Markt vor unklarer Zukunft
: USA verhängen Router-Verbot

Die USA haben ein Importverbot für Internetrouter verhängt. Die Entscheidung der Telekommunikationsaufsicht FCC könnte den Markt für Heimnetzgeräte grundlegend verändern.
Von
Katrin Jokic
Stuttgart
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In den USA soll es bald nur noch Router geben, die vollständig im Inland gefertigt wurden. (Symbolbild)

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Kern der neuen Regelung: Router für Verbraucher dürfen in den USA künftig nur noch zugelassen werden, wenn sie vollständig im Inland hergestellt wurden. Das betrifft nicht nur die Endmontage, sondern die gesamte Produktionskette – vom Design über die verwendeten Chips bis hin zur Software.

Genau hier liegt das Problem: Nach aktuellem Stand gibt es kaum – wenn überhaupt – Routermodelle, die diese Anforderungen erfüllen. Der Markt wird bislang klar von international produzierten Geräten dominiert, viele davon stammen aus China. Schätzungen zufolge halten chinesische Hersteller rund 60 Prozent des US-Marktes.

Bestehende Geräte bleiben mit Einschränkungen erlaubt

Für Verbraucher gilt zunächst Entwarnung: Bereits zugelassene Router dürfen weiterhin genutzt und verkauft werden. Allerdings bringt die neue Regelung eine entscheidende Einschränkung mit sich.

Software- und Firmware-Updates für bestehende Geräte sind künftig grundsätzlich untersagt. Eine Ausnahme erlaubt sicherheitsrelevante Updates noch bis zum 1. März 2027. Neue Funktionen hingegen sind von dieser Ausnahme offenbar ausgeschlossen.

Damit droht langfristig ein Sicherheitsproblem: Geräte könnten zwar weiter genutzt werden, aber ohne regelmäßige Updates schneller angreifbar werden.

Nationale Sicherheit als Hauptargument

Die US-Regierung begründet den Schritt mit der nationalen Sicherheit. Router gelten als besonders kritische Infrastruktur, da sie ein Einfallstor für Cyberangriffe sein können.

In der Vergangenheit wurden kompromittierte Geräte wiederholt für groß angelegte Attacken genutzt, etwa für Botnetze, die Websites lahmlegen oder Daten ausspähen.

Vor allem chinesische Hersteller stehen dabei im Fokus. US-Politiker sehen in ihnen ein potenzielles Risiko für Spionage und Einflussnahme.

Ausnahmegenehmigungen mit hohen Hürden

Theoretisch können Hersteller weiterhin neue Router auf den US-Markt bringen, allerdings nur mit einer Sondergenehmigung. Die Anforderungen dafür sind außergewöhnlich hoch:

  • vollständige Offenlegung der Lieferkette
  • detaillierte Angaben zu Eigentümern und Management
  • Transparenz über alle Bauteile und deren Herkunft
  • Nachweis möglicher Einflussnahmen aus dem Ausland
  • konkrete Pläne zur Verlagerung der Produktion in die USA
  • Zudem müssen Unternehmen regelmäßige Fortschrittsberichte liefern. Jede Genehmigung ist zeitlich befristet und muss für jedes Modell einzeln beantragt werden.

    In der Praxis dürfte sich dieser Aufwand für viele Hersteller kaum lohnen, insbesondere im margenarmen Consumer-Markt.

    Unklare Definition sorgt für zusätzliche Unsicherheit

    Ein weiteres Problem: Die FCC (Federal Communications Commission) definiert nicht eindeutig, welche Geräte genau unter das Verbot fallen. Grundsätzlich gelten Router als Geräte, die Datenpakete zwischen Netzwerken weiterleiten.

    Das kann eine breite Produktpalette betreffen – von klassischen WLAN-Routern bis hin zu anderen Netzwerkgeräten. Selbst Grenzfälle wie Repeater oder bestimmte smarte Geräte könnten betroffen sein, je nach Auslegung.

    Folgen für Verbraucher und Markt

    Kurzfristig dürfte das Angebot an neuen Routern in den USA deutlich schrumpfen. Mittel- bis langfristig könnte das mehrere Konsequenzen haben:

  • steigende Preise durch geringeres Angebot
  • weniger Innovation durch eingeschränkten Wettbewerb
  • mögliche Sicherheitsrisiken durch fehlende Updates
  • Druck auf Hersteller, Produktion in die USA zu verlagern
  • Ob sich tatsächlich eine vollständig US-basierte Routerproduktion aufbauen lässt, ist offen. Der Schritt erinnert an ein ähnliches Vorgehen bei Drohnen, bei dem ebenfalls Importbeschränkungen aus Sicherheitsgründen eingeführt wurden.

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