100. Weltspartag: Tipps für Kinder – und was Erwachsene derzeit beachten sollten

Immer im Oktober ist Weltspartag – in diesem Jahr zum 100. Mal.
picture alliance/dpa/Hendrik SchmidtEs lohnt sich wieder zu sparen. Das sieht zumindest der neue Sparkassenpräsident im Südwesten, Matthias Neth, so. Gute Werbung für den Weltspartag, der an diesem Mittwoch, 30. Oktober, zum 100. Mal stattfindet.
Vor allem bei Kindern ist der Tag beliebt. Sie können ihre Ersparnisse bei Banken abliefern und bekommen dafür kleine (oder auch mal größere) Geschenke – jenachdem, wie viel Bargeld sie zusammenbekommen.
Weltspartag: Drei Tipps für Kinder:
Egal, ob Comic, Spielfigur oder Sammelkarte – Kinder haben das ganze Jahr über Wünsche. Doch wenn das Geld bei Mama und Papa knapp ist, bleiben sie bisweilen unerfüllt. Wie können Kinder sparen? Drei hilfreiche Tipps:
Schreibe alles auf, damit du einen Überblick bekommst. Dann siehst du, wie lange du für deinen Wunsch sparen musst. Zu lange? Dann schau, wo du deine Ausgaben reduzieren kannst. Wenn du zum Beispiel zwei Euro für Süßigkeiten ausgibst, kannst du dir vornehmen, weniger davon auszugeben. Überlege auch, ob du in den nächsten Wochen mit zusätzlichem Geld rechnen kannst, zum Beispiel weil du Geburtstag hast.
Weltspartag: vier Fakten
Weltspartag: wichtige Fragen zum Sparen
Die Verbraucherzentrale gibt in Sachen Sparen die Folgenden Hinweise beziehungsweise Tipps:
Weltspartag: Und was gilt für erwachsene Sparer?
Trotz der schlechten Konditionen bei klassischen Sparbüchern, die Deutschen lieben den Festzins: Nach einer Analyse der DZ-Bank lassen sich Sparer in Deutschland jedes Jahr einen enormen Vermögenszuwachs entgehen. Denn nach wie vor setzen Menschen hierzulande stark auf Girokonten und Tagesgeld – mit Aktien wären sie aber besser dran, so die Experten.

Den Weltspartag gibt es seit 1924. Hier eine historische Aufnahme der KSK Waiblingen aus den 60er-Jahren.
Foto: Kreissparkasse Waiblingen/ArchivDemnach waren zuletzt fast 2,2 Billionen Euro oder gut 23 Prozent des privaten Geldvermögens in Deutschland zuletzt in Sichteinlagen oder Bargeld geparkt – das meiste auf Girokonten, die meist kaum Zinsen abwerfen. Einen großen Anteil hatten Mitte 2024 auch Versicherungen (knapp 27 Prozent) und sonstige Bankeinlagen (gut 13 Prozent), gefolgt von Investmentfonds und abgeschlagen Rentenpapieren. Aktien, die ohnehin nur rund neun Prozent des Geldvermögens ausmachten, seien in den vergangenen Quartalen eher verkauft worden. „Das klingt nach einer verpassten Chance“, heißt es in der Studie mit Blick auf den jüngsten Dax-Rekord von über 19 600 Punkten und einem Plus von gut 16 Prozent seit Jahresbeginn.
Mehr Vermögen trotz Rückschlägen an der Börse
In einer Simulation untersuchte die DZ Bank, wie sich das private Geldvermögen in Deutschland im Zeitraum von 2011 bis Mitte 2024 entwickelt hätte, wenn die hohe Ersparnis der Haushalte während der vergangenen Niedrigzinsphase nicht vor allem auf Girokonten gelandet wäre, sondern stärker in Aktien. Dabei nahm die DZ Bank an, dass die Haushalte vier Netto-Monatsgehälter als Sicherheitspuffer vorhielten - bei einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von rund 2.940 Euro im Monat 11.760 Euro je Haushalt.
Im Modell gab es anfangs eine einmalige Umschichtung in Aktien. Dann flossen in jedem Quartal immer nur so viele liquide Mittel in Sichteinlagen und Bargeld, dass der Sicherheitspuffer erreicht wurde. Der Rest der für Sichteinlagen, Bargeld und Aktien vorgesehenen Geldvermögensbildung ging komplett in den Kauf von Aktien. Die Mittel, die vom Geldvermögen in Fonds, Versicherungen, Rentenpapiere etc. angelegt werden, blieben unverändert.
Ergebnis: Wuchs das private Geldvermögen von 2011 bis Mitte 2024 um 4,6 Billionen auf 9,2 Billionen Euro, stieg es im Modell um 5,3 Billionen Euro auf etwa 9,9 Billionen Euro. Das sind 715 Milliarden Euro oder fast 8 Prozent mehr als in Realität, so die Studie.
Zwar war der Aktienanteil im Modell größeren Börsenschwankungen ausgesetzt. Über den Untersuchungszeitraum wuchs das Geldvermögen darin aber stärker - trotz zwischenzeitlicher Einbrüche im Zuge von Corona-Krise und Ukraine-Krieg.
Aktien statt Weltspartag?
Die DZ Bank schränkt zwar ein: Nur einen fixen Puffer zu halten und die restliche Liquidität in Aktien zu investieren, sei für einen Teil der Haushalte realitätsfern, etwa für ältere Menschen, solche mit geringem Einkommen sowie Haushalte, die eine große Anschaffung planten.
Der „gewaltige Geldanlagestau“ von über zwei Billionen Euro ermögliche es aber vielen Haushalten, Geld in Aktien umzuschichten, ohne Einlagen oder Rentenpapiere zu vernachlässigen und trotzdem genug Liquidität vorzuhalten. Für Aktienanlagen gälten die bekannten Empfehlungen, schreibt die DZ Bank: Möglichst jung mit regelmäßigen Investments zu beginnen, etwa über Fonds breit zu streuen, Aktien lange zu halten und nicht das ganz Geld in Aktien zu investieren.