. September 2026, 20:00 Uhr
  • Pressekonferenz: Mittwoch, 16. September 2026, 20:30 Uhr

Der aktuelle Leitzins liegt bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Seit Dezember 2025 hat die Federal Reserve den Leitzins nicht mehr verändert. Sollte sich die Fed bei der September-Sitzung tatsächlich für eine Anhebung entscheiden, wäre dies die erste Straffung der Geldpolitik seit Juli 2023.

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Wie wahrscheinlich ist eine Zinserhöhung der Fed?

Die Erwartungen haben sich vor dem September-Termin deutlich in Richtung einer Zinserhöhung verschoben. Laut CME FedWatch Tool preisen Händler inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 87 Prozent für eine Zinserhöhung auf der anstehenden Fed-Sitzung ein. Vor der Veröffentlichung der jüngsten US-Inflationsdaten hatte die Wahrscheinlichkeit noch bei etwa 67 Prozent gelegen.

Ausschlaggebend sind unter anderem die Verbraucherpreise. Die Teuerungsrate lag im August bei 3,4 Prozent. Damit liegt die Inflation weiterhin über dem von der Federal Reserve angestrebten Ziel von 2 Prozent. Zudem beschleunigte sich der Anstieg der Verbraucherpreise im August, während eine wichtige Messgröße der zugrunde liegenden Inflation den stärksten Zuwachs seit vier Monaten verzeichnete. Auch Fed-Chef Kevin Warsh hat zuletzt deutlich gemacht, dass er der Preisstabilität eine hohe Priorität einräumt und zu höheren Zinsen bereit ist.

Welche Rolle spielt der US-Arbeitsmarkt?

Zusätzlich beschäftigt die Fed die Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt. Im August entstanden 162.000 zusätzliche Stellen. Volkswirte hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Plus von 55.000 Arbeitsplätzen gerechnet. Ein starker Arbeitsmarkt kann allerdings unterschiedliche Folgen für die Geldpolitik haben. Höhere Beschäftigung kann die Wirtschaft stützen. Gleichzeitig kann eine starke Nachfrage nach Arbeitskräften die Lohnentwicklung und damit den Inflationsdruck verstärken. US-Präsident Donald Trump interpretiert die jüngsten Arbeitsmarktzahlen dagegen als Argument für niedrigere Zinsen. Er hat die Fed wiederholt öffentlich zu Zinssenkungen aufgefordert.

Trump erhöht vor dem Zinsentscheid den Druck auf die Fed

Kurz vor der September-Sitzung hat Donald Trump seine Forderungen nach niedrigeren Zinsen erneut mit handelspolitischen Drohungen verbunden. Trump erklärte, den Handel mit bestimmten Ländern einstellen zu wollen, falls die Fed die Geldpolitik nicht lockere. Bereits Anfang September hatte er auf Truth Social sinngemäß gefordert, die Zinsen zu senken, andernfalls werde er den Handel mit Ländern abbrechen, mit denen die USA ein Defizit hätten.

Welchen konkreten Zusammenhang Trump zwischen dem US-Leitzins und den Handelsdefiziten mit einzelnen Staaten sieht, ließ er offen. Die Fed steht damit vor einer Entscheidung zwischen unterschiedlichen wirtschaftlichen Signalen und erheblichem politischen Druck. Niedrigere Zinsen können Unternehmen und die wirtschaftliche Aktivität unterstützen. Gleichzeitig können sie den Inflationsdruck verstärken.

Wie läuft eine Fed-Sitzung ab?

Die regulären Sitzungen des FOMC erstrecken sich über zwei Tage. Am ersten Sitzungstag beraten die Mitglieder über die wirtschaftliche Lage und mögliche geldpolitische Optionen. Am zweiten Tag stimmt das Gremium über die Geldpolitik ab. Anschließend veröffentlicht die Federal Reserve ihre Entscheidung in Form eines schriftlichen Statements.

Etwa 30 Minuten nach der Veröffentlichung des Zinsentscheids folgt die Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden. Dort erläutert Kevin Warsh die Entscheidung und die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Notenbank. Bei der September-Sitzung kommt ein weiterer wichtiger Bestandteil hinzu: In den Monaten März, Juni, September und Dezember veröffentlicht die Fed zusätzlich ihre Summary of Economic Projections.

Darin finden sich aktualisierte Prognosen der FOMC-Mitglieder zu Wachstum, Inflation und Zinsen. Bestandteil ist auch der sogenannte Dot Plot, der die Zinserwartungen der einzelnen Ausschussmitglieder abbildet. Rund drei Wochen nach einer Sitzung veröffentlicht die Federal Reserve außerdem das ausführliche Sitzungsprotokoll.

Warum ist die Fed-Pressekonferenz wichtig?

Für Anleger ist nicht nur die eigentliche Zinsentscheidung relevant. Auch die Aussagen des Fed-Vorsitzenden können die Erwartungen an die zukünftige Geldpolitik verändern. Leitzinsentscheidungen beeinflussen unter anderem die Finanzierungskosten von Unternehmen und Staaten sowie die Attraktivität von Anleihen im Vergleich zu Aktien. Deshalb können bereits veränderte Erwartungen an die kommenden Fed-Entscheidungen deutliche Bewegungen an den Finanzmärkten auslösen. Vor dem September-Termin waren solche Effekte bereits zu beobachten. Steigende Renditen sowie zunehmende Erwartungen an eine Zinserhöhung belasteten beispielsweise den Goldpreis.