Börse
: Warum ist die Palantir-Aktie gestiegen?

Palantir hat im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn deutlich stärker gesteigert als von Analysten erwartet. Zusätzlich hob der Softwarekonzern seine Jahresprognose an.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Palantir

Die Palantir-Aktie steigt nach starken Quartalszahlen: Umsatz und Gewinn übertreffen Erwartungen, zudem hebt der KI-Softwarekonzern seine Jahresprognose an.

Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

Die Palantir-Aktie ist nach der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal 2026 nachbörslich deutlich gestiegen. Zeitweise legte das Papier an der Nasdaq um mehr als acht Prozent auf rund 135 US-Dollar zu.

Auslöser waren vor allem die besser als erwarteten Geschäftszahlen. Palantir steigerte seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit etwa 1,81 Milliarden US-Dollar gerechnet.

Auch beim Gewinn überraschte das Unternehmen positiv: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 41 Cent und damit über den erwarteten rund 35 Cent. Im Vorjahresquartal hatte Palantir noch 13 Cent je Aktie erzielt.

US-Geschäft liefert Wachstum

Besonders dynamisch entwickelte sich das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden. Die Umsätze in diesem Segment stiegen laut den vorliegenden Angaben um 149 Prozent auf 764 Millionen US-Dollar. Auch das Geschäft mit staatlichen Kunden wuchs deutlich und erreichte 809 Millionen US-Dollar, ein Plus von 90 Prozent.

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Zudem gewann Palantir neue Aufträge. Das Unternehmen schloss 220 Verträge mit einem Volumen von jeweils mindestens einer Million US-Dollar. Der Vertragswert im US-Geschäft erreichte mit 2,13 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert.

Höhere Jahresprognose überzeugt Anleger

Entscheidend für die Kursreaktion war neben dem Quartalsbericht der angehobene Ausblick. Palantir erwartet für das Gesamtjahr nun Umsätze von 8,15 bis 8,16 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte das Management lediglich 7,65 bis 7,66 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt.

Auch die Erwartungen für den bereinigten operativen Gewinn und den freien Cashflow wurden angehoben. Das signalisiert Anlegern, dass das Unternehmen mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach seinen KI- und Datenanalyseplattformen rechnet.

KI-Nachfrage als Wachstumstreiber

Vorstandschef Alex Karp verwies insbesondere auf die Nachfrage nach sogenannter KI-Souveränität. Unternehmen und Behörden wollen demnach KI-Anwendungen nutzen, dabei aber die Kontrolle über Daten, Entscheidungen und operative Abläufe behalten.

Die Kombination aus beschleunigtem Umsatzwachstum, höherer Profitabilität, starken Auftragseingängen und einem optimistischeren Ausblick erklärt den Kursanstieg. Nach einem schwachen Jahresverlauf erhielten Anleger damit neue Argumente für einen Einstieg. Zugleich bleibt die hohe Bewertung der KI-Aktie ein wichtiger Risikofaktor.