Anleger skeptisch
: Warum fällt die Siemens-Energy-Aktie? - Das steckt dahinter

Die Siemens-Energy-Aktie rutscht zum Wochenstart erneut deutlich ab. Trotz operativer Fortschritte. Was hinter dem Kurssturz steckt und warum Anleger plötzlich wieder skeptischer werden.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
ARCHIV - 28.09.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Das Logo von "Siemens Energy" ist in der Frankfurter Börse zu sehen. Der Auftragseingang wächst, doch das Ergebnis ist tiefrot. Vor diesem Hintergrund spricht Siemens Energy unter anderem mit Banken und Bundesregierung über mögliche Garantien, die das Unternehmen für sein Wachstum braucht.(zu dpa "Siemens Energy spricht mit Bund über Staatshilfen") Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Aktie von Siemens Energy notiert am Montag bei 135 Euro und verzeichnet deutliche Kursverluste. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte zur aktuellen Marktlage und den Entwicklungen rund um das Energietechnikunternehmen.

dpa

Die Aktie von Siemens Energy gerät zu Beginn der neuen Handelswoche spürbar unter Verkaufsdruck und setzt damit ihre jüngste Schwächephase an den Finanzmärkten fort. Marktbeobachter blicken derzeit auf eine Gemengelage aus unternehmensinternen Veränderungen und einer veränderten Stimmung unter den Anlegern. Am heutigen Montag musste das Papier deutliche Einbußen hinnehmen. Mit einem Rückgang um rund 7 Prozent fiel der Kurs auf 135 Euro. Damit setzt sich die Abwärtsdynamik der vergangenen Wochen weiter fort, während verschiedene strukturelle Entwicklungen und Markterwartungen die Stimmung belasten.

Ehemalige Muttergesellschaft reduziert Anteile

Ein wesentlicher Faktor im aktuellen Marktumfeld ist der schrittweise Rückzug der Siemens AG. Die ehemalige Muttergesellschaft hat ihre Beteiligung an Siemens Energy weiter verringert und den Schwellenwert von fünf Prozent mit einem verbleibenden Anteil von 4,98 Prozent unterschritten. Obwohl die Siemens AG seit der Abspaltung im Jahr 2020 keine unternehmerische Kontrolle mehr ausübt, sorgt dieser Beteiligungsabbau an den Märkten weiterhin für Gesprächsstoff. Zudem rückten jüngst geopolitische Risiken und hybride Bedrohungen für kritische Energieinfrastrukturen in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Konzernumbau und hohe Markterwartungen

Neben den Verschiebungen in der Aktionärsstruktur beschäftigt auch der geplante Konzernumbau das Börsenparkett. Das Unternehmen beabsichtigt, den Bereich Transformation of Industry auszugliedern, der künftig unter der Marke Omterra firmieren soll. Dieser Schritt wird von den Anlegern aufmerksam verfolgt, da die Aktie nach den starken Zuwächsen der Vergangenheit inzwischen an sehr hohen Erwartungen gemessen wird. In diesem Zusammenhang traten zuletzt auch Fragen auf, ob der Konzern im Bereich der Energieinfrastruktur für stromintensive KI-Rechenzentren dauerhaft in dem Umfang profitieren kann, wie es zuvor eingepreist worden war.

Herausforderungen und operative Lichtblicke

Zusätzlich bleibt das Windkraftgeschäft von Siemens Gamesa ein beobachteter Risikofaktor, bei dem potenzielle operative Themen und Kosten für die Bewertung des Gesamtkonzerns eine Rolle spielen. Auf der anderen Seite meldete das Unternehmen operative Fortschritte. Gemeinsam mit Rolls-Royce liefert Siemens Energy Komponenten für ein britisches Projekt mit kleinen modularen Reaktoren und in Guyana steht die Inbetriebnahme eines 300-Megawatt-Kraftwerks mit langfristigen Wartungsverträgen bevor. Dennoch überwiegt an den Märkten kurzfristig die Skepsis, was den Kurs trotz bestehender Analysteneinstufungen weiter belastet.